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 Betreff des Beitrags: Hörgeräte - Zuzahlung
BeitragVerfasst: Mo, 28.4.08 13:56 
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Registriert: Mo, 28.4.08 13:47
Beiträge: 1
Ich habe seit ca. 5 Jahren 2 Hörgeräte - komme damit überhaupt nicht klar. Ich kann sehr schlecht die Sprache verstehen, asserdem habe ich eine Hyperakusis, so daß ich die Geräte - wenn es sehr laut ist - sogar abstellen muß. Heute beim HNO - auch der Akustiker hatte Tests gemacht - sagte der HNO - evtl. wolle er einen Sonderantrag stellen, damit ich chon jetzt andere - neue Hörgeräte bekomme. Das Sprachverständnis ist wieder schlchter geworden. Beim Fernsehen verstehe ich gar nichts mehr. jetzt habe ich entsprechende Kopfhörer bekommen, aber da in den meisten Filmen sehr laute Musik ist, ist es eigentlich auch für mich sehr anstrengend, mit den kopfhörern zu arbeiten.

Nun muß ich auch dazu folgendes agen. Sicherlich gibt es inzwischen Hörgeräte, die besser, aber für mich auch sehr teuer in der zuzahlung sind. Was ich mir wahrscheinlich nicht leisten kann (bin übrigens Rentnerin). Nun habe ich im Dez. 07 einen Bericht im WDR 5 gehört über Zuzahlungen.

Es geht um folgendes:

Ich hatte im Dezember 07 in WDR 5 eine Sendung für Hörgeschädigte gehört und dort gab es auch Tipps bezüglich der Zuschüsse der Krankenkassen. Aus eingener Erfahrung kenne ich den Festbetrag, habe selber seit einigen Jahren 2 Geräte.

Nunmehr wude dort auf Gesetze verwiesen, daß die Betroffenen ein Recht darauf haben, das Hörgerät bezahlt zu bekommen, welches angesichts der individuellen Hörschädigung notwendig ist. Verwiesen wurde auch auf die entsprechenden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes und des Bundessozialgesetztes.

Info über das Bundesverfassungsericht - Urteil 17.12.2002 - AZ: 1 BvL 28/95, 29/25 und 30/95

"Die Versicherten müssen sich nicht mit Teikostenerstattung zufrieden geben (...) im Hilfsmittelsektor muss die Versorgung mit ausreichenden, zweckmäßigen und in der Qualität gesicherten Hilfsmittel als Sachleistung gewährleistet sein" Der Text sei nachzulesen unter www.bundesverfassungsgericht.de - Entscheidungen.

Ich habe dort nachgelesen - aber da steht etwas anderes !?

Urteil Bundessozialgericht - 23.01.2003 AZ: B3 KR 7/02 R
"Der für ein Hilfsmittel festgesetzte Festbetrag begrenzt die Leistungspflicht der Krankenkasse dann nicht, wenn er für den Ausgleich der konkret vorliegenden Behinderung objektiv nicht ausreicht (vgl BVerfG, Urteil vom 17.12.02)

Der vollständige Text sei nachzulesen: www.bundessozialgericht.de Entscheidungungen - leider kann ich im Internet auf dieses Urteil nicht zurückgreifen!

Nur, es kann doch nicht sein, wenn etwas in in Medien dargestellt und auf Gesetzte verwiesen wird, dass dann beim Nachlesen hier etwas nicht stimmt? oder? Wie sieht es denn aus mit den Kosten? Wer kennt sich da etwas aus?
betina


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BeitragVerfasst: Di, 29.4.08 11:05 
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Registriert: Do, 4.10.07 8:53
Beiträge: 168
Wohnort: Aachen
Hallo Bettinas,
du schneidest hier ein Thema an, mit dem viele Hörgeschädigte ein Problem haben.
Die Krankenkassen sind dazu verpflichtet die vollen Kosten zu übernehmen und Hörgeschädigte müssen sich nicht mit Teilkostenzahlungen zufrieden geben. Hierauf weist ja auch das von Dir zitierte Urteil des Bundesverfassungsgericht hin.
Das Problem ist aber, dass dieses Urteil von den Krankenkassen nicht akzeptiert wird und die Krankenkassen häufig genau mit diesem Urteil ihre Absage begründen.
Daher ist ein Verweis auf das 2. von Dir zitierte Urteil wichtig. Denn dieses Urteil besagt noch einmal, dass die Krankenkassen auch Hörgeräte in vollem Umfang übernehmen müssen, wenn Hörgeräte zu Festbeträgen objektiv nicht ausreichen, um die Behinderung auszugleichen.
Dies beweist Du am besten durch die Messdaten des Akustikers, der dazu verpflichtet ist in seinem Anpassbericht zwei Kassengeräte mit dem angepassten Gerät zu vergleichen. Das bessere Gerät muss dann bezahlt werden.
Bei der Antragsstellung auf beide Urteile verweisen und mit Klage vor dem zuständigen Sozialgericht drohen, wenn der Antrag abgelehnt wird.
In der Regel hast Du damit Erfolg. Bei mir war es jedenfalls so.


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 Betreff des Beitrags: Hörgeräte
BeitragVerfasst: Di, 29.4.08 15:03 
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Registriert: Sa, 7.10.06 18:20
Beiträge: 5
Wohnort: Bad Kreuznach
Hallo Betina,

ich musste letztes Jahr 2 neue Hörgeräte bekommen, da die Leistung der alten Geräte nicht mehr ausreichte. Mein Akustiker hat verschiedene Kassengeräte für mich eingestellt, die aber eine zu geringe Leistung hatten, was bedeutet, ich konnte damit nichts verstehen. Am besten kam ich mit den Geräten von Phonak Supero 412 zurecht. Hierbei habe ich 60% der Zahlen verstanden. Bei allen anderen Geräten war es weniger. Normalerweise hätte ich bei den beiden Hörgeräten einen Eigenanteil bezahlen müssen. Mein HNO-Arzt hat auf die Verordnung geschrieben, dass ich genau diese Hörgeräte benötige, da ich mit Festbetrags-Geräten keinen ausreichenden Hörgewinn hätte. Daraufhin hat meine Krankenkasse die vollen Kosten übernommen. Das bedeutet natürlich auch, dass ich bei künftigen Reparaturen keinen Eigenanteil bezahlen muss.

Herzliche Grüße von Barbara


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BeitragVerfasst: Mi, 30.4.08 9:29 
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Registriert: Di, 14.8.07 18:09
Beiträge: 102
Und mir wurde 1 HG verordnet, das 30dB zu leise ist! :evil:
Nur weil ich Oticongeräte mag. Und SUMO-DM war zu stark.
Jetzt habe ich Tego Power, einen Tic schwächer.
Aber was fürn Tic schwächer! :o

_________________
CI-Trägerin, fast 20 Jahre


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BeitragVerfasst: Mi, 30.4.08 10:03 
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Registriert: Mo, 30.1.06 20:52
Beiträge: 124
Hallo betina,

wie du siehst,sind die Antworten voller Groll und das nicht zu unrecht.
Auch wenn das Gesetz besagt, das ein Hörgeschädigter mindestens einen Anspruch auf ein Gerät hat, das seinem Hörwert entspricht, sieht die Realität oft anderst aus. Das Problem bei diesem Gesetz! Es ist auf jeden einzeln bezogen und muss meistens mit viel Zeit eingklagt werden. Das nächste Problem ist, wenn ein Richter den Argumenten der Krankenkassen glauben schenkt, so ist sein Urteil rechtskräftig und die nächste Instanz wäre an der Reihe. Die Urteile richten sich also nach den Argumenten der jeweiligen Beteiligten und kann von Richter zu Richter unterschiedlich ausfallen. Am besten ist, wenn du dich an eine Hörgeschädigtenberaterin wendest, die kann dir hierüber mehr sagen und dich gegebenfalls auf einem solch steinigen Weg begleiten. Leider wehren sich noch viel zu wenige gegen diese Willkür und so bleiben wohl auch die Lücken in diesem Gesetz noch eine Weile bestehen. Hätte dir gerne eine bessere Antwort gegeben! Hoffe aber, das ich dir ein wenig helfen konnte bei deiner Frage.

LG Belle

_________________
Das Herz lügt nicht!


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