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BeitragVerfasst: Do, 3.3.05 12:31 
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Es gibt verschiedene Kommunikationsform unter Usher-Typ I und Usher-Typ II.

Usher -Typ 1
Menschen mit dem Usher-Syndrom Typ I sind bei der Geburt gehörlos.
Usher -Typ 2
Diese Menschen mit dem Usher-Syndrom Typ II sind von Geburt an schwerhörig.

Es gibt drei verschiedene Taubblindengruppen, die verschiedene Kommunikationsmittel benutzen.
• taubblind Geborene
• lautsprachliche orientierte Taubblinde
• gebärdensprachliche orientierte Taubblinde

So wird das verschiedene Kommunikationsmittel mit Usher-Typ assoziieren.
Kommunikationsformen von Personen mit Usher Typ 1 (gebärdensprachliche orientierte Taubblinde):
• taktile Gebärdensprache
• Häufigste Kommunikationsform ist Lormen.
• und teilweise taktile Fingeralphabet

Kommunikationsformen von Personen mit Usher Typ 2 (lautsprachlich orientierte Taubblinde):
• Tandem: paralleles Abfühlen und akustische Wahrnehmung des Gesprochenen
• Hören mit speziellen Hörgeräten, Sprecher befindet sich nah am Ohr
• Schriftdolmetscher mit entsprechender technischer Ausstattung (Braille-Zeile am Computer)
• Häufigste Kommunikationsform: Lormen

Wichtiges Hinweis: Es gibt doch die Menschen mit Usher-Typ II, die gebärdensprachliche orientierte Taublinde sind.

Kommunikationsformen von taubblind Geborene benutzen hauptsächlich „Tastensprache“ So weiß ich auch nicht viel über taubblind Geborene.


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BeitragVerfasst: Do, 3.3.05 13:48 
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@deafusher

danke für deine genauen ausführungen!
die meisten usher-betroffenen benutzen aber sicher gebärdensprache (ohne abfühlen), solange sie noch genügend sehen oder?
und lautsprachorientierte usher-betroffene werden sicher bis zuletzt lippen lesen. ich kenne 2 schwerhörige betroffene. und ich frage mich, wie sie wohl später kommunizieren wenn sie lippenlesen nicht mehr erkennen... :cry:
da finde ich es im vorteil, gebärden zu können für späteres taktiles abfühlen. sonst bleibt nur noch lormen für diese gruppe usher-betroffene. denn im nachhinein sind gebärden kaum zu lernen oder (ohne zu sehen)

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BeitragVerfasst: Do, 3.3.05 19:01 
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Hallo DeafUsher,

Danke für die Ausführungen zu den Kommunikationsformen. Bei den Taubblind geborenen habe ich auch das taktile Gebärdensprache beobachtet. Bei andeen wiederum das Lormen. Es liegt tatsächlich auch an der Person, wie am besten die Kommunikation funktioniert.

Demnach müßten die Begleitpersonen alle Kommunikationsformen beherrschen? Oder diese bleiben immer bei einer bestimmten Person.
Wie denkst Du zu den Anforderungen der Begleitpersonen?

Dann Dir alles Gute und herzliche Grüße ins Rheinland

Phoenix

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BeitragVerfasst: Fr, 4.3.05 9:51 
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@DeafUsher,
"Tandem"? Meinst du "Tandoma"?

In den USA heisst das Abfuehlen am Hals und Lippen "Tandoma Methode". Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Wort fuer deutsche Sprache so abgewandelt wird.

Viele Usher Type II Betroffene sind auch GS-orientiert. Ich kenne auch manche taubblinde, die GS als Blinde erlernt haben und sie taktil aufnehmen. Natuerlich nicht leicht. Das Fingeralphabetieren, Lormen oder Braille-Lesen durch Schriftdolmetscher werden fuer sie eher eingesetzt in Dolmetschsituationen wegen noetiger Geschwindigkeit.

Hartmut


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BeitragVerfasst: Fr, 4.3.05 13:54 
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Wohnort: Rheinland
Beethoveny:
Deine Frage: die meisten usher-betroffenen benutzen aber sicher Gebärdensprache (ohne abfühlen), solange sie noch genügend sehen oder? Antwort: Ja, richtig. Dann soll zwischen zwei Gesprächpartner 1,5 Meter Abstand stehen, damit die Betroffenen die Gebärdensprache sehen können.
Für die lautsprachorientierte usher-betroffene soll die Gebärdensprache lernen, empfehle ich es sehr. Falls sie nicht mehr vom Mund ablesen können. Da können sie die verschiedene Kommunikationsform beherrschen, ist sicherlich ein dickes Plus. :D

Phoenix:
Bei den Taubblind geborenen hast du auch die taktile Gebärdensprache beobachtet. Hört sich aber gut an. :) Ich werde irgendwann nach Hannover zum Taubblindenwerk besuchen. Dort leben taubblind Geborene im Internat/Schule. Ich bin gespannt, wie kommunizieren die taubblind Geborene eigentlich?
Deine Frage: Demnach müßten die Begleitpersonen alle Kommunikationsformen beherrschen? Es wäre schon, wenn ein TBA (Taubblindassistent) alle Kommunikationsform beherrschen kann. Bis heute gibt so was nicht, was ein Assistent sich leisten kann. In U.S.A, Skandinavien ja. Ein Taubblind oder stark eingeschränkte Sehbehinderte (gl/sh) braucht aber bei der Vortrag einen Assistent (für Begleitung) und einen Dolmetscher (Übersetzer, egal welche Form).

Hartmut:
Es kann sein, dass ich „Tandem“ falsch geschrieben habe. :augenkuller:


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BeitragVerfasst: Di, 5.4.05 21:17 
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@all
im mai findet das 1.usher-treffen statt in linz. endlich steht der termin fest.
habt ihr tipps wie sich alle wohlfühlen? ich glaube nämlich schwerhörige usher/sehschwache haben andere bedürfnisse als gebärdensprachkompetente....
braucht man für so ein treffen eine induktionsanlage? soll jemand in lautsprache übersetzen was betroffene in gebärden erzählen?
oder einfach nur probieren, in kleinem kreis unterhalten...
papier u. stifte bereitlegen zum schreiben?
viel gedanken u. viel vorbereitung.
ciao beethoveny

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BeitragVerfasst: Mi, 6.4.05 12:56 
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Wohnort: Thueringen
@beethoveny:
Ich bin doch sehr froh, dass es nun auch im Süden mit Selbsthilfegruppen für sehbehinderte und taubblinde Gehörlose und Hörgeschädigte gut vorangeht. Der Austausch untereinander ist ganz wichtig, um verschiedene Hilfen zur Bewältigung des Alltags möglich zu machen.
Ganz herzlichen Dank den Organisatoren und Mithelfern!
Wie gut, daß es Euch gibt! :)

Ich würde vorschlagen, auch den Schwerhörigenverein oder SHG für SH in Linz zu informieren. Diese haben sicher auch eine transportable Induktionsanlage.
Man sollte auch an die Helfer denken, die das Lormen und taktile Gebärden beherrschen. Auch an Papier und Stifte sollte es nicht fehlen.

Dann wünsche ich Euch alles Gute und ein gutes Gelingen der ersten Zusammenkunft.

Liebe Grüße in den Süden

Phoenix

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BeitragVerfasst: Mi, 6.4.05 13:52 
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Beethoveny

Toll, dass 1.Usher-Treff bald in Linz stattfinden wird. Ich freue mich es sehr. Der Austausch untereinander ist unheimlich sehr wichtig. Welcher Tag im Mai findet es das Treff statt?

Die Kommunikationsform bei dem Usher-Treff soll irgendwie mal ausprobieren, wie die Kommunikation wie möglich reibungslos läuft. Wie Phoenix geschrieben hat, dass der Helfer die taktile Gebärdensprache und die Kommunikationsmittel beherrschen können, ist wichtig.

Dann wünsche ich dir viel Erfolg bei dem ersten Usher-Treff.

Gruß DeafUsher


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BeitragVerfasst: Mi, 6.4.05 15:38 
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Wohnort: Im schönen Oberösterreich
hallo phoenix u. deaf-usher!
ja erst mal alles ausprobieren. zum beschnuppern u. probieren ein erstes treffen. da sehen wir, wer kommt u. wer gerne regelmässig kommen möchte. und wer was braucht....da müssen wir uns gegenseitig helfen u. tipps geben, was man besser machen kann. kleine schritte...
gute idee, den schwerhörigen-verein informieren. heute treffe ich jemand, der diesen verein kennt.
um die gehörlosen usher u. sehschwachen mache ich mir ehrlich gesagt weniger gedanken als um die schwerhörigen. gebärden sehen die meisten noch sehr gut. nur in lautsprache...naja...
unten die links, die patrick für mich im thread "links" reingestellt hat.
ciao beethoveny

http://www.patrickcooly.com/auftraege/e1utreff.doc

falls der link nicht funktioniert; hier eine alternative:

http://www.patrickcooly.com/beethoveny/e1utreff.doc

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