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 Betreff des Beitrags: Untertitelung von Liedern in Filmen
BeitragVerfasst: Fr, 20.3.09 16:56 
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Registriert: Fr, 20.3.09 15:44
Beiträge: 2
Hallo,
ich heiße Amelie Bühler und bin Spanisch-Studentin an der Universität Tübingen. Ich schreibe derzeit meine Magisterarbeit über die Untertitelung spanischer Lieder in spanischsprachigen Filmen. Mich interessiert, was ihr damit für Erfahrungen gemacht habt: Werden in Untertiteln für Gehoerlose z.B. auch Anmerkungen dazu gemacht um welche Art von Musik es sich handelt (z.B. lebendig/traurig/ langsam etc.) oder ob eine Frauen oder Männerstimme singt? Denn nicht immer werden ja die Lieder direkt in der Filmhandlung gesungen, sondern werden eingeblendet oder laufen im Radio etc....
Wie ist das bei DVDs?
Schreibt mir einfach mal, was euch so einfällt, ich bin sehr gespannt.
Viele Grüsse
Amelie


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BeitragVerfasst: Fr, 27.3.09 13:51 
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Registriert: Mi, 25.2.09 19:04
Beiträge: 19
Ich muß schon sagen, es ist wirklich verwunderlich, auf was für Gedanken man kommen kann. Es gibt schon unzählige Anfragen von (hörende) Studenten, die sich für allerlei Begebenheiten aus dem Alltagsleben der Gehörlosen interessieren, zwecks Doktorarbeiten etc. Manchmal ist es schon seltsam, als Studienobjekt herhalten zu müssen. Sobald die Arbeit beendet ist, erlischt dann das Interesse daran wieder, und man hört nie wieder etwas von den Threaderöffnern.

Das ist durchaus nicht negativ gemeint, sondern nur eine erfahrungsbezogene Feststellung.

Nun, Gehörlose interessieren sich im Allgemeinen nicht für Musik. Sie meiden Filme, in denen zuviel gesungen wird. Das ist sofern nicht verwunderlich, weil sie visuell ausgerichtet sind anstatt akustisch.

Da sie die Melodie ja nicht hören können und Lieder oftmals auch lyrisch zusammen gesetzt sind, sind diese für Gehörlose sehr schwer nachvollziehbar. Bei den Untertiteln ist das so eine Sache. Es gibt da unterschiedliche Varianten. Mal erscheint nur ein Hinweis, daß im Hintergrund eine Melodie läuft (mehr nicht), mal ist der Text eingeblendet, wenn eine Person vor der Kamera singt (aber auch nur der Text). Zu längeren ausführlichen Beschreibungen reicht die Zeit oftmals nicht aus, da es sonst auf Kosten der Zeit geht, denn die Untertitelung erfolgt ja möglichst synchron zum Gesprochenen / Gesungenem.

Das Beste wäre allerdings, wenn Du Dir selbst einmal einen Film mit Untertitel ausleihst, in dem Lieder gesungen werden. So könntest Du Dir selbst ein Bild davon machen (Ton ausschalten nicht vergessen!).


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BeitragVerfasst: Do, 2.4.09 12:37 
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Registriert: Fr, 20.3.09 15:44
Beiträge: 2
Du hast schon recht mit deiner Ansicht, dass ihr für die Hörenden als eine Art "Versuchsobjekt" herhalten müsst. Allerdings ensteht diese Sichtweise im Auge des Betrachters. Wenn du dich so bezeichnest, dann fühlst du dich vermutlich auch so. Aber meine Frage enstand nicht, um über Dich /Euch eine Doktorarbeit zu schreiben, sondern weil ich eine MAgisterarbeit schreibe (die im übrigen schon fertig ist), mich seit Wochen mit Untertitelung von Lieder beschäftigt habe und es mich einfach interessiert hat, wie das bei Untertiteln für Hörgeschädigte ist. Also wie gesagt: Interesse! In dem Maße wie dich Musik NICHT interessiert, lebe ich größtenteils für die Musik, ich könnte ohne sie nicht sein und deshalb finde ich es auch wichtig, dass man ein wenig Bescheid weiß, wie das bei Menschen ist, die von der Musik leider nicht viel haben.
Dass ich alles hören kann, worauf ich Lust habe, dafür kann ich nichts, aber dass muss ich mir ja auch nicht vorwerfen lassen, oder?

Also, trotzdem Danke für deine Informationen, jetzt weiß ich ja ein bisschen Bescheid.
Liebe Grüsse,
Amelie


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BeitragVerfasst: Do, 2.4.09 13:40 
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Registriert: Mi, 25.2.09 19:04
Beiträge: 19
Deinem Posting nach bekomme ich den Eindruck, daß Du Dich ein wenig auf den Schlips getreten fühlst.

Ich habe keinesfalls auch nur annähernd angedeutet, daß wir Gehörlose den Hörenden das Hören zum Vorwurf machen. Ich wollte lediglich nur darauf hinweisen, daß das, was man nicht kennt, auch nicht vermißt. Gehörlose können durchaus tanzen und tun es auch bei festlichen Anlässen wie Sportbälle etc.(wenn sie die Vibration vomBoden her spüren), und es gibt einige, die Tanzen als Hobby haben (ich kenne welche).

im GL-C@fe-Forum (wo ich unter dem selben Nicknamen vertreten bin) tauchen immer wieder Fragebögen und Anfragen von Studenten u.ä. zu jedem Thema auf, die uns Gehörlose betreffen. Das Interesse an uns Gehörlose beschränkt sich aber überwiegend nur auf wissenschaftlicher und pädagogischer Sicht, so daß das Interesse nach dem Abschluss meistens wieder erloschen ist. Also sozusagen lauter 'Eintagsfliegen', die nach ihrer wissenschaftlichen Arbeit den Kontakt zu Gehörlosen nicht mehr fortsetzen. Demnach kann man sicher von 'Studienobjekten' sprechen.

Es gibt allerdings durchaus Hörende, die ein Interesse an der Gehörlosenwelt und -kultur zeigen und sich intensiv mit den Betroffenen austauschen, die Gebärdensprache erlernen u.a.

Die Probleme der Gehörlosigkeit beschränkt sich nicht nur aufs Nichthörenkönnen, sondern ist weitaus komplexer im Alltag. Die Einschränkung der Lebensqualität und das Ringen um die Anerkennung in der (hörenden) Gesellschaft ist eine weitaus größere psychische und physische Belastung für die Betroffenen, als der Hörverlust.

Ich selbst habe im Teenageralter durchaus Musik gehört (allerdings mit überwiegend tiefen Bässen, da ich hohe Töne nicht wahrnehmen kann, wie z.B. Telefon- oder Türklingel. Das hat nichts mit der Lautstärke zu tun, sondern mit der Frequenz).

Ich hoffe trotz allem, daß Du genügend Erkenntnisse zusammen bekommen hast, so daß Du Deine Magisterarbeit zufriedenstellend beenden konntest.

Wenn Du ansonsten noch so manches über Gehörlosigkeit wissen möchtest, kannst Du mich immer wieder fragen.

Alles Gute weiterhin.

Liebe Grüße
Ronco

PS: Übrigens gibt es hier dafür ein Extra-Forum:
Beratung & Erfahrungsaustausch » Studis und Profis
viewforum.php?f=16


Zuletzt geändert von Ronco am Fr, 3.4.09 10:13, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr, 3.4.09 6:02 
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Registriert: Mo, 7.11.05 13:55
Beiträge: 393
@Ronco:
Ich glaube, Du meinst nicht das Gl-Cafe-Forum (http://www.gl-cf.de), sondern das Gl-Cafe
(http://www.gl-cafe.de), oder ?


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BeitragVerfasst: Fr, 3.4.09 8:16 
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Registriert: Mi, 25.2.09 19:04
Beiträge: 19
Rainbow,

ja, habe mich wohl etwas ungeschickt ausgedrückt.
Wollte schreiben: im Forum (oder 'in den Foren') von GL-C@fe. Habe daraus einfach 'GL-C@fe-Forum' gemacht.

War mir gar nicht bekannt, daß es tatsächlich ein GL-Cafe-Forum gibt!


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