Taubenschlag-Foren

Dies ist das Forum vom Taubenschlag
Aktuelle Zeit: Sa, 20.1.18 13:44

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Forum gesperrt Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 14 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Mi, 9.4.03 18:21 
Offline

Registriert: Di, 18.9.01 1:00
Beiträge: 1602
Wohnort: Bielefeld
Ein Bekannter von mir ist Ertaubte, der versteht Gebärdensprache uberhaupt nichts. Der möchte er ein Lautsprachdolmetscher oder Schreibdolmetscher (auf mein Empfehlung). Er hat gegen sein Arbeitsgeber bei Arbeitsgericht geklagt, doch zweifelt er, ob er Lautsprachdolmetscher bekommen kann. Ich meinte, dass er gegenüber Arbeitsgericht ruhig sagen, dass er nicht Gebärdensprache verstehen kann. Er will entvuell Schreibdolmetscher, aber behauptet er, dass Gericht nur Gebärdsprachdolmetscher im Ankerpunkt SBG IX anerkannt. Doch hat aber nach mein Erkenntnis SGB IX nicht mit Arbeitsgericht oder Strafverfahren zu tun hat. Oder?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi, 9.4.03 22:19 
Offline

Registriert: Di, 19.2.02 1:00
Beiträge: 1141
Fritzl, ja, das ist ein Problem.
Gl haben gesetzliche Anerkennung der DGS und viel Lobby
bei den Hörenden.
Aber was macht ein Ertaubter?
Ist Schreibdolmetscher gesetzlich anerkannt?
Du kannst Deinem Bekannten helfen und ihn DGS lehren.
Er wird dann bestimmt glücklich und kann alle seine
Probleme mit Hilfe von DGS-Dolmis lösen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 10.4.03 1:23 
Offline

Registriert: Di, 18.9.01 1:00
Beiträge: 1602
Wohnort: Bielefeld
Gute Rat ist teurer. Mein Bekannter lehnt Gebärdensprache sowieso ab, daher ist er über 60 JAhre alt udn ist ein Dipl.-Ing.

Lobby? Nee, so gross ist auch nicht!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 10.4.03 8:27 
Offline

Registriert: Sa, 9.2.02 1:00
Beiträge: 1199
Wohnort: Thueringen
@Fritzl: Im Bundesgleichstellungsgesetz heißt es zur Unterstützung der Kommunikation "Gebärdensprachdolmetscher und andere Kommunikationshilfen"
Unter dem Begriff "andere Kommunikationshilfen" sind auch die Schreibdolmetscher gemeint.
Deshalb kann dieser ruhig den Schreibdolmetscher beim Arbeitsgericht angeben bzw. einfordern.

Alles Gute

Phoenix

_________________
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch der, der uns gerade gegenübersteht und das notwendigste Werk ist stets Hilfen ermöglichen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 10.4.03 11:28 
Offline

Registriert: Di, 18.9.01 1:00
Beiträge: 1602
Wohnort: Bielefeld
Phoenix: Bundesangleichungsgesetz gilt nur für Bundesbehörde. Es fehlen zur Zeit Ausführungsgesetz im LAndregierung. Leider :-(

Mal sehen, ob ich den Bekannter überzeugen. Der blendet sowieso.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi, 23.4.03 19:01 
Hallo, Fritzl,

leider habe ich diesen Thread erst jetzt bemerkt und kann mich daher erst spät dazu äußern.

Falls wir, wie ich vermute, denselben Bekannten meinen: Er lehnt die Gebärdensprache NICHT ab, nur ist er eben nicht voll DGS-kompetent und hat von daher wenig Nutzen von einem Dolmetscher, der streng nach den Regeln der DGS gebärdet. Ein Ausweichen auf LBG jedoch stellt überhaupt kein Problem dar.

Richtig ist, daß nach dem SGB IX vor dem Arbeitsgericht nun auch die Hinzuziehung von Gebärdensprachdolmetschern geregelt ist. Ob diese nun DGS oder LBG übersetzen, dürfte für das Gericht unerheblich sein. Der Einsatz von Schriftdolmetschern ist dagegen nach dem SGB IX leider nicht so eindeutig geregelt, was für Hörbehinderte durchaus ein Nachteil sein kann. Hier besteht, wie bei manchen anderen Punkten, noch Nachbesserungsbedarf.

Gruß,

Winny


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 24.4.03 7:42 
Offline

Registriert: Di, 18.9.01 1:00
Beiträge: 1602
Wohnort: Bielefeld
@Winny, Es gibt ein Nachbesserunghinweis von DGB, zwar siehe bei DGB-Webseite! Die Antwort von Phoenix steht doch andere Antwort, zwar aus sein Prespektiv in sein Ehrenamtliche Tätigkeit. Jedenfalls gilt SGB IX nicht bei Gericht, sondern ein ganz andere Gesetzslage, zwar Geschäfstordnung der Jusitzbetrieb. Das heisst: Sozialgesetzbuch betrifft nur Krankenkassen, Sozialbehörde!!!! Dies weiss ich von mein Rechtsanwalt, der mein Klage bestreut hat. Recht nach Dolmetscher ist bei Gericht schon alt, aber kein Klarheit mit Berufstand der "Gehörlosendolmetscher" und später ersetzen durch "Gebärdensprachdolmetscher". Immerhin besteht in viele Ecken ein grosse Bedarf Nachbesserung! Aber muss ich ihnen sagen, dass die Mängel an Zusammenarbeit aller Hörgeschädigtenszene besteht. Denk mal nach! Selbst denken die z.b.: Sportvereine schon gar nicht an Rechtslage! Wenn ein Mitglied ein Problem hat, da wiess die Vorstände ein Zustandigkeitbereich an Sozialarbeiter hin. So einfach macht viele Vorstandmitglieder des Sportvereines, wenn um jüngere Generation handelt.

Übrigens lehne ich selber auch nach "strenge" Regel DGS-Übersetzung ab. Ich verlange grundsätzlich nach LBG oder Schreibdolmetscher, da Wortgereu Übersetzung garantieren kann. Erinnern mal an US-Gericht, wo Schauspielerin Marleen als gehörlose Angeklagte (Mordfall) spielte. Sie hat ein Bildschirm vor Nase, wo die Schreibdolmetscher im Einsatz war. Hier in Deutschland vermisse ich derartige Form.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 24.4.03 11:14 
Fritzl, nach dem SGB IX wird auch der Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern vor dem Arbeitsgericht geregelt, d.h. die Kosten für den Dolmetscher trägt auch dann das Gericht, wenn der gehörlose Kläger das Verfahren verliert. Bei Zivilklagen sieht die Sache anders aus, möglicherweise hat sich Dein Anwalt auf eine solche Klage bezogen.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 24.4.03 21:34 
Offline

Registriert: Di, 18.9.01 1:00
Beiträge: 1602
Wohnort: Bielefeld
@winny: Ich fand im Internet, da stehtn deutlich:

Arbeitsgericht - Prozess gewonnen oder verloren - Ja § 12. Abs. 5b Arbeitsgerichtsgesetz, Arbeitsgericht zahlt

Url: http://www.gl-hessen.de/info/dolmi/kostenlosdolmi.htm

Also nicht direkt mit SGB IX allein!!!!

Was mit Zivilklage betrifft, da regelt andere Paragraph, so genau weiss ich nicht. Jedenfalls muss Richter um Dolmetscher kümmern, sofern von Kläger oder Angeklagte auf Kommunikationbarrier hingewiesen hat. Das ist absolut normal!!!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 24.4.03 22:03 
Fritzl, ich habe gelesen, was unter dem Link erscheint, und ich habe GENAU gelesen, ;-). Das ist manchmal außerordentlich nützlich, bevor man ein Posting schreibt.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 24.4.03 22:16 
Offline

Registriert: Sa, 9.2.02 1:00
Beiträge: 1199
Wohnort: Thueringen
@Fritzl: Ja es gibt einen Unterschied in der Bewilligung zu einer Gebärdensprachdolmetscherleistung oder Kommunikationshilfe(wo auch Schreibdolmis dazu gehören) in einem Zivilprozess beim Amtgericht und beim Arbeitsgericht.

Nach §12 Absatz 5b des Arbeitsgerichtsgesetzes darf das Arbeitsgericht dem Kläger nicht die Dolmikosten berechnen. Das regelt sich aus dem SGB IX.
Bei einem Zivilverfahren beim Amtgericht ist aber das Bundesgleichstellungsgesetz zuständig.

Alles Gute

Phoenix

_________________
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch der, der uns gerade gegenübersteht und das notwendigste Werk ist stets Hilfen ermöglichen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Fr, 25.4.03 20:34 
Offline

Registriert: Mo, 11.6.01 1:00
Beiträge: 1135
Es gibt auch noch andere Gesetze:
Nicht alles wird über das SGBIX geregelt.


Gerichtsverfassungsgesetz

15. Titel - Gerichtssprache, Verständigung mit dem Gericht (§§ 184 - 191a)


§ 186
(1) Die Verständigung mit einer hör- oder sprachbehinderten Person in der Verhandlung erfolgt nach ihrer Wahl mündlich, schriftlich oder mit Hilfe einer die Verständigung ermöglichenden Person, die vom Gericht hinzuzuziehen ist. Für die mündliche und schriftliche Verständigung hat das Gericht die geeigneten technischen Hilfsmittel bereit zu stellen. Die hör- oder sprachbehinderte Person ist auf ihr Wahlrecht hinzuweisen.

(2) Das Gericht kann eine schriftliche Verständigung verlangen oder die Hinzuziehung einer Person als Dolmetscher anordnen, wenn die hör- oder sprachbehinderte Person von ihrem Wahlrecht nach Absatz 1 keinen Gebrauch gemacht hat oder eine ausreichende Verständigung in der nach Absatz 1 gewählten Form nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich ist.


Vorschrift neugefaßt durch das Gesetz zur Änderung des Rechts der Vertretung durch Rechtsanwälte vor den Oberlandesgerichten (OLG-Vertretungsänderungsgesetz - OLGVertrÄndG) vom 23.7.2002 ( BGBl. I S. 2850 *) m.W.v. 1.8.2002.


Gruß Karin


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo, 28.4.03 0:10 
Offline

Registriert: Di, 18.9.01 1:00
Beiträge: 1602
Wohnort: Bielefeld
Karin, da wusste ich doch. Vielen Dank für Aufmerksamigkeit! Ich suche schon lang, weil mein Rechtsanwalt einmal von diese Gesetz erwähnt. Da weiss ich vor SGB IX - Zeit. Damals hatte ich Unfallsache und zwei Arbeitsgerichtsverfahren, wo ich alle Fälle gewonnen habe. Nun spielt kein Rolle, ob ein Privatklage odr Strafverfahren handelt. NAch mein Erachtung glauben viele Gehörlosen an SGB IX allein, da stimmt aber nicht ganz!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi, 21.4.04 21:37 
Offline

Registriert: Do, 11.3.04 12:07
Beiträge: 104
@ all

NEWS!! NEWS!! seit 19.06.2001 (Artikel 23 SGB IX)

Nach § 186 Gerichtsverfassungsgesetz, der auch vor dem Arbeitsgericht gilt, ist zur Verhandlung mit Tauben oder stummen Personen - sofern nicht eine schriftliche Verständigung erfolgt - eine Person als Dolmetscher zuziehen, mit deren Hilfe die Verständigung in anderer Weise erfolgen kann.

Über die Heranziehung und die Notwendigkeit eines Dolmetschers entscheidet der Vorsitzende (= Richter)
im Rahmen der Vorbereitung der Verhandlung nach Ermessen.

Die Heranziehung eines Dolmetschers kann auch erforderlich sein wenn sich die Partei durch einen Vertreter (=Anwalt)vor Gericht vetreten lässt.

Der Gebärdensprachendolmetscher muss in der Lage sein aus dem Deutschen und in die deutsche Sprache zu übersetzen. Gegebenenfalls muss ein weiterer Sprachdolmetscher zugezogen werden. (=kostenpflichtig)

Nach § 12 Abs. 5b werden für vom Gericht herangezogene Gebärdensprachendolmetscher für Hörbehinderte Menschen Kosten nicht erhoben.

(Grüsse von meinem Ehemann)

Inuitdog


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Forum gesperrt Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 14 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de