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 Betreff des Beitrags: Lautsprache bei Spätertaubten
BeitragVerfasst: Sa, 1.3.03 18:08 
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Registriert: Mo, 21.10.02 17:12
Beiträge: 701
Ich möchte hier mit einer Geschichte, die sich so oder so ähnlich kürzlich abgespielt hat, ein neues Thema eröffnen. Szene: in einen netten Lokal, irgendwo, nach einem netten, guten Essen. Er (taub) möchte als Digestif einen Sauternes trinken, der auf der Karte angeboten wird und bestellt ihn bei der Bedienung. Diese muß offenbar nachfragen, was gemeint ist, was dann von ihr (hörend) erläutert wird. Daraufhin entspannt sich folgender Dialog:
Er: "Was war denn los?"
Sie: "Sie hat es nicht verstanden, weil Du es falsch ausgesprochen hattest!"
(Er hatte es wie Sauternähs gesprochen)
Er: "Wie spricht man es denn dann?"
Sie: "Ohne S"
Er: ???? "Auternähs?"
Sie: "Nein, ohne S hinten"
Er: "Achso, Sauternäh".
Sie: "Und das Au eher wie ...."
(starrer Blick auf die Lippen, um zu erkennen, wie man das spricht - mehr wie ein o oder u).
Er: "Also: Suternäes? Fast wie die Sutane?"
Sie: "Fast, hinten das es ist stimmlos ..."
(wieder dieser Blick auf die Lippen)
Er: "Häääh? Soterne?"
Sie: "Fast!!! Hinten das e weg!"
Er: "Sotern - wie "so gern" nur mit t statt g?"
Sie: "Jaah!"
Er: "Ich hätt' so gern einen Sauternes"

Das Problem oder die Frage, die ich mit dieser kleinen Anekdote verdeutlichen möchte, ist: Wie pflegen Spätertaubte ihre Lautsprache, so daß sie die Fähigkeit, sich lautsprachlich zu äußern nicht verlieren oder diese eingeschränkt wird? Ist das für andere Spätertaubte überhaupt wichtig? Wie reagiert die Umwelt? Wie kontrolliert Ihr die Stimme? Ich weiß, daß mir manchmal gesagt wird: "Du nuschelst!" Schwierig ist es manchmal auch in Kneipen mit lauten Hintergrundgeräuschen, dann spreche ich zu leise! Oder in anderen Kneipen, die eben ruhig sind (gibt es!), schalte ich auf eine laute Sprache um und unterhalte den Nachbartisch noch mit! Kontrolle über meine Stimme habe ich primär durch das Wahrnehmen der Schwingungen im Thorax-Bereich. Mich würde interessieren, wie andere Betroffene das machen, insbesondere auch bei Fremdsprachen!

Gruß
Pnin


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BeitragVerfasst: Sa, 1.3.03 21:42 
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Registriert: Fr, 15.2.02 1:00
Beiträge: 429
wie´s ich mach?...
na hm.... bei meinen zwoa knedln im hals kein leichtes unterfangen, mich in jeder situation gewandt und normalverständlich lautsprachlich zu äußern.
es kommt vor allem auf die nebengeräusche an, ob man verstanden wird. ich hör ja nicht, ob´s rund um mich lauter ist, so daß meine stimme übertönt wird. wenn ichs aber merk, sprech ich natürlich lauter, das ich übrigens ungern tu. dabei jubelt sich nämli mei stimm in schwindelnde höhen, das zuweilen für amüsantes lächeln oder ungläubiges staunen der hearies sorgt.

könnte getrost im zirkus auftreten und für mehr lacher als so mancher clown mit seinen späßen sorgen, wenn ich die lachmuskeln der zuschauer mit dieser schrillen stimm reiz.
scherzchen beiseite. es ist nun mal leider so, dass sich meine stimme bei gemütslage verändert. in total ruhiger verfassung bleibt sie annähernd tief, fast normal. jedes quentchen aufregung oder hast verändert sie sofort, dass ichs nicht mehr kontrollieren kann.
unangenehm fällts auch auf, wennste wo lossprichst und es dort kirchenstill ist. da gucken dich mr. & miss/mrs. hearie augenblicklich gross aus leuchtenden erwachsenenkulleraugen an. wenn sich deren mund auch nur ein wengerl dazu öffnet, haste es mit ziemlicher sicherheit mit dem spezies hearie zu tun, der unsereins bisher noch nie überm weg stolperte.

die stimme trainieren ist bei mir nicht drin. ich sprech automatisch so, wie ich´s von früher gewohnt bin. mal gut, mal schlecht. entweder versteht man mich, dann isses ok, wenn nicht, dann soll derjenige hearie seine urwascherl putzen oder es is sei pech, wenn er dann nix versteht.
auch ne art selbstbewußtsein, das sich hartmut mal anhören sollte.

kontrolle über meine stimme hab ich übrigens so ähnlich wie du, pnin.
aber nicht nur im thorax-bereich, sondern mehr im hals. dort kann ich die "tiefe" einigermassen steuern...


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BeitragVerfasst: Sa, 1.3.03 23:59 
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Registriert: Mo, 21.10.02 21:42
Beiträge: 60
Hallo Pnin,
mir geht es so, daß ich meine Gesprächspartner beobachte. Dann merke ich oft, ob meine Stimme ok ist oder zu laut oder leise oder undeutlich. IN Gaststätten gehe ich nicht gern, weil ich immer Bedenken habe, daß ich unangenehme auffalle, weil ich oft viel zu laut rede. Seit einiger Zeit hat sich bei mir wohl so etwas, wie Lispeln eingeschlichen und die Leute fragen mich, ob ich beim Zahnarzt war oder so. Oder sie verstehen mich nciht und schauen mich genauso angestrengt an, wie ich sie.
Wollte gern beim Logopäden Stimmtraining machen, aber leider habe ich in der ganzen Gegend hier keinen gefunden , der sich mit Hörgeschädigten befaßt. Überwiegend mit Kindern oder Schlaganfallpatienten. Sch..............eibenkleister!!!

Grüßchen Faxi


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BeitragVerfasst: So, 2.3.03 10:12 
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Registriert: Mi, 27.3.02 1:00
Beiträge: 1345
Gestern las ich eine kurze Erzählung einer Zeitschrift.
Ein Mann kommt in ein Restaurant und bestellt ein kurz gebratenes Rindfleisch ohne Fett und Haut, flachgeklopft, mit Olivenöl bestrichen und 20 Minuten in offener Pfanne gebraten. Ergänzt mit nudelig geschnittenen Kartoffeln, in einer offenen Pfanne in Fett ausgebacken.
Der Kellner schreit die Bestellung in die Küche: " Einmal Chateaubriand mit Pommes Frites".
Ich würde nun vorher im Duden nachsehen wie man "chateaubriand" ausspricht(schatobrings lt.Duden). Aber das würde wenig nützen, weil die Betonung einiger Selbstlaute wichtig ist. So habe mich mir angewöhnt, in der Speisekarte - dem Kellner zugewandt - auf jenes Gericht zu tippen, das ich möchte. In manchen Esslokalen spielt ja auch Musik. Der Kellner muss sich halt etwas neigen, aber ich bekomme das was ich möchte.
Im Sommer sind in den Verkaufsläden der Lebensmittelbranche die Ventilatoren oft sehr laut eingeschaltet, dass die Verkäuferin nicht versteht was man möchte. Man zeigt halt auf das Gebäck zB. das man gerade möchte.Wenn man den oft sehr jungen Mädchen sagt, dass man nicht hört, bekommt man manchmal zur Antwort "dafür kann ich nichts".
Sich darüber zu ärgern bringt nichts, die Hauptsache ist, man bekommt, was man möchte. Wobei ältere Personen oft das bessere Gehör und die grössere Geduld haben.


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