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BeitragVerfasst: Mo, 21.7.03 11:01 
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@Britta: Ähhh, wovon sprichst Du? Welche Kinder mit ABI in welcher Kinderklinik, wegen welcher schwerheilbarer Krankenheiten?

Im übrigen, können wir nicht einfach mal Unterstellungen wie die, daß Kinder für die "Interessen und Beweggründe von Erwachsenen nur benutzt und ausgenutzt" werden aus der Diskussion herauslassen? Das bringt uns doch nun wirklich nicht weiter. Ich kann mir auch Interessen und Beweggründe von Erwachsenen ausdenken, die GEGEN das CI sind und diesen ebenfalls nicht schmeicheln.

Pnin


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BeitragVerfasst: Mo, 21.7.03 11:22 
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Ich bin "taub", trage kein CI und lasse keine Ärzte an meine Gehörnerven. Es gibt eben auch taube Menschen, die nicht hören, rundum gesund sind und vor Medizinern in dieser Hinsicht verschont werden wollen.Das sind auch nur Menschen und alle Menschen machen Fehler. Mag sein, dass die Medizin heute vorsichtiger ist als vor Jahren und man an den Fortschritt glauben soll in der Hoffnung, dass es doch noch mal "Licht" wird beim "Nichthörenkönnen".

Es wird immer betont, dass gehörlose Menschen Augenmenschen sind. Viele Gehörlose kennen den Unterschied
zwischen CI und anderen Operationsmethoden nicht. Es wäre besser, wenn man ab und zu skizziert, worum es geht. Es würde dann mehr Diskussionteilnehmer geben.
Nichts für ungut.


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 15:31 
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Oh wei... das ist wieder eine Diskussion...

@Britta: Also die Studie von Frau Prof. Szagun halte ich auch nicht unbedingt für besonders aussagekräftig, bzw. jeder zieht sich aus dieser Studie das raus, was er hören will... Zudem ist wie Pnin schon schrieb Frau Prof. Szagun eben weder Hörgeschädigtenpädagogin noch Medizinerin. Sie hat in ihrer Studie den Spracherwerb untersucht. Das hat mit dem Thema ABI hier nicht unbedingt was zu tun.

Weiterhin stellst auch du Behauptungen auf, die du nicht belegen kannst. Wo steht geschrieben, dass viele Kinder sich von den Erwachsenen ausgenutzt fühlen?!?! Und weshalb ausgenutzt und benutzt??
Das halte ich irgendwie für Quatsch. Es mag sein, dass es auch Kinder/Jugendliche gibt, die in zunehmendem Alter das CI nicht mehr tragen wollen und sich dagegen entscheiden, aber genauso gibt es Kinder und Jugendliche und Erwachsene, die ihren Eltern sehr dankbar dafür sind dass sie ein CI bekommen haben und/oder lautsprachlich erzogen wurden.

@Auerhahn: Du schreibst: "Viele Gehörlose kennen den Unterschied zwischen CI und anderen Operationsmethoden nicht. Es wäre besser, wenn man ab und zu skizziert, worum es geht. Es würde dann mehr Diskussionteilnehmer geben."

--> Ich verstehe nicht ganz was du damit jetzt sagen willst. Man kann doch nicht in jedem Thread über CI oder ABI wieder die Methoden breit treten. Wer sich darüber informieren möchte kann das auf jeder Menge Internetseiten tun und anschließend hier mitdiskutieren.
Über die Operationstechniken und Risiken bei einem ABI wird auf den von Karin angelinkten Seiten ja hingewiesen und auch das Interview bezieht sich darauf.
Was das CI angeht gibt es dazu mittlerweile schon soviele Internetseiten, dass man wirklich nicht mehr lange suchen muss.

Ich finde es schade, dass soviele Gehörlose gegen etwas sind, was sie nicht einmal kennen. Aber es ist nicht unsere Aufgabe hier alle Gehörlosen über das CI bzw. ABI aufzuklären. Wer sich informieren möchte, der muss das schon selber tun und jemand der wirklich verantwortungsvoll und fair mitdiskutieren will, der informiert sich bevor er irgendwelche Unweisheiten verbreitet...

Gruß,
Sternchen

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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 15:43 
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@ Habe ein CI,

wie du Demokratie definierst ist mir eigentlich egal.
Aber, glaubst du im Ernst, dass sachliche Kritik überall erwünscht ist? - Du wirst auch in einer Demokratie generell platt gemacht, wenn du mit einer Kritik (auch wenn sich noch so sachlich und konstruktiv ist) gewisse Leute öffentlichkeitswirksam ins Herz triffst und ihre wirtschaftlichen Interessen bzw. ihre Machtinteressen beschneidest, das ist in der hohen Politik so und das ist auch bei unserer Diskussion um das CI bei gl Kleinkindern so. Diese Leute, die hier an der Implantation bei gl. Kleinkindern sich dumm und dusslich verdienen, die sind auch die lautesten die dann danach rufen, man solle die KritikerInnen platt machen oder aus der Welt schaffen.

Wenn z.B. MONITOR (eine erstklassige Reportage-Sendung von der ARD) kritische Beiträge über korrupte Politiker in einer Demokratie wie Deutschland sendet, dann kommen auch prompt die Kommentare, man solle doch "den Bednarz (damaliger Chefredakteur von MONITOR) in die Wüste schicken!" (Franz-Josef Strauss hatte das damals gesagt, als MONITOR die Machenschaften des damaligen Wirtschaftsministers Strauss und seine korrupten Geschäfte mit dem Iran - Panzerlieferungen etc. - nachgewiesen hatte.)

... auf die Floskel Demokratie gebe ich nichts, egal wer sie für sich in Anspruch nimmt.

Britta


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 15:52 
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@Britta: Nimm's mir nicht übel, aber ich fände es sehr interessant wenn du hier für uns mal belegst WER sich an den Implantationen bei Kleinkindern denn "dumm und dusselig" verdient...

Ich finde es nach wie vor eine Schweinerei allen Ärzten zu unterstellen sie würden nur aus Geldgier den Kindern ein CI implantieren wollen...

Es gibt überall schwarze Schafe, auch unter Ärzten, aber es gibt auch eine ganze Menge Ärzte die wirklich um das Wohl ihrer kleinen Patienten bemüht sind und das CI nicht aus Geldgier empfehlen, sondern deswegen, weil sie glauben, dass es den Kindern HELFEN wird...

Gruß,
Sternchen

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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 15:54 
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Aloha Sternchen,
Zitat:
Sie (Prof. Szagun) hat in ihrer Studie den Spracherwerb untersucht. Das hat mit dem Thema ABI hier nicht unbedingt was zu tun.

... und ich dachte, die Ärzte argumentieren mit CI (und ABI), dass es den jungen Patienten Vorteile bringt wie eine bessere Integration in die hörende Welt, indem sie sich die Lautsprache aneignen können = Spracherwerb?

Na, also woher nehmen sich die Ärzte das Recht, sich auf linguistischem Gebiet zu begeben? Dürfen sie das im Rahmen ihrer medizinischen Tätigkeit tun, aber hier darf der Spracherwerb nicht zur Diskussion kommen?

~Luke

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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 16:25 
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Hi Lucky, beim ABI wird selbst von Ärzten gesagt, die Kinder brauchen trotz ABI auch Gebärdensprache. Sie wissen, dass nicht so viel an Lautsprache kommen kann. Ein bisschen eben( vielleicht) Einer Mutter wurde gesagt, ihr Kind könne, wenn es gut geht ein Auto hupen hören und das dann zuordnen. Vielleicht auch die Stimme der Mutter/des Vaters zuordnen.

Es wird nicht gesagt, das die Kinder in die hörende Welt integriert werden können.. deswegen frage ich ja nach dem Sinn.


ZU Szagun, sie ist die einzige, die keinen Vorteil davon hat, ob die Kinder nun Spracherwerb haben oder nicht. Sie war völlig neutral und ist weltweit eine wissenschaftlich anerkannte Person!
Gruß Karin


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 16:26 
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Hallole Luke,

es gibt sehr viele medizinische Fachrichtungen, z.B. die pädiatrische, die chirurgische, die urologische etc.... - und so ist es auch ein medizinisches Gebiet, auf dem nachgewiesen wurde, wie der Zusammenhang zwischen der Bildung von Hör- und Sprachzentren durch neurotrophe Hormone (= nervenwachstumsfördernde Hormone) wie auch der Produktion dieser Hormone (= Anregung der Produktion nur durch neuronale Reize der Hörsinneszellen etc.) und somit letztlich auch der Chirurgie (= Einpflanzen eines CI's, um eben z.B. diese Produktion der Hormone ==> das Bilden eines neuronalen Hör- und Sprechzentrums) besteht (= Forschung hierzu an der Uniklinik Frankfurt am Main).

Das ist alles sehr medizinisch und hat tatsächlich auch mit Pädagogik zunächst mal gar nichts zu tun. - Die medizinische Seite hat die Aufgabe, genau die VORAUSSETZUNGEN dafür zu "schaffen". - Die pädagogische ist es nun, diese Voraussetzungen zu nutzen, damit nun "Hören" zu lernen. Das ist ja schon immer das uralte Anliegen der Pädagogik gewesen: Dass jede(r) mit den Mitteln, die er hat, etwas lernen kann im Leben, also z.B. Sport, z.B. Hören/Verstehen, z.B. Mathematik etc....

Somit ist es nicht zu Unrecht gesagt, wenn Ärzte ein CI mit der Begründung einsetzen, dass dann z.b. der Lautspracherwerb in Gang gesetzt werden könnte. Denn sie schaffen ja dafür nun die Voraussetzungen überhaupt - durch das Ermöglichen der Produktion der neuronalen Hormone - durch z.B. die CI-OP.

Es ist letztlich ein Gebiet, auf dem sich die Leute die Hand geben können: Die Pädagogen, die Linguistiker, die Medizinier... - deshalb gibts auch auf CI-Tagungen etc. immer wieder das Schlagwort: "Interdisziplinarität"...

Somit darf, kann, soll auch der Spracherwerb zur Diskussion kommen bei Ärzten, denn genau der Spracherwerb kann von den neuronalen Vorgängen her auch rein medizinisch betrachtet werden...

Ob dann die Ärzte die Kompetenz haben, z.B. über den weiteren Schulweg etc. zu entscheiden, ist z.B. eine andere Frage, die sie dann letztlich auch nicht entscheiden können, da es ihre Kompetenz überschreitet. Allerdings bekommen sie Feedback durch die Mitarbeiter z.B. am CI-Centrum Hannover und wissen daher auch, wie viele Kinder, die in welchem Alter implantiert wurden, nun welche Schule besuchen und können daraus auch Ableitungen (und somit auch Aussagen) für ihre medizinischen Bemühungen herleiten.

Grüßle für heut!
lockenfisch


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 16:31 
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Grüß Dich, schönes Sternchen hell und klar,

jau, ich bin auch gespannt, wie Britta auf Deine Frage antworten wird, wer sich an den Implantationen bei Kleinkindern "dumm und dusselig" verdient...

Auf einem anderen Forum haben wir ja auch schon erlebt, dass Britta nicht in der Lage war, auf eine Frage einer CI-Mutter zu antworten...

Liebe Grüße
lockenfisch


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 16:33 
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Aloha lockenfisch,

ok, damit steht eine Argumentationslinie von Pnin eigentlich auf wackeligen Beinen:
Zitat:
@Britta: Da die angesprochene Vermutung von mir stammt, erlaube ich mir, auf Deinen Beitrag einzugehen. Du sagst, du möchtest Dich "streng an die medizinische Seite" halten. Warum zitierst Du dann die Studie von Frau Szagun, die nun gerade keine Medizinerin ist, sondern eine Kognitionspsychologin? Das scheint mir das Grundproblem Deines Beitrages zu sein, daß Du verschiedene Ebene miteinander vermischst, die man - IMHO - strikt trennen sollte.

Zitat:
Der Rest Deiner Argumentation bezieht sich auf das CI - tut hier also nichts zur Sache!

hmm, nicht wirklich plausibel... Ich denke, auch der Spracherwerb und die Integration stehen in engem Zusammenhang mit den Implantationsbemühungen an den jungen Patienten. Nicht zu trennen!

~Luke

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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 16:37 
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Pädagogen sollen Inhalt vermitteln, dazu gehört nicht das Hören! Das sollten (wenn CI oder HGs) die Therapeuten machen.(Logopäden/Auditiv-Verbal-Therapeuten etc)
Ärzte sind zuständig die Voraussetzungen zu schaffen für die Aufnahme von Laut-Sprache (wenn sie es dann immer könnten wäre ja hübsch) sie sollten sich besser aus den pädagogischen Dingen raushalten, natürlich ihr Wissen über Medizin weitergeben in den "gesamten Topf".

Sprachwissenschaftler schauen, ob das denn alles klappt! Und nur Sprachtherapeuten können das beurteilen!

Karin


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 Betreff des Beitrags: AbI
BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 16:50 
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@ zum Beitrag von Karin
Da muss ich Karin ganz recht geben. Ärzte sind für Medizin und Pädagogen (Logopäden) für Sprache zuständig. Ich habe das schon bemerkt, dass das gerne vermischt wird (Ausbau von Arbeitsplätzen unter dem Deckmantel der Forschung/ Finanzierung ). Mann kann jedoch nicht "zwei Herren dienen", der Medizin und der Pädagogik.

@Sternchen
Ich meinte, man soll jedoch auch die Sache näher erklären.
(Aussehen, Zeitaufwand, Kosten/Nutzen, Effekt). Eigentlich sollte das jemand erklären, der weiss, wie die Sache läuft, und was man mit der Sache erreichen möchte.


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 17:30 
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@Lockenfisch: Hut ab! Sehr gut erklärt wie die verschiedenen Disziplinen an die Sache heran gehen. Um es noch einmal zusammenfassend zu sagen: Die Medizin versucht (auf neurologischer bzw. physiologischer Ebene) die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß man hören kann! Die Pädagogik versucht diese Voraussetzungen optimal zu nutzen für die Bildung des Kindes. Warum meine Argumentation nun auf wackeligen Beinen stehen soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Lukbo führt das ja auch nicht weiter aus, sondern meint, mit der Wiederholung meiner Zitate und der Behauptung, es sei nicht zu trennen, sei etwas wiederlegt. Wer das Zitat richtig liest, wird merken, daß ich mich schlicht und einfach gegen Brittas Behauptung wandte, sie argumentiere "streng medizinisch", dann aber Zuflucht bei den Kognitionspsychologen sucht. Meine zugegebener Maßen etwas mißverständliche Aussage, man solle doch die Sachen bitte deutlich trennen, bezieht sich darauf, daß man in der Argumentation unterscheiden solle, woher eine Erkenntniss kommt und auf welcher Ebene des komplexen Phänomens "Ein Kind erlernt die Sprache", diese anzusiedeln ist. Es kann allen Beteiligten sicherlich nicht schaden, dabei auch mal über den eigenen Tellerrand zu sehen.

@Karin: Wenn die Mediziner sich aus den pädagogischen Dingen heraus halten sollen .... sollten dann nicht auch Pädagogen und Dolmetscher sich aus den medizinischen Dingen heraushalten? Nur mal so gefragt!

Pnin


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 17:36 
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Schätzchen, ich operiere nicht!
Karin


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 17:43 
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Aloha lockenfisch,

nun sehen wir, dass die CI-Mediziner sehr wohl zusammenarbeiten mit Logopäden und Pädagogen.

Aber es stellt sich noch eine Frage: in welche Richtung arbeiten DIESE Pädagogen im Bereich CI und Spracherwerb mit den jungen Patienten? Steht die Lautsprache - also die "Deutsche Methode" - stärker im Vordergrund bzw. wird auch die Gebärdensprache mit einbezogen?

Warum hat mir eine Pädagogin aus Wien einmal gesagt, der "Bilingualismus" für CI-Kinder sei "keine richtige Argumentation"? Diese Pädagogen lehnen die Gebärdensprache ab, auf Kosten der meisten Kinder die mit der einseitigen lautsprachlichen Beschulung gezwungen wurden und werden.

~Luke

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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 19:11 
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Aber die HNO-Mediziner (nicht alle natuerlich) reden wiederholt von "Menschsein durchs Hoeren (und Sprechen)" und "Spracherwerb", wo "Sprache" nur "Lautsprache" bedeutet, und irrefuehrendes Wort "Integration". Sie marschierten vor Landtagsausschuessen gegen die GS, im Tandem mit oralistischen HG-Paedagogen, so in Mainz, Wiesbaden und Hamburg. Sie beteiligen aktiv an der Werbung fuer OP-Patienten mit Broschueren, Elternabenden ("Taubstummer vom Zug ueberfahren" von einem Salzburger CI-Chirurgen), Telefongespraechen und persoenlichen Briefen an Eltern, die gegen das CI entschieden haben.

Diese Mediziner haben inzwischen den Ruf eines Gebrauchtwagenhaendlers errungen.

Hartmut


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 19:24 
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Dann frag ich mich doch, wieso wir für hörgeräte "nur" einen Festbetrag" erhalten und für alle anderen Kosten selbst aufkommen müssen???
Eine Ci Operation kostet soviel daß ich mein Leben lang meine Hörgeräte damit hätte finanzieren können und die Batterien und Ohrplastiken eingeschlossen.
Seit die Krankenkassen diese CI Operationen voll übernommen haben, schießen die CI Zentren wie Pilze aus den Boden.
Nun darf ja Zweifel angebracht sein, ob da nicht wirtschaftliches Denken im Vordergrund steht und nicht der gehörlose Mensch.
Ich respektiere Entscheidungen Gehörloser, wenn sie sagen, ich will dieses Ci oder diese ABI Op.
Ich akzeptiere es aber nicht, daß die "hörende" Welt uns das einreden wollen. Und sie tun das zum Teil sehr agressiv....die Wortwahl von lockenvogel erschreckt mich zunehmends.... :-?

©Deafangel :angel:


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 21:02 
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Deafangel, mich erschreckt es immer, wenn Leute, die mit
Hörgeräten ganz gut hören, gegen CI bei volltauben Menschen
sind und sagen :"Laßt die tauben Kinder taub bleiben".
Es ist fast so, als wenn BrillenträgerInnen dagegen sind,
wenn stark sehbehinderte Kinder eine teure Augen-Op
bekommen. Natürlich ist kein Brillenträger so brutal egoistisch,
aber manche Hörgeräteträger sind es leider!


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 21:54 
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@ Sternchen,

der Unterschied zwischen einer CI- bzw ABI-OP bei Erwachsenen und Kindern ist der, dass Erwachsene (hier spreche ich von voll mündigen und voll geschäftsfähigen Menschen ab 18 Jahre) selbst entscheiden, ob sie mit CI bzw. mit ABI "hören" wollen oder nicht. (Es handelt sich bei den Erwachsenen auch zumeist um Spätertaubte Menschen) - Gehörlose Kinder - insbesondere Kleinkinder - entscheiden nicht selbst, sondern es entscheiden hörende Eltern über die Köpfe ihrer Kinder - das ist hier der springende und auch der für HNO-Chirurgen und allen Fachkräfte die einem Kind das "Hören" beibringen sollten, der immens wirtschaftskräftige Punkt - ohne den sie gar nicht auf ihren Umsatz und Gewinn kommen könnten.

Wenn zu gut 90 Prozent der hörenden Eltern ihre gehörlosen Kindern im Kleinkindalter schon implantieren lassen (gehörlose Kinder werden immer wieder geboren!), dann kannst du sicher gehen, dass dieser Wirtschaftszweig und ihre Agenten (CI- bzw. ABI-Hersteller, Ärzte und Pädagogen) bis an ihr Lebensende ausgesorgt haben.

Es ist auch klar, dass man als Arzt im Implantationsbetrieb wie an der MHH hörende Eltern als GeschäftspartnerInnen generell leichter überreden und die Vorzüge eines CI beim gehörlosen Kind im Kleinkindalter besonders gut darstellen kann, wenn hörende Eltern sich nicht vorstellen können wie es ist nichts zu hören, bzw. dass ein Kind trotz Taubheit zum Vollspracherwerb gelangen kann - ohne CI!!
Diese Tatsachen muss man ganz nüchtern sehen.

Die hörenden Eltern sind die allerbesten GeschäftspartnerInnen für die Leute die an der Implantation sehr gut verdienen. Ärzte brauchen nur eine wichtige Unterschrift, schon zahlt die Krankenkasse. Wie es später mit dem (Laut-)Spracherwerb weitergeht, da werden dann individuelle Lösungen gefunden, die für die einen Kinder gut und für die anderen schlecht sind, aber diese "Nachsorge" ist vielen Ärzten zweitrangig (man liest aus zig Erfahrungsberichten auch die Enttäuschungen vieler Eltern mit dem (Laut-)Spracherwerb nach der CI-OP heraus!) geworden. Wenn Eltern klagen, dann heißt es oft "Sie üben mit ihrem Kind zu wenig mit dem CI zu hören und zu sprechen."

Wenn du schnell viel Geld verdienen willst - und mit Krankenkassen bzw. mit Patienten kann jeder Arzt schnell viel Geld verdienen, wenn er sich nicht allzu dumm anstellt - dann musst du in eine Marktlücke stossen.
CI-OP´s an gehörlosen Kleinkindern ist eine solche Marktlücke für diese Ärzte. Mit CI-OP´s an Erwachsenen würde diese mittlerweile sehr große Truppe von Ärzten nicht ihren Bedarf decken können. Durch geschicktes Marketing kannst du als Arzt auch Zweifel und Bedenken von Eltern schnell ausräumen, du brauchst nur mit dem Argument kommen, dass ja bald alle gehörlos geborenen Kinder mit CI hören und dass es ja nicht im Interesse des Kindes sein könne, wenn die Eltern sich gegen ein CI entscheiden (Das ist das Totschlag-Argument aller geschäftstüchtigen Ärzte an der MHH und anderswo.). Damit kriegt man fast jedes Elternpaar zur Zustimmung für die CI-OP.

Der ganze Quatsch um die "Nachsorge" der Ärzte und Pädagogen nach einer CI-OP am gehörlosen Kind das gehört zum Geschäft. Jeder Banker, der mein Geld will muss sich anstrengen sein "Produkt" mir "schmackhaft" zu machen und Banker, die einem das blaue vom Himmel herunterlügen und dir das Geld aus der Tasche ziehen (wenn du nicht aufpasst) gibts überall. So ist das auch mit den Ärzten die im Wirtschaftszweig CI-OP ihr Geld verdienen.

Britta


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 21:58 
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Aloah!

@Karin: Na, das will ich doch hoffen, dass du nicht operierst, dann stünde auch die Welt Kopf... :-)))
Übrigens wollte ich nicht der Szagun ihre Glaubwürdigkeit absprechen, bloß wurde ja eben schon anderswo gesagt, dass gerade diese Studie ein heikles Thema ist...

@Auerhahn: Hast du mal die Links von Karin angeklickt??? In dem Interview wird ziemlich genau deutlich was ein ABI ist und worum es dabei geht...

@Deafangel: Du schreibst: "Ich akzeptiere es aber nicht, daß die "hörende" Welt uns das einreden wollen. Und sie tun das zum Teil sehr agressiv....die Wortwahl von lockenvogel erschreckt mich zunehmends...."
--> Weder Lockenfisch, noch Pnin oder ich sind hörend. Somit denke ich, dass sie schon wissen wovon sie reden....

Zudem ist das mit dem "Zwang" so eine Sache... viele Ärzte RATEN zum CI, aber entscheiden tun letztendlich immer noch die Eltern. Genauso wird es mit dem ABI auch sein...

@ALLE: Bitte bedenkt mal, das CI und ABI zwei grundlegend verschiedene Sachen sind!!!
Es sind unterschiedliche OP-Methoden, die Forschung ist unterschiedlich weit und auch der Erfolg ist unterschiedlich. Also bitte nicht CI und ABI durcheinander schmeissen.

Eine CI OP bei Kindern kann durchaus gerechtfertigt sein, beim ABI kann es wie oben schon klar wurde eben auch anders aussehen, da eben die Methode eine ganz andere ist und lange nicht so erfolgreich...

Gruß,
Sternchen *dem Lockenfisch mal heftig zuwinkend (hast mich schon erkannt, gelle :-))) )

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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 22:10 
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@Britta,

du liegst ziemlich schief. Die Ärzte (Ausnahme Chefärzte) in der MHH und sonstwo werden streng nach BAT bezahlt, egal, ob sie implantieren oder Nasenscheidewände begradigen. Außerdem sind die Wartelisten so lang, dass man man ganz locker die Kassenbudget nur mit Erwachsenen ausschöpfen kann. Es ist im Gegenteil so, dass die MHH im Dezember immer auf eigene Kosten noch einige Notfälle (Meningitis und Reimplantationen) operiert, weil Ende November oder noch früher das Budget schon ausgeschöpft ist. Kein Arzt verspricht im Übrigen, dass das Kind sprechen lernen wird. Nach der OP sieht der Arzt das Kind höchst selten, warum auch er hat ja seinen Teil getan.


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 22:28 
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Beiträge: 125
Hallo Deafangel,

ein CI ist niemals ein Ersatz für ein Hörgerät. Wenn man mit Hörgerat noch gut genug hören kann, (z.B. mit beiden Ohren mehr als 30% Eisilber bei 65 dB) dann bekommt man einfach kein CI, selbst wenn man möchte. Man kann nicht vergleichen.

Es hindert Dich auch keiner daran, ein billiges Analoghörgerät zu nehmen, wenn Du meinst, dass die Digitalen Dir nicht besser helfen können. Vielleicht hörst Du einfach zu schlecht und kein Hörgerät kann Dir deshalb nicht mehr richtig helfen. Ja dann kannst Du ein CI bekommen, wenn du es möchtest. Ich finde es auch immer ganz schlecht, wenn die Hg-Kosten und die Kosten für ein CI verglichen werden. Ein CI kann nur derjenige bekommen, dem Hörgeräte nur noch kaum helfen.

Der medizinische Fortschritt hat seinen Preis, aber möchtest Du ernsthaft zu den Zeiten zurück, in denen es noch kein CI gab und auch nur einfachste Hörgeäte. Zu diesen Zeiten sind die Leute noch an Tuberkulose massenhaft gestorben.


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BeitragVerfasst: Di, 22.7.03 22:52 
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Deafangel, wie gut du mit Hörgeräten oder einem CI hören kannst, hänt auch (!) davon ab, seit wann du taub bist und in welchem Alter du deine ersten Hörgeräten bekommen hast. Wenn du seit Geburt taub bist, erst mit 2 Jahren zum erstenmal Hörgeräte bkommen hast und heute 30 Jahre oder älter bist, kannst du nicht erwarten, dass du mit dem CI ein offenes Sprachverständnis erreichen wirst.

---------------

Die Studie von Szagun wird überbewertet. Ihr überseht, daß sie nur innerhalb der Sprachwissenschaft kompetent ist.

ABER: Sprachentwicklung ist mit der Hörentwicklung eng verknüpft! Und Sprachentwicklung sowie Hörentwicklung bei hörgeschädigten Kindern sind eng mit der Frühförderung verknüpft!

Szagun hat die Gesetzmäßigkeiten der Hörentwicklung bei hörenden Kindern UND bei hörgeschädigten Kindern sehr vernachlässigt, ebenso die Frage Frühförderung wird nur sehr unbefriedigend beantwortet.

An den Studienergebnissen gibt es nichts zu rütteln, wohl aber an den Interpretationen und pädagogischen Konsequenzen, die Szagun besser in Kooperation mit Medizinern, Pädagogen und anderen Fachleuten entwickelt hätte.

deafrumple
Zitat:

. . . . . . . . . . . *gesperrt* Fortsetzung weiter zur nächsten Seite (hier klicken)

~Luke



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