Taubenschlag-Foren
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Können Taub-Seh-Behinderte einen Beruf ausüben?
http://gehoerlose.de/viewtopic.php?f=21&t=2224
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Autor:  Beethoveny [ Fr, 11.11.05 19:54 ]
Betreff des Beitrags:  Können Taub-Seh-Behinderte einen Beruf ausüben?

zum weiterdiskuttieren aus dem "Weihnachtsbücher-Thread"
poste ich mal gleich fragen u. antworten von rainbow u. phoenix

Autor:  Beethoveny [ Fr, 11.11.05 19:55 ]
Betreff des Beitrags: 

RAINBOW fragt:
Hallo Phoenix,

entschuldige bitte (die anderen Betroffenen auch) die wahrscheinlich blöde Frage.....

Du hast geschrieben, daß alle Hauptpersonen in den Büchern zeigen, daß sie in verschiedenen Berufen gut mitarbeiten können.

Nun ist das so, daß ich vor meinem ersten Gebärdenkurs mit der Gehörlosenberaterin unserer Stadt gesprochen habe und auch mit einigen anderen Leuten, die u.a. mit Taubblinden befaßt sind oder waren - die habe ich bei einem Begleiterseminar kennengelernt, wo ich auch das Lormen mal gelernt habe.

Mir ist da gesagt worden, daß kaum ein Taubblinder einer Arbeit nachgeht/nachgehen kann....konkret wurde da nur jemand namens Helge genannt, über den es mal einen Beitrag im Fernsehen gegeben hatte und der als Masseur arbeitet. Gut, und jetzt seit neuestem weiß man ja von Peter Hepp.

Wie ist das denn jetzt mit der Berufstätigkeit von Taubblinden - tatsächlich so wenige ? Oder sieht das nur in anderen Ländern anders aus als in Deutschland ? Oder hat sich da in der Zwischenzeit einiges geändert - und wenn ja, in welchen Berufen arbeitet Ihr dann ?

Ich hoffe, ich habe mit der Frage jetzt niemanden gekränkt !

Gruß Rainbow

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PHOENIX antwortet:

Hallo Rainbow,

hierzu sollten wir eigentlich ein neues THema aufmachen. Denn hier nur Literatur veröffentlichen.

Aber nur soviel: Seit der Verabschiedung des Sozialgesetzbuches IX und Bundesbehindertengleichstellungsgesetz hat sich schon vieles zum Guten verbessert. Den Betroffenen stehen Assistenten und Gebärdensprachdolmetscher, die auch Lormen und taktile Gebärdensprache beherrschen zur Verfügung. Es gibt gute Förder- und Rehamöglichkeiten. Denn gerade Gehörlosen und Schwerhörige bekommen die Augenerkrankung Usher Syndrom zum Beispiel mitten in ihrem Arbeitsleben. Da muss am Arbeitsplatz einiges beachtet werden, wenn es weiter gehen soll.

Du hast hier keine blöde Frage gestellt. Ich kenne die Gespräche ja auch. Ohne Fragen gibt es auch keine Antworten. Also ist der Dialog untereinander schon wichtig.

Dir alles Gute und frohe Grüße

Phoenix
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Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch der, der uns gerade gegenübersteht und das notwendigste Werk ist stets Hilfen ermöglichen.

Autor:  Rainbow [ Di, 1.8.06 10:14 ]
Betreff des Beitrags: 

Was für Berufe können Taubblinde denn ganz konkret ausüben - außer jetzt das, was Peter Hepp zum Beispiel macht ?

Gruß
Rainbow :sheep:

Autor:  Phoenix [ Di, 1.8.06 12:21 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Rainbow,

das was Peter Hepp macht,können andere Betroffene auch, wenn sie sich berufen fühlen dazu.
Dazu sind ja viele Betroffene auch in ähnlichen Berufen voll mit dabei.

Es gibt nach Rehamaßnahmen auch Berufe, die man mit Hörsehbehinderung und Taubblindheit weiterführen könnte und zwar als Korbmacher zum Beispiel.

In Winnenden hat man jetzt auch was aufgebaut, um diese Personen noch besser integrieren zu können.

Alles Gute

Phoenix

Autor:  Rainbow [ Mi, 2.8.06 13:43 ]
Betreff des Beitrags: 

Gibt es denn so viele Stellen zum Beispiel als Korbmacher ?

Wie ist denn überhaupt die Altersstruktur bei den Hörsehgeschädigten bzw. Taubblinden - das sind doch sicher mehr ältere Mitbürger, die allein schon aufgrund des Alters nicht mehr erwerbstätig sind ? Oder gibt es da sehr viele auch jüngere Leute ?

Liebe Grüße
Rainbow :angel:

Autor:  Phoenix [ Do, 3.8.06 15:02 ]
Betreff des Beitrags: 

Wie genau die Statistik und Alterseinteilung in Prozenten bei den Hörsehbehinderten und Taubblinden ist, wird man in Zukunft noch erfahren. Denn auf diesem Gebiet wurde noch nicht so viel nachgeforscht wie bei anderen Bereichen.Wenn mehr Diplomarbeiten auch zum Thema der Taubblinden geschrieben wird, dann wird man mehr erfahren, wie es auch in anderen Ländern ist.

Es gibt aber viele Kinder und Jugendliche, welches man aus der Zahl der Frühförderstellen , Kindergärten und Schulen für Hörsehbehinderte und taubblinde Kinder ersehen kann.

Berufstätige Hörsehbehinderte finden in Blindenwerkstätten oder geschützten Werkstätten Beschäftigung. Daneben gibt es auch eine Gruppe Gehörloser , die während ihrer Berufstätigkeit im Betrieb auch zusätzlich sehbehindert wurden.Hier sind dann Reha-Maßnahmen notwendig, um im eigentlichen Beruf oder im anderen behindertengerechten Arbeitsplatz weiterarbeiten zu können.
Diese können gut auch als Behindertenbeauftragte arbeiten, wobei es ja schon einige gibt. Auch als Sozialarbeiter oder Montagearbeiten und vieles mehr.

Alles Gute

Phoenix

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