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 Betreff des Beitrags: Schule für Praktikum gesucht
BeitragVerfasst: Do, 21.4.05 19:31 
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Registriert: Do, 21.4.05 19:13
Beiträge: 3
Ich studiere im sechsten Semester Hörgeschädigten-/Gehörlosenpädagogik und will (bzw. muss :wink: ) im Sommer ein vierwöchiges Praktikum in einer HG- bzw. GL-Schule absolvieren. Habe "so für mich" schon jeweils drei Wochen an einer Schule in Köln und einer Schule in Berlin hospitiert, was mir eigentlich sehr gut gefallen hat. Habe aber einfach Lust und Interesse noch andere Schulen kennen zu lernen.
Da ich ja auch ein paar Stunden unterrichten sollte, aber noch keine Gebärdensprache kann, sollte es keine Schule sein, die nur Gebärdensprache nutzt (gibt es solche Schulen überhaupt so richtig?!) Bin aber natürlich trotzdem offen auch für Gebärdensprache, will im Herbst auch Kurs machen und fände es nicht schlecht, ein paar Kenntnisse schon während dem Praktikum zu machen.
Hoffe, auf über eure Anregungen, Berichte über "Schulerfahrungen" (sowohl negative als auch positive), jegliche Art von Tips, Empfehlungen, (oder Angebote :wink: )
Liebe Grüße,
sunflower


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BeitragVerfasst: Do, 21.4.05 19:55 
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Registriert: Mi, 16.3.05 14:47
Beiträge: 12
Wohnort: Wolfsburg
Hi sunflower!

Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte (LBZH) in Braunschweig. Mit den paar Gebärden (LBG...) die ich zu der Zeit konnte, bin ich gut gefahren. Die meisten Kinder, die ich dort kennenlernte, waren lautsprachlich orientiert, die meisten mit Hörgeräten oder CI.

Wenn du magst, kann ich dir die Adresse mal raussuchen.

Gruß
Sabine


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BeitragVerfasst: Do, 21.4.05 20:45 
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Registriert: Mo, 21.10.02 17:35
Beiträge: 48
Wohnort: Wesel
Die LBZH's Oldenburg und Osnabrück sind auch gut. Wobei mir persönlich Oldenburg besser gefallen hat (auch wegen der Stadt). :-)
Die Adresse bekommst du über Google raus - einfach Landesbildungszentren (Niedersachsen) eingeben und du kommst auf die offizielle Homepage. Von da aus kommst du über Links an alle Adressen und erfährst auch schon einiges über die Schulen.
Ansonsten gibt es noch Schulen in Aachen, Düsseldorf, Krefeld (viele AVWS-Kinder), Euskirchen (Mehrfachbehinderte), Bochum, Essen und Dortmund (einzige Realschule in NRW).
Einfach mal ein bisschen im Netz stöbern und bewerben.

Gruß aus Köln
Ruth


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BeitragVerfasst: Mo, 25.4.05 13:43 
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Registriert: Di, 13.4.04 21:36
Beiträge: 10
Hallo Sunflower,

Ich finde es echt traurig, dass Du in 6 Semestern Studium noch nicht GS gelernt hast. Vielleicht liegt's daran, dass ich es generell nicht begreifen kann, wie man GL/SH-Pädagogik studieren kann, ohne sich für Gehörlose und die GL-Kultur zu interessieren.
Mag sein, dass Du eine Schule findest, in der Du beim Praktikum ohne Gebärdensprache durchkommst. Spätestens beim Referendariat packt Dich dann der Frust, wenn Du nicht verstehst, was die Kinder von Dir wollen. Oder hast Du die Hoffnung, immer die "weniger behinderten" Kinder zu kriegen?
Ja, ich habe gelesen, Du willst im Herbst einen Kurs belegen. Vielleicht sollte ich in Zukunft spanische Kinder unterrichten, ich hab da schon mal einen Kurs besucht...

Sorry, wenn das jetzt unfreundlich rüberkommt. Ich habe einfach zu viele Kinder erlebt, die in der Hg-Schule um ihre Bildungschancen gebracht wurden, weil ihre sprachliche Stärke in Gebärdensprache nicht anerkannt oder nicht erkannt, geschweige denn gefördert wurde. Die als kommunikationsunfähig abgestempelt wurden, weil die Lehrerin sie nicht verstand. Ich hatte die vage Hoffnung, dass sich solche Zustände mit der jungen Generation ändern...

Tinka


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BeitragVerfasst: Mo, 25.4.05 19:20 
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Registriert: Mo, 13.12.04 20:29
Beiträge: 31
Zu Tinkas Beitrag kann ich nur schreiben:

Sehr gut geschrieben!!!


Meine Erfahrung aus der Gl-Schule ist, dass nicht-gebärdensprachkompetente Lehrer/Innen meist unbeliebt sind.
Es ist auch klar.



Spargel


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BeitragVerfasst: Mi, 27.4.05 8:11 
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Registriert: Sa, 13.10.01 1:00
Beiträge: 41
Wohnort: Eschweiler
Wahrscheinlich ist es unangenehm, das zu lesen, aber es ist schon sehr viel wahres dran! Auch ich hatte gedacht, heute ändert sich endlich die sehr unbefriedigende situation, dass die Lehrer nicht mit ihren Schülern reden können. Zum Glück ist das auch bei ganz vielen so, aber ich erlebe immer wieder, dass auch Vertreter der jüngeren Generation noch die meinung haben, man käme auch ohne gebärdensprache durch Studium und Beruf. schade für alle Chancen, die damit verpasst werden. aber- noch ist ja Zeit..... vielleicht lehrt es spätestens die Erfahrung an einer Schule, dass man auch die Sprache seiner Schüler können sollte. viel Erfolg beim Lernen : )


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BeitragVerfasst: Do, 28.4.05 5:38 
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Registriert: Di, 12.6.01 1:00
Beiträge: 478
Wohnort: Arlington, MA - USA
@Sunflower und psigirl,
lieber schenken Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Erlernung von DGS! Es ist wirklich eine Grausamkeit, sich ohne DGS-Kenntnisse an die tauben Kindern (auch diejenigen mit CI) heranzuwagen. Es ist ganz ungerecht, Geld von der Arbeit mit tauben Menschen zu verdienen, wenn man nur ein bissel Gebaerden kann.

Hartmut


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BeitragVerfasst: Do, 28.4.05 7:09 
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Registriert: Mo, 28.4.03 9:03
Beiträge: 119
@sunflower u. psigirl:

Es ist wie, als ob ich als Gehörloser mit schlechter Sprechfähigkeit eine hörende Klasse unterrichten möchte. Das funktioniert gar nicht. Um die deutsche Gebärdensprache gut zu beherrschen, braucht man mindestens 2-3 Jahren (es hängt auch von der Lernfähigkeit ab).

An die Lautsprache orientierte Unterricht bringt die Schülern nicht so weit, was das Berufsleben verlangt, sondern bremst die Entwicklung des Intelligenz ab, weil die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern nur 60 % funkt.

_________________
.
:oo-: :arrow: Mein (lebhafter, bunter) Weblog (~Homepage) :turn-l:
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BeitragVerfasst: Do, 28.4.05 18:08 
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Registriert: Sa, 18.10.03 23:03
Beiträge: 20
ich muss auch sagen, ich war echt eintgeistert, das zu lesen. ist jetzt nicht böse gemeint, aber gerade wenn du schon praktika gemacht hast, hast du doch sicher schon gemerkt, wie schwierig es ist, in einer Hg-Schule ohne Gebärdensprachkenntnisse zu kommunizieren. Und selbst wenn es einigermaßen (für die Notwendigsten Anweisungen) klappt, so ist doch ein wirkliches und vor allem müheloses Gespräch mit den wenigsten Schülern möglich.
Ich muss zugeben, dass ich auch noch nicht so ganz toll gebärden kann, (bin aber auch erst im zweiten semester ;) und habe schon einige Kurse gemacht). Aber ehrlich gesagt, ich will jetzt versuchen, ab nächstem semester in essen diese richtige sprachausbildung zu machen, einfach, weil ich an der schule gemerkt hab, dass (guter) Unterricht überhaupt nicht möglich ist, wenn man nicht alles versteht, was die schüler sagen, und die schüler eben auch nicht verstehen, was der lehrer ihnen beizubringen versucht.

und ich finde es acuh ehrlich schade, dass an hg schulen lehrer auch einige lehrer sind, die einen ganz anderen schwerpunkt studiert hatten (und nicht gl- oder sh), und dafür studenten, die sich eben auch speziell für hg-schulen und auch GS und die kultur gehörloser interessieren (eventuell) keine stelle mehr bekommen.... weil ja doch immer mehr lb- lehrer gesucht werden...
(naja, das hat ja jetzt nichts speziell mit dir zu tun.. aber sorry.. musste ich nur mal loswerden...)


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BeitragVerfasst: Do, 28.4.05 21:45 
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Registriert: Do, 21.4.05 19:13
Beiträge: 3
So, nun melde ich mich auch endlich wieder zu Wort (bin ja nicht beleidigt!) Im Grunde genommen habt ihr da ja alle (dir mir hier klipp und klar sagen, dass es sehr traurig und auch enttäuschen ist, zu lesen, ich könne noch keine Gebärdensprache) recht und es ist natürlich einerseits nicht schön, das so zu lesen, aber ich finde es ja auch gut! Ehrlichkeit ist immer gut!! :-)
Dennoch kann ich zu einer minimalen Verteidigung vielleicht sagen, dass in BaWü das Studium so aufgebaut ist, dass man in den ersten vier oder fünf Semstern im Grunde Grund- und Hauptschullehramt (also zwei Schulfächer und Pädagogik)studiert (nur etwas eingeschränkter), dann Prüfung hat in dem einen Fach und Pädagogik und erst DANN mit dem richtigen SoPäd-Studium beginnt. Es ist sehr schwierig, vorher großartig Seminare in SoPäd zu besuchen! Ich habe meine Segmentprüfung (diese besagte Prüfung eben :-) ) auch erst jetzt im Fürhjahr (also nach dem 5.Semster!) gemacht! Wir haben an der PH Heidelberg auch DGB-Kurse (1 pro Semester für ca. 12 Leute?!!!!) Klar, man kann auch VHS-Kurse oder von anderen Organisationen Kurse besuchen, aber a) beginnen diese 1 oder 2 mal pro Jahr (leider nicht wie in Berlin oder Frankfurt, wo ständig welche angeboten werden) und b) sind diese häufig auch nicht sooo billig, so dass ich es nicht sehr sinnvoll finde Kurse zu besuchen und dann so gut wie keinerlei Praxismöglichkeiten zu haben. Dann mache ich noch lieber Kurse udn weiß, ich habe nun auch wirklich die Zeit und die Möglichkeit, die erworbenen Kenntnisse zu nutzen, denn ich glaube, dass man - wie in jeder Sprache - mit Kommunikation sehr weit kommt! Und bis zum Ref. ist es ja schon noch ein bisschen...da nun schon zu "unterstellen", ich wollte dann nur an eine HG-Schule, wo ich keine DGS bräuchte, finde ich etwas hart. Dem ist definitiv nicht so!!! Ich finde, dass ihr da zum Teil schon etwas vorschnell geurteilt habt... aber vielleicht habe ich das in meiner "Aufforderung" aber auch einfach unglücklich ausgedrückt... :oops:
Ich bin sehr wohl bereit, die DGS zu lernen, mehrere Kurse zu besuchen und finde gerade ein Praktikum GL Kindern (egal ob Schule oder sonst wo) ist dafür eine sehr gute Möglichkeit!
Zudem wird, das was ich z.T. bisher so mitbekommen habe, auch an manchen Schulen so gesprochen, dass die Kinder eben gerade NICHT gebärden sollen, was ich eher sehr erstaunlich und auch schockierend finde. Ich denke, dass es da in Deutschland auch große Unterschiede zwischen den Schulen und auch zwischen den Regieonen Regionen gibt. In Australien gibt es eine sehr ausgeprägte GL-Kultur (genuaso in USA soviel ich weiß) und meines Erachtens ist Deutschland da eher etwas "schwer von Begriff". Deshalb freut es mich ja auch, wenn ich da nun so dafür beschämt werde, dass ich noch keine Gebärdensprache kann.
Also, weiter so! :-)

Liebe Grüße,
Sunflower


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