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BeitragVerfasst: Do, 12.1.06 16:08 
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...gestern Abend dann also wieder mal "Hepp-Zeit" im deutschen TV, diesmal bei den Privaten, Einspielbeitrag mit anschließendem Interview bei Günther Jauch im "stern.Tv". Und wieder hat sich, Peter Hepp, wie schon bei Kerner, sehr eindrucksvoll, aber auch sympathisch und mit Humor präsentiert.

Sicher kann man diese Auftritte im TV, bei denen ja auch Frau und Sohn der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kritisch sehen, doch war keiner der Auftritte von zur Schau gestelltem Mitleid oder Voyeurismus geprägt, im Gegenteil: Peter Hepp hat was zu sagen, und - hier wird die Behinderung zum Vorteil - man fällt ihm nicht ins Wort, die Art der Kommunikation erfordert eine vielfach in den Talk-Sendungen missachtete Grundregel einzuhalten: das Gegenüber ausreden zu lassen, geduldig zu warten, auch wenn der Gefragte etwas weiter ausholt.

Dass Menschen sich für diese Welt der Taub-Blinden interessieren, zeigt wohl auch der Erfolg seines Buches. Nachdem ich erstaunt hörte, dass Jauch es einen "Besteller" nannte, habe ich eben nachgeschaut: Amazon Verkaufsrang 17, bei den Topsellern der letzten 24 Stunden auf Platz 13. Alle Achtung, ich vermute mal der Laden verkauft nicht gerade wenig Bücher...


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BeitragVerfasst: Do, 12.1.06 17:45 
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Hi Tigerente,

Dir zunächst erst mal alles Gute zum neuen Jahr und schön wieder von Dir zu lesen.

Es ist schon wichtig, dass in der Öffentlichkeit mehr über die Taubblinden (gehörlos + blind) aufgeklärt wird.
In den Selbsthilfegruppen haben sich die Betroffenen zusammen getan und sind immer mehr eigenständig. Sie fordern zu Recht in Zusammenarbeit auch mit anderen Behindertenverbänden Dolmetscher für Lormen und taktile Gebärdensprache und Begleitdienste.

Und Herr Hepp zeigt ganz gut, dass auch wir, die wir gehörlos und blind oder gl + stark sehbehindert sind, in der Gesellschaft vieles mithelfen können. Und auch die vielen verschiedenen Aufgaben mit erledigen können, wenn diese Lormdolmetscher zur Verfügung stehen. Sie können das genauso gut, wie es verschiedene Gehörlose und Schwerhörige auch schon jahrelang tun.
So weit man ihn kennt, macht er seine Arbeit sehr gut. Schon damals im Deutschen Gehörlosenbund war er immer sehr aktiv bei der Sache und hat sich oft selbst zu Wort gemeldet.Und die Probleme offen gebärdet.

Wichtig ist auch, dass die Nichtbehinderten darüber Bescheid wissen. Nur so kann ein gutes Mit- und Füreinander entstehen. Und das geht am besten in den öffentlichen Medien.

Alles Gute

Phoenix

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Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch der, der uns gerade gegenübersteht und das notwendigste Werk ist stets Hilfen ermöglichen.


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BeitragVerfasst: Fr, 13.1.06 10:32 
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So ein Mist, da hatte ich im Taubenschlag von dem Auftritt in Stern TV gelesen und wollte das eigentlich auch sehen, habe es dann aber Mittwoch abend doch vergessen :shake: :kopfpatsch:

Naja, nächstes Mal passe ich besser auf.

Gruß Rainbow


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BeitragVerfasst: Sa, 14.1.06 11:27 
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Beiträge: 1
Ich finde es mehr als traurig, dass sowohl bei J.B.Kerner als auch bei G.Jauch nur während des Beitrages über Herrn Hepp eine Dolmetscherin eingesetzt wurde.Davor und danach :nichts.
Sollte nicht erst recht nach der Auseinandersetzung mit dem Thema u.a. Gehörlosigkeit ein andere Gestaltung der Sendungen auf Dauer stattfinden?


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BeitragVerfasst: So, 15.1.06 21:00 
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Hallo! :D

susi hat geschrieben:
Ich finde es mehr als traurig, dass sowohl bei J.B.Kerner als auch bei G.Jauch nur während des Beitrages über Herrn Hepp eine Dolmetscherin eingesetzt wurde.Davor und danach :nichts.

Ich finde, dass RTL Stern TV sich damit (wieder mal??) selbst disqualifiziert hat.

Um das zu ändern - Hmm, wie ist es DAMIT? ;)

Ich halte es für wichtig, dass sich die GL und alle weiteren gebärdensprach-kompetenten Menschen "nach aussen hin" als einig zeigen.

Es gibt ja ziemlich viele GL, gebärdensprach-kompetente Hörende, Pantomimen, Schauspieler, die sich irgendwie mit TV und der Arbeit hinter den Kulissen auskennen. Stimmt?

Mein Eindruck: Bisher wird diese KRAFT aber nicht genutzt!

Soviele gl Kinder haben Eltern mit inzwischen gereifter Gebärdensprach-Kompetenz. Diese Eltern sind garantiert auch in Berufen tätig, die für den Umgang mit den Medien wichtig sind: Innerhalb der Sende-Anstalten, Juristen, Journalisten. In den GL (und auch in den SH...!!)-Schulen dürfte man wissen, welche Eltern entsprechend angesprochen werden könnten. Ich bitte Euch: Nutzt doch diese Kraft!

Ich bitte Euch sehr: Macht bitte endlich Schluss mit dem Dauer-Gejammer...dem "man-müsste-mal" und dem "die-Hörenden-sollten-erst-recht"...

lg von biene63


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BeitragVerfasst: Mo, 16.1.06 9:14 
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@ biene63:

Das ist schon längst geschehen, wo auch viele Spitzenverbände der Gehörlosen und Hörgeschädigten in Deutschland in einem gemeinsamen Brief an alle Fernsehsender, auch die Privaten, geschrieben haben für mehr Untertitel und GSD-Einblendungen.

Während die öffentlich- rechtlichen Fernsehsender schon immer voran gehen, tun sich die anderen immer noch schwer, obwohl hier und da auch schon Untertitel in ihren Sendungen einblenden.Aber noch immer fehlen auch bei den öffentlich-rechtlichen TV Sender komplett für Kindersendungen die GSD-Einblendungen und UT.

Insgesamt muß man immer dahinter bleiben und die Verantwortlichen auf die Füße treten. Das stimmt.
Entscheiden tun letztendlich immer die Herrschaften im Rundfunkrat. Aber das sitzt leider bis heute kein Betroffener von uns, der mitreden und mit entscheiden könnte.

Herzliche Grüße nach Berlin

Phoenix

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 Betreff des Beitrags: TaubblindeSendung mit Peter Hepp
BeitragVerfasst: Mo, 16.1.06 20:48 
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@Phoenix

Ich denke, Du wirst mich verurteilen. Ich habe die Sendung zufällig (spätnachts/Wiederholung) gesehen. Manchmal hatte ich mit Taubblinden zu tun, manchmal besuchte ich eine Schulklasse. Etwas Information bekam ich aus den USA (das ist ein anderes Land, eine andere Kultur). Peter Hepp ist an sich ein sympathischer Mann, seine Frau ist zu bewundern. Was immer zwei Menschen verbindet ist ihr ureigenstes Gefühl. Es steht einem Außenstehenden nicht zu sich einzumischen.

Aber wenn man die Sendung betrachtet, fragt man sich, der Mann hört nicht, später kam die Sehbehinderung. Seine Frau ist lieb, freundlich, eine hübsche Frau. Aber es steht da unsichtbar eine harte Frage im Raum: "Wieviel kann ein Mensch ertragen?"
Taubheit ist genug, man muß durchkommen, aber Sehbehinderung dazu, das ist zuviel. Ich hoffe, ich darf schreiben, was ich vor mir selber denke, ohne Höflichkeit.


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BeitragVerfasst: Mo, 16.1.06 21:06 
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Aloha Auerhahn,

ich finde deinen Beitrag auf bemerkenswerte Weise immer noch
zu höflich. Kannst du es vielleicht noch etwas unhöflicher verfassen?
:-)))

~Luke

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deitschsprachig? gebärdensprachig! :-)))


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BeitragVerfasst: Mo, 16.1.06 21:52 
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@ Auerhahn
Also, mir ist leider nicht ganz klar, was du eigentlich sagen willst:

a) was heißt "...Peter Hepp ist an sich ein sympathischer Mensch" ? Da erwarte ich anschließend das große ABER. Was willst du genau kritisieren?

b) Was willst du mit der Bemerkung, dass seine Frau eine " liebe, freundliche und hübsche" Frau sei, in Zusammenhang mit der "harten" Frage: " Wieviel kann ein Mensch ertragen?" ausdrücken?
Nach dem Motto: Ist soviel Liebe und Schönheit für einen Taubblinden noch erträglich? Oder fragst du dich, wie seine Frau, wo sie doch so hübsch ist, einen taub-blinden Mann ertragen kann? Also zu letzterem ist wohl zu sagen, dass eine Beziehung wohl auch immer ein gegenseitiges Ertragen ist, und dass ich eigentlich nicht finde, dass zwei Menschen ihre Liebe erklären oder sie rechtfertigen müssen.

c) "Taubheit ist genug, ...aber Sehbehinderung dazu, das ist zuviel": Tja, niemand wünscht sich wohl ernsthaft ein doppeltes Handicap und seine tiefsten Krisen und die Einsamkeit streitet auch ein Peter Hepp nicht ab, aber ob das "zuviel" ist, wer bin ich, dass ich das entscheiden kann? Soll das der warme Ratschlag sein: "gib dir die Kugel, mein Freund!"? Und wirklich hilfreich für ein - trotz aller Einschränkungen - weiterhin erfülltes Leben ist diese selbstmitleidige Erkenntnis ja auch nicht unbedingt, oder?


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BeitragVerfasst: Mo, 16.1.06 23:10 
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Tigerente, einerseits stimmt es, Auerhahn schreibt
etwas schwer verständlich um das eigentliche Thema
herum mit persönlichen Bemerkungen über Peter Hepp und
seine hübsche Frau.
Anderseits hat Auerhahn den Mut heikle Themen
anzusprechen!
Das darf man nicht einfach mit "die Kugel geben"
kommentieren.
Warum schreiben hier immer weniger?
Vieleicht weil alle Angst haben heikle Themen anzusprechen?
Oder weil niemand etwas gegen die "offizielle political Korrektness" schreiben möchte?
Also, meine Meinung zum Thema:
Für alle tauben Menschen, auch für Schwerhörige,
ist eine zusätzliche Sehbehinderung ganz schlimmer Horror.
Peter Hepp schafft es, mit diesem Schicksal ein positives
Leben zu führen.
Das ist einerseits bewundernswert, anderseits darf man
solche Ausnahmemenschen niemals zum Masstab für andere
behinderte Menschen machen!
Bei der Fernsehsendung über Peter Hepp musste ich an
einen ehemaligen Mitschüler denken.
Der konnte nicht besonders gut Lippenlesen.
Seine Mutter hat ihm vorgehalten, das die taubblinde
Helen Keller durch Handauflegen von den Lippen ablesen konnte
und er ist nur taub und er soll sich gefälligst mehr Mühe geben
Lippenlesen zu lernen usw.
(Dieser Unsinn über Helen Keller und das sie mit Handauflegen
verstehen konnte, was gesprochen wurde, stand damals, vor über
vierzig Jahren, in einem Zeitungsartikel.)
Tja, und letzten Samstag traf ich zufällig einen jungen Gehörlosen
der stinksauer war über die Fernsehsendung mit Peter Hepp.
Sein hörender Chef hat die Fernsehsendung gesehen und
ihm "aufmunternd" gesagt, er soll froh sein, nur taub zu sein
und nicht meckern über geringen Lohn, Benachteiligung usw.

Wie ein Mensch individuell mit einer Behinderung fertig
wird, ist sehr abhängig von allgemeinen Lebensverhältnissen
(gute Ehepartner - alleinstehend, gute Eltern - "hilflose" Eltern, finanzielle Unabhängigkeit - Sorgen um den Lebensunterhalt, usw)
Was ein Mensch aushalten kann und wo definitiv Schluss ist,
kann nur der betroffene Mensch selbst bestimmen!


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BeitragVerfasst: Mo, 16.1.06 23:32 
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@Auerhahn:

Ich verurteile Dich nicht. Aber ich finde es schade, wie Du die betroffenen Menschen begegnest. Wenn Du sagst oder denkst: "Oh der Arme...." , dann ist schon von vornherein eine Sperre vorhanden zu einer guten Begegnung. Du hast Dein Urteil gefällt, ohne diesen oder jenen erst richtig kennengelernt zu haben.

In den Begegnungen mit anderen hörsehbehinderten und taubblinden Menschen wirst Du erkennen, wie innerlich stark diese sind und ihr Leben meistern. Es ist eine zwanglose Unterhaltung mittels Lormen und taktile Gebärdensprache gegeben, die viel Freude weitertragen kann.Hast Du schon mal versucht diese Begegnungen zu ermöglichen?

Herr Hepp kann das Ganze gut erklären und als Selbstbetroffener kann man vieles nachvollziehen.
Ich bin gehörlos und stark sehbehindert, na und.
Ich kenne das Ehepaar Hepp sehr gut aus unserer gemeinsamen Arbeit mit gehörlosen, hörsehbehinderte und taubblinde Menschen. Die Frau kann sehr gut dolmetschen.

Ich wünsche Dir viele gute Begegnungen mit Menschen, wo Du innerlich gestärkt Deinen weiteren Weg gehen kannnst.

Alles Gute und herzliche Grüße in den Süden

Phoenix

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BeitragVerfasst: Di, 17.1.06 6:37 
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Laut Lukbo soll ich mich unhöflicher ausdrücken. Kann ich auch, will aber nicht.

@tigerente
Du suchst Kritik an meinem Beitrag, Dir ist wieder einmal nicht ganz "klar"...
Ein Uneingeweihter, der mit taubblinden Menschen keine Erfahrung hat, oder das Problem zuerst einmal am Bildschirm erfährt ist betroffen. Zunächst, das Ehepaar sieht symphatisch aus, die Ehefrau hört, dolmetscht. Sie ist frei, wäre sie nicht frei, sähe die Sache anders aus. Vom "die Kugel geben" ist in meinem Beitrag nichts gemeint.
Nur, der Mensch ist ein menschliches Wesen, er ist nicht immer und jeden Tag gut aufgelegt, dafür steht die Frage: "wieviel kann ein Mensch ertragen?" Es ist ein umfangreiches Thema.

@Phönix

Bei Schiller (Die Räuber) steht der Satz: "Frei sei der Mensch, frei ist er geboren..." daran muß ich oft denken. Besonders
wenn besondere Behinderungen im Fernsehen gezeigt werden.
Man diskutiert nicht gerne darüber - wie Du erwähnst, es schreiben nicht viele Menschen zum Thema - weil sie nicht wissen, auf welche Minen sie treten würden, wenn sie etwas sagen.

Ich denke mir, wenn ein Mensch Belastungen bekommt, versucht er zunächst damit fertig zu werden und manchmal wächst seine Stärke, er will es trotzdem schaffen.

Ich habe da nicht Mitleid, eher Anerkennung, Bewunderung, aber ich könnte das nicht. Mir ist meine Gehörlosigkeit schon genug. Ich habe zB.sehr lange versucht, im Vereinswesen für gehörlose Personen etwas zu erreichen. Ich kenne die Bösartigkeit und den Hinterhalt, dem man da ausgesetzt ist, sei es durch Behörden, Dolmetscher, Arbeitgeber oder Kollegen, gehörlose Personen selber. Ich bin oft in eine Situation gekommen, wo ich mich fragte: "warum tu ich mir das an, brauche ich das?" In diesem Sinne sehe ich bei Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind oft eine besondere Robustheit, die ich nicht habe. Vielleicht gleicht die Natur da was aus.

Ich kenne Leute, die hören und sehen, wohnen irgendwo in einem Miethaus im vierten Stock und meiden den Kontakt mit der Umgebung. Die einzige Informationsquelle ist das Fernsehen.
Sie haben Berührungsängste, lehnen Kontakte ab und lassen sich alles in die Wohnung bringen. Diese Leute haben von der menschlichen Bosheit unserer Gesellschaft genug.Das gibt es halt auch, es muß mir nicht unbedingt als Kritik ausgelegt werden. Jeder hat halt seinen "status quo".


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BeitragVerfasst: Di, 17.1.06 7:04 
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Ich glaube, die Frage "Wieviel kann ein Mensch ertragen" kann man sich in vielen Situationen stellen. Wieviel können die beiden Kinder ertragen, die kurz zuvor den Vater verloren hatten und deren Mutter und jüngere Schwester jetzt bei dem Eishallenunglück in Bad Reichenhall starben ?
Wieviel können Verbrechensopfer ertragen ?

Ich stimme dem zu, was hier schon geschrieben wurde: Das müssen die Menschen individuell wissen.

Als jemand, der hören und sehen kann, wäre es für mich auch ein furchtbarer Schlag, auf einmal beider Sinne beraubt zu sein. Das sieht für jemanden, der es nicht anders kennt, wohl anders aus.

Ich persönlich finde Peter Hepps Art, mit der Taubblindheit umzugehen, sehr bewundernswert und auch vorbildlich; er zeigt, daß das Leben trotzdem noch so viel Schönes zu geben hat und daß auch die Taubblinden selbst der Gesellschaft viel zu geben haben. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, daß er Christ ist und an Gott glaubt. Das hilft einem über viele Schläge und Härten hinweg.

Liebe Grüße
Rainbow


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BeitragVerfasst: Di, 17.1.06 10:46 
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@Auerhahn:

Ich verstehe schon was Du meinst. Wenn Beziehungen untereinander in der Gemeinschaft nicht oder nicht gut funktionieren, hat das nichts mit einer Behinderung direkt zu tun. Jeder Mensch ist allgemein verschieden. Aber mit guten Willen funktioniert auch ein gutes Zusammenleben. Jeder tue da den ersten Schritt. Leider fällt das vielen schwer, gerade den ersten Schritt zu tun.Sie sind zu verbohrt.

Die Frage: Was kann ein Mensch ertragen? Da könnte man viele Beispiele nennen, wo es einem unter die Haut geht.
Was können die Kinder ertragen, deren Eltern plötzlich bei einem Verkehrsunfall nie wieder nach Hause kommen? Oder Eltern, deren einziges Kind plötzlich stirbt? Oder das Kind, deren Eltern und Geschwister bei einem Wohnungsbrand gestorben sind? Man könnte vieles weiterschreiben.

Man fällt in ein tiefes Loch wo man mit viel Willen und guter Hilfe von ehrlichen Freunden wieder herausfinden kann.
So ging es mir auch, als die Diagnose vom Augenarzt kam.
Wenn man sich darauf einstellt, Mobilitätstraining und vieles mehr absolviert und mit anderen Betroffenen und auch andere Behinderte zusammenarbeitet an Barrierefreiheit zum Beispiel, wird vieles allgemein besser und stärkt das Selbstbewußtsein.

Rainbow hat es mit dem letzten Satz auf dem Punkt gebracht. Es gibt da noch was, was einem viel Kraft gibt über alle Härten des Lebens hinwegzukommen.

Herzliche Grüße in den Süden

Phoenix

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BeitragVerfasst: Mi, 18.1.06 20:22 
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@ Auerhahn
Ich fürchte, unser Kommunikationsproblem bleibt bestehen, ich würde ja gerne mit Phoenix einstimmen, dass ich jetzt verstehe, was du meinst, aber auch nach deiner Antwort lichten sich die Nebel nicht...sorry.
a) Ich SUCHE nicht Kritik in deinem Beitrag, ich habe dich lediglich gefragt, was DU kritisieren willst. Man hat mich gelehrt zu fragen, wenn ich was nicht verstehe, bis jetzt bin ich damit ganz gut gefahren und erlaube mir auch weiterhin zu fragen, wenn mir Dinge nicht "klar" sind.
b) Vielleicht bin ich zu doof, was meinst du damit, M. Hepp sei "frei"? "Sie ist frei, wäre sie nicht frei, sähe die Sache anders aus.." Tut mir leid, ich habe keine Ahnung, was du damit sagen willst, erklär's mir...
c) "Nur, der Mensch..."wieviel kann ein Mensch ertragen?": Was hat das eine mit dem andern zu tun? Ich sehe da keinen Zusammenhang, niemand ist immer nur fröhlich und glücklich, jeder hat seine Tagesform, ok. Aber du schriebst doch von der "harten Frage", die da "unsichtbar im Raum" stehe, das Leben unerträglich finden ist meiner Ansicht nach schon etwas anderes als "nicht immer und jeden Tag gut aufgelegt" zu sein, oder?
d) ein umfangreiches Thema (das sage ich auch immer, wenn ich keine weiteren Nachfragen mehr wünsche....)



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