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BeitragVerfasst: Mi, 25.1.06 11:05 
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Registriert: Di, 24.1.06 9:54
Beiträge: 1
Hallo an alle, die meinen Beitrag finden!

Ich heiße Nadine, bin 25 Jahre, studiere Sozialwissenschaften und schreibe gerade an meiner Diplomarbeit.

Meine Arbeit dreht sich, grob ausgedrückt, um das Erkennen beruflicher Integrationsschwierigkeiten. Also ich schreibe keine Arbeit zum Thema Schwerhörigkeit, das Thema nimmt jedoch einen bestimmten Platz ein.

Ich hätte eine große Bitte (würde dafür auch Interessierten gerne meine Diplomarbeit zur Verfügung stellen):

Meine Frage:
Welche Tätigkeiten kann man nicht mehr ausführen, wenn man einseitig taub ist (und man zuvor gehört hat)?
Oder welche Einschränkungen hat man dadurch?

Ich weiß, dass man dann nicht mehr zum Polizeidienst oder zum Bahndienst zugelassen wird.

Gibt es aber noch mehr Einschränkungen (stereo hören,ect)?

Die Frage mag für euch simple klingen und ihr seit vielleicht schon oft danach gefragt worden.

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Da ich selbst nicht hörgeschädigt bin, kann ich es überhaupt nicht erahnen, wie es ist, wenn man einseitig ertaubt ist. (Ich habe mir zwar schon mal ein Ohr zugehalten, aber ihr wisst ja sicher, dass das nicht zu vergleichen ist.)

Wie gesagt, wäre ich für Hilfe sehr dankbar.

Liebe Grüße
Nadine (nadine.schneider3@gmx.net)


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 Betreff des Beitrags: Taub auf 1 Ohr
BeitragVerfasst: Mi, 8.3.06 7:04 
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Registriert: Di, 7.3.06 20:13
Beiträge: 2
Hallo,
ich bin erst seit gestern in diesem Forum und hoffe, dass Du trotzdem noch etwas mit meiner Antwort anfangen kannst.

Ich bin seit Geburt auf 1 Ohr taub. In stereo kann ich nicht hören, auch kein Richtungshören ist möglich. Ich weiß also nie genau, aus welcher Richtgung ein geräusch kommt. Ich kann das nur anhand der Lautstärke, die zu-oder abnimmt, abschätzen.

Es gibt auch einen Vorteil: wenn es nachts zu viele Geräusche gibt, lege ich mich einfach auf mein hörendes Ohr - und schon kann ich schlafen. Besser als Ohropax, hehe.

Ich muß immer auf er "richtigen" Seite sitzen oder stehen, damit ich eine Unterhaltung führen kann, ohne mir ständig den Hals zu verenken. Deshalb sage ich immer sofort allen Bescheid. Probleme gibt es manchmal beim Einkaufen, wenn ich an der Fleischtheke oder so nichts verstehen. Viele Menschen werden dann ungeduldig und behandeln einen, als ob man blöd sei. Und dabei verstehe ich doch nur nichts. Deshalb ist es immer wichtig, alle gleich auf Hörschwierigkeiten hinzuweisen. Ich habe nur sehr gute Errahrungen mit dieser Strategie gemacht.

Probleme gibt es auch bei Hintergrundgeräuschen. Wenn z.B. ein Fernseher oder Musik läuft, muß ich mich sehr stark konzentrieren um der Unterhaltung folgen zu können. Das Gleiche gilt für Feiern, etc. wenn zu viele Leute gleichzeitig sprechen.

Vor einiger Zeit hatte ich eine Entzündung an meinem hörenden Ohr. Das war eine schlimme psychische Belastung. Der HNO-Arzt tat mir dann einen sogenannten "inneren Verband" mit Antibiotika ins Ohr - mit dem Ergebnis, das ich fast eine Woche lang ganz taub war. Da habe ich mich dann kaum auf die Strasse getraut (geschweige denn Auto zu fahren) , weil ich Angst hatte, kommende Autos nicht zu hören. Ausserdem war mein Gleichgewichtssinn etwas gestört, da der Verband am Trommelfell war. Seitdem höre ich noch etwas schlechter.

Ich habe ursprünglich Sprachen studiert und bin Übersetzerin und Dolmetscherin für Englisch, Französisch und Spanisch. Beim Dolmetschen z.B. bei Gericht muss ich mich auch immer richtig plazieren. Also sitze ich manchmal auf den für den Staatsanwalt vorgesehenen Platz. Ausserdem habe ich gelernt, ganz gut von den Lippen zu lesen. Ohne diese Fähigkeit hätte ich das gar nicht machen können. Inzwischen höre ich aber nicht mehr gut genug für alle Situationen beim Dolmetschen. Mit dem Alter wird das Hörvermögen schlechter (ich bin 40J).

Das macht aber nichts, weil ich mich in einem anderen Bereich erfolgreich selbständig gemacht habe. Mein neues Problem war das Telefonieren mit Kunden etc. (ich war fast am Verzweifeln und wollte die Laustärke immer "aus dem Hörer pressen", bis ich ein lauteres Telefon gekauft habe. Ich habe gemerkt, dass es mich aggresiv macht, nicht genug zu verstehen.

Dass man z.B. zum Polizeidienst nicht zugelassen wird, ist mir ganz neu. Das Bundeskriminalamt, bei dem ich mich vor vielen Jahren für den Sprachendienst beworben hatte- bevor ich mich selbständig gemacht habe - wollte mich auch so einstellen.

Ich wäre sehr an Deiner Arbeit interessiert. Du kannst mir auch gern noch gezielte Fragen stellen.

Liebe Grüße
Iris


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BeitragVerfasst: Mi, 8.3.06 11:07 
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Registriert: Di, 7.2.06 18:25
Beiträge: 124
Hallo

Ihr Beide könnt Mono hören, das ist fast genauso gut wie Normal hörende hören können.

Ich habe auch eine Bekannte die nur auf einen Ohr hört und so keine Einschränkungen hat.

Ob bei bestimmten Berufen dafür Einschränkungen sind weiss ich nicht

Gruss Janabär :P :angel:


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BeitragVerfasst: Mi, 8.3.06 13:19 
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Registriert: Di, 7.3.06 20:13
Beiträge: 2
Hallo Janabär,
man hat tatsächlich so gut wie keine Einschränkungen. Und ob Mono oder Stereo ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal, ich weiss ja sowieso nicht, wie sich Stereo anhört. Aber wenn das hörende Ohr schlechter wird, ist es Zeit für einen Gebärdensprachkurs. 8)


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BeitragVerfasst: Fr, 10.3.06 22:03 
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Registriert: So, 5.2.06 15:03
Beiträge: 6
Hallo. Einschränkungen gibt es aber totzdem eine ganze Menge. Immerhin muß gerade auf beruflicher Ebene das Risiko miteinbezogen werden das durch das einohrige Wahrnehmen viele wichtige Signaltöne vielleicht nicht entdeckt werden würden. Gerade in Berufen mit hoher Verantwortung, wie im medizinischen Bereich, ist das sehr wichtig. So z.b. bei Lebenserhaltenden Maschinen auf einer Intensivstation. Auch in anderen Berufssparten wie Handwerk und Industrie wird immer mehr auf Computergesteuerte Maschinen umgestiegen die durch akkustische Laute Signale vermitteln.
Auch bleibt zu Beachten das ein gewisser Schutz zur Erhaltung des letzten hörenden Ohres am Arbeitsplatz gewährleistet sein muß. So sollten auf alle Fälle Arbeitsplätze vermieden werden die dem hörenden Ohr Schaden z.B. durch zu hohe Lautstärke.
Einschränkungen existieren ebenso in Berufen beidenen musikalischen Voraussetzungen gelten wie z.B. ein Klavier einstimmen zu können. Auch bei Tätigkeiten indenen schnelles und zielsicheres Reagieren zu allen Seiten nach Geräuschen wichtig ist, können sich mitunter als schwierig erweisen weil man die Laute nicht orten konnte. Somit sollten vorallem Einschränkungen beim Akkordlohn beachtet werden die ja oftmals zu den Maschinenfabriken gehören. Wer eine Maschine langsam bediehnt und wenig produziert der schaut am monatsende auf ein mageres Gehalt ! Etc.....Viel Glück für deine Diplomarbeit.


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