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BeitragVerfasst: Do, 23.1.03 10:59 
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Im Cafe Taubenblau gibt es eine Diskussion über eine Diskussion (sozusagen eine Meta-Diskussion :-)) im HCIG-Forum. Ich habe die Beiträge dort im HCIG-Forum mal mehr oder weniger gründlich durchgelesen. Entgegen der landläufigen Meinung hier, daß CI-Befürworter kinderfressende Technik-Radikalinskis sind, findet man dort viele sachliche Beiträge, die einen Teil dessen, was hier als Wahrheit verkauft wird, in einem anderen, kritischeren Licht erscheinen lassen. Ich möchte jetzt aber nicht zum X-ten Mal die Diskussion pro - oder contra das Cochlear Implantat aufwärmen, sondern bin vielmehr an der spezifischen Sicht Spätertaubter interessiert. Welche Erfahrung, negative und positive, haben sie mit dem CI gemacht? Welche Tips, Empfehlungen können sie geben? Wann ist die Implantation eines CI eine Möglichkeit, wann scheidet sie aus medizinischen, technischen, psychologischen Gründen aus? Wie hört man mit dem CI, wie klingt es?

Bin gespannt auf mögliche Antworten.

Pnin


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BeitragVerfasst: Do, 23.1.03 11:10 
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Hallo Pnin, im HCIG findest du alle Antworten auf deine Fragen!

Besonders die Fragen:
Wann ist die Implantation eines CI eine Möglichkeit, wann scheidet sie aus medizinischen, technischen, psychologischen Gründen aus? Wie hört man mit dem CI, wie klingt es?

Solltest du dort stellen.


Karin


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BeitragVerfasst: Do, 23.1.03 11:49 
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Ich hoffe, jemand der hier etwas zu diesem Thema beitragen will, läßt sich durch den Hinweis "dort steht schon alles" nicht entmutigen. Das Forum hier richtet sich ja speziell an Spätertaubte - dies ist die Zielgruppe!

Pnin


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BeitragVerfasst: Do, 23.1.03 11:52 
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Pnin, fühl sich doch nicht gleich auf den Schlips getreten. Mit dem Hinweis wollte ich dir nur Hilfestellung geben. Denn auch im Schwerhörigen Pinnbord wird immer auf das hcig verwiesen, wenn solche Fragen kommen..

Wil hier natürlich keinem den Saft abdrehen..:-)
Karin


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 10:13 
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@ Pnin,

es kommt auf die Brille an, mit der man bestimmte Leute oder ein bestimmtes Thema betrachtet. "Sachliche Argumente" kannst du drehen und wenden wie du willst: Was du zu einem bestimmten Thema von bestimmten Leuten hören und lesen willst ist für dich sachlich, was dir nicht gefällt ist für dich unsachlich - wie in der hohen Politik.

Ich halte, die von dir zitierten "kinderfressenden Technik-Radikalinskis" - Ärzte, Pädagogen und hörende Eltern gl. Kinder !!, - für Barbaren! Aber das sind abgesehen von den Ärzten denen nichts über ihr Geschäft geht, eigentlich eher wenige, die meisten hörenden Eltern sind mit ihrer Entscheidung pro CI an ihrem gehörlosen/frühertauben Kind von gewissenlosen Ärzten ziemlich allein gelassen worden. Mit jenen Barbaren lohnt sich nicht zu diskutieren. Mit ertaubten erwachsenen CI-Trägern kann man sich durchaus sachlich über ihre Erfahrungen mit ihrem eigenen CI austauschen.

Man sollte hier strikt trennen zwischen den Erfahrungen der spätertaubten Ci-Trägern und den von Ärzten und hörenden Eltern vergewaltigten Kindern.

Wie gesagt die Brille ist entscheidend. Da ich nicht selbst mit Erfahrungen mit eigenem CI dienen kann ziehe ich mich zurück. Aber wenn hier das Thema auf gehörlose CI-Kinder hörender Eltern umschwengt, dann werde ich mich wieder einmischen in diese Diskussion.

Schmiddi


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 11:09 
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Danke Schmidtchen Schleicher, Du hast sehr gut die Problematik umrissen, die ich oft mit Deinen Beiträgen habe, da man bei Dir immer sehr genau die Brille erkennt, durch die hindurch Du die Welt betrachtest. Auch in diesem Artikel zeigt Deine Wortwahl bereits wieder - entschuldige bitte - eine gewisse Unsachlichkeit. Versuch doch mal, Deine Brille abzusetzen ;-).

Sachlichkeit oder Unsachlichkeit entsteht an 2 Stellen in der Diskussion: Der jenige, der seine Argumente äußert, kann dies unsachlich tun, und derjenige, der die Argumente "hört" und bewertet, kann dies auch bereits mit Vorurteilen beladen tun - und damit unsachlich. Immerhin sehe ich die Möglichkeit, die Unsachlichkeit einer Argumentation zu erkennen und herauszufiltern, wenn ich selber mich um Sachlichkeit bemühe und meine eigenen Vorurteile versuche außen vorzulassen. Man nennt so etwas gerne "ergebnissoffene Diskussion", bei der eben die Brille, die man auf hat, eigentlich nicht entscheidend sein sollte.

Ich habe ein wenig diese Diskussion im HCIG-Forum verfolgt und da wurden schlichtweg Erfahrungen geäußert, in einer größtenteils sachlichen Art und Weise, die dem von Dir und anderen gezeichnet Bild schlichtweg wiedersprechen. Auch bin ich auf Erfahrungsberichte spätertaubter CI-Träger gestoßen (mike34, hier im Forum, wenn ich das kundtun darf), die auch zeigen: "Es kann funktionieren!" Ich kenne auch Leute, bei denen das CI ein Schuß in den Ofen war, was noch eine euphemistische Formulierung ist. Es kann also auch nicht funktionieren. Es geht mir daher darum, die Möglichkeiten und Grenzen des CI auszuloten. Angesichts der Tatsache, daß hier die meisten Beiträge aber bis jetzt eher Teil einer Meta-Diskussion waren ... habe ich langsam Zweifel, daß hier etwas dabei herum kommt.

Pnin


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 11:57 
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@pnin:
der "schuß in den ofen" traf bei mir genau ins schwarze. was ich mit dem ci erlebte, steht inzwischen schon kilometerlang in anderen threads.

du hast aber insofern recht, dass man versuchen sollte, sich um sachlichkeit zu bemühen. bei schmiddi scheints mir, dass er sich zu leicht von gefühlen hinreissen läßt. nur allzumenschlich, diese eigenschaft... aber nicht gerade förderlich bei einer diskussion, wenn man bei pro- und contrameinungen auf einen akzeptablen nenner kommen will.
darum gehts ja in diskussionen, nicht?...

ich bin ein entschiedener ci-gegner, sowohl bei kindern wie erwachsenen. aber nicht deswegen, weils bei mir "schief ging", sondern, da es einfach das natürliche hören bei weitem nicht ersetzt. ich seh es als "besseren" hörapparat an. die geräusche, die man dabei vernimmt, sind bloß eine spur feiner, als bei "normalen" hg. der effekt ist aber derselbe!
es ist ein wahnsinn, dass sich leute aufschneiden lassen, nur um ein "bißerl zu hören". wer glaubt, dass ein ci weitaus besser als ein hg ist, hat gewaltig auf beton gebissen.
nichts versteht man damit und das "hören lernen", wie die ci-leute so fromm vor sich herschwafeln, ist nix als käse.
da kannste bis zum erbrechen üben, um dieses geräusch "kennenzulernen". aber sprache?... niemals! höchstens gekünstelt nach intensivem training. kannst vielleicht einzelne buchstaben unterscheiden, hörst diese aber völlig anders, als du es von früher gewohnt bist. kein reines "a" z.b., sondern ein dumpfhelles stöhnen, das man sich im hirn als ein "a" einibrenna soll. es gibt so viele nuancen in den stimmen und jeder mensch hat seinen eigenen "stimmenabdruck". das echte hören ist so fein, dass ein ci niemals an dieses herankommt.

eltern, die ihrem kind mit dem ci was gutes tun sollen, wissen einfach nicht, wie dies funktioniert. gl-eltern schon gar nicht. alle glauben, man müsse nur "hören" lernen und immer wieder lernen. ich wüßte nicht, wie ich es ihnen klarmachen sollte. dazu lassen sich zu viele von emotionen und hoffnungen leiten. da bleibt alle vernunft draußn.
spätertaubte haben die unstillbare sehnsucht, wieder zu hören. denen mit vernunft kommen? versuch mal, einem seit wochen hungernden die dampfende mahlzeit, auf die er sich gerade stürzen will, wegzunehmen... :wink:
auch ich war so n trottl, der alle warnungen außer acht ließ und nur allzubrav in die pr-falle der ci-industrie lief.

na egal, ich weiß jetzt, wie´s da läuft. wer nicht hören will, muß eben fühlen... und dann herzlichst willkommen im kreise der ge- und enttäuschten... :P


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 12:07 
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@ Pnin,

keine Frage: mit mir kannst du sachlich diskutieren wenn du über deine Erfahrungen als CI-Träger darlegst, ich habe kein CI und kann dir auch darlegen warum.
Wir beide können das in eigener Verantwortung selbst enscheiden ob ein CI gut ist oder nicht. Wir beide sind taub, wir können mit nüchternem Sachverstand die Pro und contras an Hand unserer Lebenssituation abwegen. - das ist aber bei gehörlosen Babys und Kleinkindern nicht der Fall.
Die hörenden Eltern sind es die von ihrer Lebenssituation als Hörende ausgehen und mit ihrer Vorstellung, dass gehörlose Kinder benachteiligt sind, sie nicht die entsprechende Förder- und Bildungsmöglichkeiten für eine später vielleicht gute Ausbildung und einen guten Beruf haben, schon so von Vorurteilen über Gehörlose blockiert, dass eine vernünftige und sachliche Diskussion von vorne herein unmöglich ist. Dass die CI-OP gerade bei gehörlosen Kleinkindern ein erhebliches Risiko darstellt, zudem mit sämtlichen unliebsamen und schmerzvollen Begleiterscheinungen behaftet ist, ist bekannt. Trotzdem wird weiter "ganz sachlich natürlich" von den Vorzügen einer CI-OP an gl Kleinkindern erzählt und die Nachteile schlichtweg ignoriert, auch wenn es dutzenderweise Presseberichte über die Gefahren einer CI-OP gibt. ... das sind dann alles tendenziöse und unsachliche Berichte. - Tut mir leid, aber auf solche Bauernfängerei hab ich keine Lust.

Schmiddi


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 12:44 
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@Schmidtchen Schleicher: Erlaube mir eine abschließende Bemerkung zur CI-Diskussion bei Kindern. Ich habe bis jetzt ganz wenige Beiträge zu diesem Thema gelesen, die nicht tendenziös und unsachlich waren. Die meisten Meinungsäußerungen zu diesem Thema sind emotional, tendenziös, unsachlich und zwar auf beiden Seiten.

Kehren wir aber zum Hauptthema zurück: CI bei Spätertaubten. Halfmoon, ich kenne Deine CI-Geschichte nur noch vage (Alzheimer bei mir und SuperGau im Taubenschlag ;-)), aber natürlich reicht so eine Erfahrung aus zu sagen: "Nee, nicht wieder! Kann ich nicht empfehlen!". Es gibt aber auch andere Berichte, wo es funktioniert hat. Ich weiß man wird jetzt wieder sagen, diese Berichte seien geschönt, teilweise auf Druck der Ärzte hin .... will ich nicht ganz von der Hand weisen, will ich aber auch nicht in allen Fällen glauben.

Deine Argumente gegen das CI finde ich nicht ganz so überzeugend. Zum einen sagst Du, daß es einfach das natürliche hören bei weitem nicht ersetzt. Das mag sein. Aber ist nicht ein bißchen Hören besser als gar nichts hören? "Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!" ;-). Ich kann mir schon vorstellen, daß man sich auch mit weniger zufrieden gibt und daß man sich dafür auch aufschneiden läßt. Die Menschen lassen sich auch für ein besseres Aussehen aufschneiden, warum dann nicht für ein besseres Hören? Das Argument kann also für Dich von Bedeutung sein, aber ich kann auch jene verstehen, die sagen: "Das ist es mir Wert!".

Das mit dem "Hören lernen" - das ist keine Käse. Ich weiß selber aus meiner Zeit mit Hörgeräten, daß es eine Umstellung ist und man das "Lernen" muß. Da müssen Frequenzfilter angepaßt werden usw. usf. Dagegen ist das Anpassen einer Brille in den meisten Fällen ein Kinderspiel.

Der Erfolg eines CI hängt sicherlich von vielen Faktoren ab, u.a. natürlich von der Hörkurve. Unter Umständen ist es ja für manche schon ein Erfolg, wenn sie zusammen mit Lippenabsehen auf ein höhreres Sprachverständnis kommen.

Pnin


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 12:48 
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Pnin, hast du die Berichte auf meiner Seite gelesen -Elternhilfe-Elternberichte??

Karin


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 12:53 
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Ja, und?

Nocheinmal: Es geht um Spätertaubte, lange nach dem Spracherwerb, im Erwachsenenalter, mit hörendem Freundeskreis und Arbeitsumfeld etc. etc. pp. Auf der Homepage von Mike34 findet man auch sehr interessante Berichte, die sich ganz anders lesen. So what?

Pnin


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 14:33 
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@pnin:

Zitat:
Deine Argumente gegen das CI finde ich nicht ganz so überzeugend. Zum einen sagst Du, daß es einfach das natürliche hören bei weitem nicht ersetzt. Das mag sein. Aber ist nicht ein bißchen Hören besser als gar nichts hören? "Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!" . Ich kann mir schon vorstellen, daß man sich auch mit weniger zufrieden gibt und daß man sich dafür auch aufschneiden läßt. Die Menschen lassen sich auch für ein besseres Aussehen aufschneiden, warum dann nicht für ein besseres Hören? Das Argument kann also für Dich von Bedeutung sein, aber ich kann auch jene verstehen, die sagen: "Das ist es mir Wert!".


darf ich dich dazu ein wengerl mehr überzeugen?
klar ist ein bißerl hören mehr als gar nix... aber für wem? für einen frühertaubten vielleicht, wenn ihm undefinierbare oder auch nur erahnende geräusche weismachen, DAS sei "hören".
für spätertaubte, die mal hörten und zwar so rein wie´s reiner nicht geht, ists doch nichts. was hastn von blechzerkratzender stimme? urrghh.... da geh ich die wände hoch.

ich halts jetzt mit deafmax sprüchlein "jedem das seine"...
bemitleide solche, die sich freiwillig unters messer begeben, nur um nachher blöd dreinzuschauen. sehr geistreich wird wohl keiner aussehen, wenn er dazu noch die gs lernt, oder?
die wenigen fälle, die meinen, "hören und verstehen" zu können, sind meiner meinung nach arm dran. es ist ein anderes hören, das mir bei dem gedanken daran immer noch ne gänsehaut verpaßt.

mit dem wirklichen hören hat ein ci aber auch gar nichts zu tun. wie willste denn beweisen, dass man "besser hört"? mag sein, vielleicht ein quentchen besser, zugegeben, aber wie?

kommts denn nicht auch drauf an, oder ists total unwichtig, nur um des hörens willen? michael jackson läuft mit einer total zerschnittenen nasn rum, die bei der kleinsten bewegung glei in die nexte eckn fliegt.
tja, warum nicht, wenns ihm gefällt?... kann er wenigstens behaupten, er ist auch ein "nasender"... :wink:

das soll aber nicht heissen, dass sich ci-träger gleich als hörende fühlen müssen. es geht um die qualität. wenn man etwas "kauft", dann nur das beste. ein gelähmter würd sich auch lieber einen elektrischen rollstuhl mit allen schikanen anschaffen, als ein einfaches brettl mit rollen, mit dem er nur mühsam unterwegs sein müßte. genauso seh ich das ci. :roll:

ich würde mir heute erst dann ein ci einsetzen lassen, wenns wie die "hörpille" funktionieren würde - ohne pleiten pech und pannen...


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 15:06 
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Salut Halfmoon,

Deine Wort' versteh' ich wohl, allein es fehlt die Überzeugung ;-). Keine Technik, wahrscheinlich auch nicht die aller besten derzeit erwerbaren Hörgeräte, kommt (zur Zeit!?!?) an die Leistungsfähigkeit des menschlichen Ohres heran, insbesondere bei den "schweren Fällen"! Ich bestreite nicht, daß das Hören mit CI oder auch mit Hörgerät anders ist, als man es "gelernt" oder erfahren hat. Wahrscheinlich führt schon ein normales, altmodisches Hörrohr zu einer "Verzerrung". Aber, hier muß ein jeder selbst abwegen, was er für wichtig und richtig hält. Du sagst: "Ganz oder gar nicht!" Hat was, kann ich durchaus nachvollziehen! Andere sagen: "Lieber ein bißchen als nix!" ... auch nicht völlig von der Hand zu weisen. Ich bin mir da im Moment nicht soo sicher.....

Pnin


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BeitragVerfasst: Fr, 24.1.03 15:46 
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Pnin, du hast mich missverstanden, ich bin auf das von dir geschrieben eingegangen.
Zitat:
Erlaube mir eine abschließende Bemerkung zur CI-Diskussion bei Kindern. Ich habe bis jetzt ganz wenige Beiträge zu diesem Thema gelesen, die nicht tendenziös und unsachlich waren. Die meisten Meinungsäußerungen zu diesem Thema sind emotional, tendenziös, unsachlich und zwar auf beiden Seiten.


Ich weiß, dass es hier um Spätertaubte geht. Ich wollte dir nur zeigen, dass es sehr wohl Berichte gibt. Und tendenziös oder unsachlich sind diese Bericht nicht. Mehr wollte ich nicht.
Karin


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BeitragVerfasst: So, 26.1.03 16:43 
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Karin wies auf ihre Seite mit Erfahrungsberichten von Eltern mit dem CI hin:
Elternberichte

Weitere, wohl überwiegend positive Berichte finden sich unter:
CI Kids

In beiden Fällen geht es allerdings um Kinder, was nicht das Thema hier ist. Andere Berichte habe ich gefunden auf
Michaels Ohrenseite

Dies nur zur Information.

Pnin


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BeitragVerfasst: So, 26.1.03 16:50 
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Pnin, bestelle dir doch einfach mal die "Schnecke" sie beinhalte auch CI Erfahrungsberichte. Ich denke, du kannst noch die älteren Ausgaben bekommen.

Karin


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 Betreff des Beitrags: zur Diskussion
BeitragVerfasst: So, 26.1.03 18:14 
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Es heisst:" Dein Wort versteht ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube" Hamlet/ 1.Akt.


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 Betreff des Beitrags: Re: zur Diskussion
BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 0:21 
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Auerhahn hat geschrieben:
Es heisst:" Dein Wort versteht ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube" Hamlet/ 1.Akt.



Amen Auerhahn !

Bei dem Nick fällt mir der Spruch von Otto ein:

Der Auerhahn, der Auerhahn, der schaut mich ganz schön sauer an!
Das stört mich nicht, weil ich nun penne, und zwar auf seiner Auerhenne ! ;o)

Die eine oder andere ältere Schnecke habe ich noch über, wenn wer Bedarf hat, bitte melden ! Sonst empfehle ich mal auf der Veranstaltung am 01.03.03 in Frankfurt reinzuschauen, da gibts jede Menge sehr erfolgreiche Spätertaubte kennenzulernen !

Einen guten Wochenstart !
Michael


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BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 8:04 
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Hi Mike, warum machst du dich über Auerhahn in diesem Moment lustig? Und ich glaube Pnin fragte nicht nur nach erfolgreichen, sondern nach allen (siehe oben : negative und positive) CI Erfahrungsberichten.

Aber im Prinzip hat Mike Recht, auf den Tagungen werden natürlich positive Erfahrungsbericht erzählt. Die kannst du dir dort (ich denke es gibt Mitschreibekräfte) anschauen. Mich würde dann ein Bericht an dieser Stelle sehr freuen.
Du hast einen sehr klaren Verstand und analysierst gut. Deine Eindrücke/Einschätzungen würden mich sehr interessieren.

Und um vorzubeugen, weil ich anscheindend öfter missverstanden werde, ich meine es überhaupt nicht ironisch!

Gruß Karin


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 Betreff des Beitrags: Spätertaubte
BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 9:16 
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Hallo Karin
Hmmm, Auerhahns erste Wortmeldung in diesem Beitrag war das Hamletzitat. Da ich das als wenig hilfreich empfinde, habe ich ein weiteres literarisches Schwergewicht dagegen gesetzt... (Ironie), bitte nicht böse sein.

Wieviele erfolgreiche spätertaubte Erwachsene muss man denn zeigen, bis erkannt wird, dass das CI im Prinzip das Mittel der ersten Wahl ist ? Natürlich gibts auch weniger erfolgreiche Personen, aber auch jene sind zum großen Teil mehr als glücklich damit nach MEINER Erfahrung. So z.B. eine sympathische Rentnerin, die auch mit CI (OP vor 4 Jahren) nach 30 Jahren Taubheit kein offenes Sprachverständnis hat, aber Ihren Enkel wieder schreien und die Vögel wieder zwitschern hört...

Wie definiert man Erfolg und Misserfolg, wenn nicht aus der Warte des Betroffenen ???

Gruß Michael


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 9:58 
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HI Mike, ich bin nicht böse.

Hab ich irgendwo geschrieben, dass das nicht so ist, für Spätertaubte?

Ich möchte nur einen Bericht von Pnin, wenn er dort hingeht.
Ich möchte wissen, wie er die Vorträge und die Atmospäre dort einschätzt.

Wie kommt es nur, dass immer in meine Worte etwas interpretiert wird? Kann man sich nicht vorstellen, dass ich gar nichts gegen die Technik oder das CI habe, und für Spätertaubte sehe ich es genauso wie du! Es gibt sehr viele, die damit gut zurecht kommen und Nutzen davon haben.

Karin


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 Betreff des Beitrags: CI bei Spätertaubten
BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 10:10 
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Beiträge: 1345
@MIKE

Meine Rezitation zu dem Beitrag von Pnin vom 24.1.2003/16,o6 bezog sich auf das Theaterzitat, nicht auf die Diskussion hier. Ich trug niemals Hörgeräte und trage kein CI. Es sollen hier die Betroffenen zu Wort kommen.
Hingegen habe ich eine Schwäche für Theatertexte "Dein Wort versteh' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". hießt es richtig und ist aus Faust I nicht von Hamlet. Pnin tauschte das Wort "Glaube" gegen "Überzeugung "aus.

@Karin danke für die Blumen.


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BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 12:47 
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Ich fürchte, ich werde es nicht schaffen, am 1.3. in Frankfurt vorbeizuschauen: Zeit ist knapp und die Entfernung ist groß! Schade. Vielleicht kommt ja jemand anderes dazu und kann hier etwas berichten?!?!

@Mike: Es ist die Frage, ob das CI das Mittel der ersten Wahl ist. Es ist eine Möglichkeit und ich versuche gerade herauszufinden, wie gut diese Möglichkeit ist. In meinen Augen wird in der Debatte von allen Seiten zu wenig differenziert.

Ich kenne mehr als einen Fall, in dem die CI-Implantation zum Teil gründlich in die Hose gegangen ist. Ich weiß, Risiken gibt es immer, aber während bei der Gegenseite mich das Gefühl befällt, diese bauscht sie auf, scheint für die andere Seite, die für das CI ist, das Gegenteil zu gelten und die Risiken werden beschönigt. Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, am eigenen Leib sozusagen, daß Ärzte dazu neigen, einem möglichen Scheitern ihrer Methoden, wenn nicht blind, so doch etwas einäugig gegenüber zustehen. Und wenn ich ehrlich bin, Mike34, würde mir persönlich es nicht genügen, was Du über die sympathische Rentnerin schreibst. Ich wüßte auch gerne, ob da nun eine Rabenkrähe, eine Singdrossel oder eine Nachtigal zwitschert und dann kann ich auch wieder Sprache verstehe. Man mißverstehe mich nicht: Ich akzeptiere und kann verstehen, wenn es für jemand anderen ausreicht, wie Du schreibst. Wie Du schon sagst, es geht um die je eigenen Erfahrungen. Diese gilt es zunächst vorurteilsfrei zur Kenntnis zu nehmen (ich habe die Berichte auf Deiner Seite zum Teil schon gelesen), um sich ein eigenes Bild zu machen.

Pnin


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BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 14:51 
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Hallo Pnin!
Wenn man spätertaubt ist, backt man durchaus auch kleinere Brötchen, ob man die zwitschernden Vögel auseinander halten kann. Ich hätte das auch zu meiner gut hörenden Phase nicht gekonnt... ;o) Nun wird sicher auch kein Ornithologe mehr aus mir werden.

Ich habe vor meiner OP 5 CI Träger mit unterschiedlichen Implantaten und Ergebnissen persönlich kontaktet und auch wen, der quasi wieder vom OP Tisch gehüpft ist. Genau dafür haben wir eine Selbsthilfegruppe gegründet und wer vor der OP zwecks Info mit 100 CI-Trägern sprechen möchte, dem kann ich zur Not auch eine entsprechende Anzahl vermitteln. Also es liegt an jedem selber, sich ein Bild zu formen und dann letztlich zu entscheiden... wie detailliert das ist, muss jeder selber wissen, es ist aber beruhigend, dass es solche Angebote mit Ansprechpartnern flächendeckend gibt jenseits der Hochglanzbroschüren der Hersteller und der Halbgötter in Weiss...

Viel Spass bei der Recherche und die Einladung nach Frankfurt steht trotzdem !
Michael


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BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 19:47 
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Für Spätertaubte (auch für spätertaubte Kinder) ist das CI
ein nützliches Hilfsmittel.
Aber es funktioniert nicht bei allen gleich.
Nach meiner Beobachtung können nur CI-Träger, die nicht
länger als zwei Jahre taub waren, Sprache frei verstehen
und mit fremden Menschen telefonieren.
Wer viele Jahre taub war, kann erst nach Jahren intensivem
Training Sprache ohne Lippenlesen verstehen.
Viele CI-Träger verstehen Sprache nur in Kombination mit
Lippenlesen.
Alle CI-Träger sind sich einig: Der Klang ist grob.
Man kann mit CI nicht Musik genießen wie normal Hörende.
(Wenn einige CI-Träger das Gegenteil behaupten,
dann lügen sie, aus welchem Grund auch immer)

Nach meiner Meinung ist ein CI grundsätzlich nur für
echt taube Menschen.
Wer mit Hörgeräten noch etwas hört, sollte das nicht für
ein CI aufgeben!
Wenn es nämlich mit dem CI nicht klappt, gibt es keinen
Weg zurück zum Hörgerät. Auf dem operierten Ohr ist man
ohne CI vollkommen taub.


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BeitragVerfasst: Mo, 27.1.03 21:24 
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CharlyBrown, in welchem Jahr lebst Du ??? Heute trifft es weder zu, daß man bei der OP automatisch ertaubt, bei mir was das nicht der Fall, noch hat der Hinweis mit den "2 Jahren" der Ertaubung auch nur den Ansatz von Richtigkeit. Auch Dir empfehle ich mal dringend einen Spätertaubtentreff zu besuchen und Dich mit dem AKTUELLEN Stand der Technik zu befassen, als Dich stets an den ollen Kamellen von früher hochzuziehen...

Gruß
Michael

P.S.: Heute hatte ich mit einer 84jährigen implantierten Frau gemeinsam ein Zeitungsinterview und muss sagen, die spätertaubte Dame weiss übers CI besser Bescheid als Du...


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BeitragVerfasst: Di, 28.1.03 12:43 
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@Mike34: Statt dieser Polemik gegenüber Charly Brown wäre es doch sinnvoll und nett, Du könntest Deine Thesen etwas untermauern (gilt natürlich auch für Charly Brown, aber er spricht von seinen Beobachtungen). Der Hinweis auf diese Spätertaubten-CI-Träger-Treffen ist da sicherlich ein guter Ansatzpunkt, nur hat leider nicht jeder die Möglichkeit mal eben nach Frankfurt zu fahren. Mal abgesehen davon besteht dann ja noch ein Kommunikationsproblem. Wie wäre es mit Hinweise auf (wissenschaftliche) Literatur, Links, etc?

Pnin

P.S: Der eine Bericht auf deiner Seite scheint Charly Brown übrigens recht zu geben in Bezug auf das Sprachverständniss mit und ohne Lippenabsehen.


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BeitragVerfasst: Di, 28.1.03 14:19 
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Mike, einige Mediziner versuchen heute (besonders bei
Kindern mit Restgehör) eine CI-OP-Technik, bei der die
normale Funktion der Cochlear erhalten bleibt.
Was soll Deine Frage in welchem JAhr ich lebe?
Umgekehrt kann ich sagen: Du lebst wohl in einer zukünftig
möglichen Welt wo es schon die heute noch in PLanung
befindlichen perfekten CI gibt?

Noch ein Nachtrag zum CI für Ertaubte:
Ich kenne einen CI-Träger, der war vorher auf einem Ohr taub
und auf dem anderen Ohr nur schwerhörig.
Mit Hörgerät konnte er Lautsprache verstehen, telefonieren,
Radiohören usw.
Durch irgendeine Infektion mit Hörsturz wurde er taub.
Das war für ihn wie ein Weltuntergang.
Nach sechs Monaten Taubheit bekam er ein CI.
Er konnte mit CI sofort Lautsprache verstehen wie vorher
mit seinem Hörgerät und er ist darum sehr begeistert vom CI.
Bei einer ehemals schwerhörigen Bekannten ist es ähnlich.
Vermutlich können Schwerhörige, die taub werden, mit dem
Klang des CI besser zurecht kommen als ehemals Normalhörende
für die der Klang des CI anfangs sehr ungewohnt ist.

Anderseits kenne ich auch zwei ältere Menschen, die
Jahrzehnte lang taub waren und dann ein CI bekamen.
Die konnten auch nach ein Jahr üben kein Wort verstehen
und nennen das CI „Sch...“.


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BeitragVerfasst: Di, 28.1.03 18:16 
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@PNINund CharlyBrown: Niemand kann die Möglichkeiten des CI für Spätertaubte besser darstellen, als ein Selbstbetroffener. Dabei vergleiche ich VOR der OP mit NACH der OP und keineswegs NACH der OP mit NORMALHÖREN, denn das ist völlig unrealistisch. Je nach Voraussetzung erreicht der eine ein Sprachverständnis ohne, der andere mit Lippenablesen, aber praktisch alle haben deutliche Vorteile gegenüber dem Zustand VOR der OP. Dass Du hier und dort auch jemand findest, bei dem es nicht so gut lief, liegt in der Natur der Sache.

Wem Frankfurt zu weit ist, kann sich gerne einmal bei den 20-30 lokalen Selbsthilfegruppen von DCIG und HCIG schlau machen, eine ist bestimmt auch in Deiner Nähe... Oder fahre mal in eine Reha-Klinik (z.B.: Bad Berleburg) und schau Dir dort die Ergebnisse von über 400 rehabilitierten erwachsenen CI-Träger in der Summe an. Obwohl dort auch und gerade die Problemfälle sind, sind die Ergebnisse einfach gigantisch für die MEHRHEIT der Patienten... Dann kommen wir mal weg vom Standpunkt: "Ich kenne EINEN Patienten der..." Ich kenne mittlerweile über 100 spätertaubte und einige frühertaubte Patienten persönlich und keiner möchte sein CI mehr weglegen !

Schönen Abend
Michael


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BeitragVerfasst: Di, 28.1.03 22:31 
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Mike, ja, niemand kann besser beurteilen wie das Hören mit
CI ist als Menschen, die selbst ein CI haben.
Ich habe selbst ein CI und kenne andere CI-TrägerInnen.
Und ich kenne auch Eltern von Kindern mit CI.
Wenn Du hier im Forum genauer liest, kannst Du erkennen:
Ich sehe das CI positiv für Spätertaubte.
Aber ich sehe es realistisch und sage darum:
Es ist für taubgeborene Kinder wenig erfolgreich und
auch viele langjährig taube Menschen sind vom CI entäuscht.
Was ist eigentlich Dein Anliegen?
Willst Du das CI zum Allheilmittel für alle tauben Menschen
hochjubeln?
Willst Du Dich selbst als erfolgreichen CI-Träger darstellen?
Es gibt im Forum auch auf der anderen Seite Leute, die
nur sich selbst darstellen und ihre Meinung für allein richtig
halten.


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BeitragVerfasst: Di, 28.1.03 23:08 
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CharlyBrown, ich schreibe wie Du vor allem MEINE Meinung hier. Vielleicht bildet meine Meinung einen Kontrast zur allgemeinen tendenziell negativen Grundstimmung des CI, aber ich berichte hier nur von meinen Erfahrungen: Nothing more, nothing less !

Ich kenne als spätertaubter die Grenzen des CI, vor allem aber seine Chancen und dafür trete ich ein ! Ich nehme meine guten Erfolge auch nicht als Maßstab, sondern sehe in meiner ehrenamtlichen Arbeit viele viele positive Lebenswege, die eine Gemeinsamkeit haben: Das CI !

Es freut mich, dass Du auch gute Erfolge mit Deinem CI hast, es freut mich SEHR !

Viele Grüße
Michael


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BeitragVerfasst: Mo, 24.2.03 19:52 
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Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hasse CI.
Am besten ist Hörgeräten.
Das hilft auch besser.
Bei CI kannst du auch mal vielleicht Stromschlag bekommen. :cry:
Das habe ich mal gehört
:-)Jojo14

_________________
Hallo Gehörlosen+Schwerhörigen!
Wer interessiert für Klonen?
Was sagt Ihr darüber?
Ich bitte euch eine Nachricht bei mir zu schicken, weil es ist meine Hausaufgabe in Sozialkunde(heute: Politik und Wirtschaft), was ihr dazu meint.
Bis dann!
Jojo14


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BeitragVerfasst: Di, 25.2.03 0:26 
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Hallo Jojo14 !

Ganz egal worum es geht, ein Ding zu hassen oder einen Menschen zu hassen, ist aus meiner Sicht beides ziemlich daneben. Man kann anderweitige Standpunkte haben, aber ich käme kaum auf die Idee, jemanden für den anderen Standpunkt zu hassen...

Viel Spass mit Deiner Schulaufgabe...

Michael


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BeitragVerfasst: Di, 25.2.03 15:11 
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Mike, Jojo hat gesagt, er hasst das Ci, nicht, dass er Menschen, die ein CI tragen hasst! Das Hass nicht unbedingt das Beste der Gefühle ist, ist klar, aber auch ich kenne Menschen, die alles um das CI herum hassen gelernt haben.
BItte dreh nichts um, ja?! Ein Ding nicht zu mögen ist völlig in Ordnung. Egal aus welchen Gründen!
Danke Karin


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BeitragVerfasst: Di, 25.2.03 15:57 
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Karin, wie wärs, wenn Du meinen Text einfach nur nochmal liest ??? Dann sollte sich Dein Beitrag eigentlich im Nichts auflösen...

Gruß
Michael


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BeitragVerfasst: Di, 11.3.03 22:08 
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Verdächtig ruhig hier ! Muss daran liegen, dass ich am Relaunch meiner Ohrenseite gearbeitet habe... :)

2 Erfahrungsberichte sind schon online und 2 weitere kommen binnen 24 Stunden drauf. Wer also mal schauen will...

Schönen Abend noch !
Michael


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@MIKE
Viele Schreiber sind beim Thema der gehörlosen Gehörlosenlehrerin gelandet. Ich glaube, dass viele gute Schreiber sich nicht wohl fühlen bei der Diskussion pro und kontra Deutsche Schriftsprache, resp. sich nicht auskennen, wie sie schreiben sollen.


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BeitragVerfasst: Di, 11.3.03 23:11 
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@Auerhahn, da hast Du sicher absolut Recht ! Ich gebe zu, da fühle ich mich auch ein wenig hilflos dabei...

Einer der Erfahrungsberichte wird in Englisch sein, daher würde mich mal interessieren, ob das Thema "Pro und Kontra Englische Schriftsprache" bei den GLs in Übersee überhaupt ein solches ist...

Gruß Michael


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BeitragVerfasst: Di, 11.3.03 23:22 
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@Mike34: Die Berichte mögen ja ganz interessant sein ... sie sind im Moment nur völlig wertlos für mich, da sie als Word Dokumente zur Verfügung gestellt werden. Mal abgesehen davon, daß es wohl Möglichkeiten gibt, sich damit Viren einzufangen, sind solche Sachen für alle, die z.B. unter Linux arbeiten (es gibt so ein paar Verrückte und es werden immer mehr ;-)) nicht oder nur mit großen Mühen lesbar oder druckbar! Warum nicht die Texte als einfache HTML-Dokumente oder zumindest als PDF-Datei bereitstellen? Mag jetzt ein wenig beckmesserisch sein, meine Bemerkung aber ...

Pnin


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... aber nachvollziehbar !

Meine Mittel sind aber leider begrenzt, daher kann ich es eben nicht allen Recht machen...

Sweet dreams !
Michael


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Hmmm, irgendwie wiedersprechen solche WWW-Seiten, deren wichtigster Inhalt lediglich als Word-Dokument zugänglich ist, doch der Grundidee des Internet, nämlich Informationen möglichst für alle zugänglich zu machen. Gibt es denn keine Option der Art "Speicher als HTML Dokument" oder "Speichern als Webseite" in Word? Billy Gates denkt doch sonst immer an alles, was seinen Geschäften förderlich ist ;-)

Pnin


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BeitragVerfasst: Mi, 12.3.03 19:04 
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Aloha Pnin,

FULL ACK. :-)))

stimmt, eigentlich gibt's ja Freeware-Applikationen im Web, die aus Word-Dokus in PDF bei guter Qualität umwandeln können. Da braucht man keine finanzielle Mittel.

~Luke

_________________
deitschsprachig? gebärdensprachig! :-)))


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Wie wärs, wenn Ihr Euch die Doc's mal runterladet, umwandelt in PDF und mir dann mailt ? Sicher eine dankbare Aufgabe... Mir selber fehlt dazu derzeit leider die Zeit, ich kümmere mich primär um den Content, mein Bruder ist der Webmaster...

Also ich erwarte in kürze Eure PDFs, ok ??? :)

In diesem Sinne Guten Morgen !!!

Michael


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Auch PDF-Dateien halte ich mit Verlaub eigentlich für eine Krücke, die der Grundidee des Web widerspricht. Du hast doch die Worddateien und in der Word-Version, die ich mir gestern mal angesehen habe, gibt es eine Option: "Speichern als Webseite" oder "Als Webseite speichern" ....

Pnin


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BeitragVerfasst: Do, 13.3.03 8:40 
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Klar gibt es die Funktion in Word. Ich muss schon lachen wenn ich nur dies hinundher lese:-)

Armer Pnin, du hast es schon schwer;-)
Karin


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BeitragVerfasst: Mi, 23.4.03 11:14 
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Hallo,

bin heute zum ersten Mal auf der Hompage vom Taubenschlag u. bin auch auf gleich auf das Thema bzgl. "Spätertaubte.." gestoßen, da es mich selbst betrifft. Leider hat sich wohl alles im Sande verlaufen. Hätte gerne mehr gelesen, da ich gerade vor der Endscheidung stehe: CI ja oder nein. Zu mir persönlich muß ich sagen, daß ich erst ab dem 30. Lebensalter schwerhörig geworden bin. Ich leide an Otosklerose. Mittlerweile nach 10 Jahren bin ich jedoch auf dem rechten Ohr fast taub. Leider ist mein Innenohr aber auch ziemlich verknöchert, was eine CI-Implantation ziemlich schwierig macht. Ich tendiere auch eher in die Richtung zum CI als dagegen. Lieber doch ein bischen hören, als überhaupt nichts! Was hab ich denn zu verlieren, wenn das eine Ohr taub ist? Doch nichts! Eigentlich kann ich doch nur was dazu gewinnen! Für mich ist das CI auf jeden Fall eine Chance! Die auch zur gegebener Zeit nutzen werde. Nichts gegen Taubheit...aber für ist sie ungewohnt...ja beängstigend! Leider kann ich mit Erfahrungen mit dem CI NOCH nicht dienen...kann halt nur meine Einstellung zum CI darlegen.

@hi Michael: du treibst dich auch überall rum...gell?

Liebe Grüße

Elfi[/quote]


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BeitragVerfasst: Mi, 23.4.03 12:49 
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hi elfi,

erschtmal willkommen auf unserer insel der (un)seeligen. :wink:

du kennst also den mike, unseren überzeugten verfechter des ci? wahrlich, er ist ein tapferer jünger seiner überzeugung und nimmamüd, des auch in der (ungläubigen)welt kundzutun.

wie du schon sicherlich merktest, bin ich in sachen ci negativ eingestellt. falls du das hören... äh, lesen möchtest, dann bitte. wenn nicht, schadets deinen augen auch nicht, ein paar zeilen zuviel negatives intus zu bekommen, bevor du dich ausm thema rausklinkst.

es gibt ne menge erfahrungsberichte über das ci und - ehrlich gestanden - sind die meisten positiv dem ci gegenüber eingestellt.
ich berichtete auch schon mehrmals aus eigener erfahrung darüber, ist hier irgendwo nachzulesen. seit das ts-forum seit nem guten jahr ausn dornröschenschlaf erwachte, gibts hier ne rauhe menge postings zu den verschiedensten themen rund um die hörbehinderung.
doch ich schweife ab, sorry...

also, ich ertaubte im alter von 8 jahren auf dem rechten ohr an mumps mit anschließender meningitis. vorher hörte ich normal - allerdings nur aufm rechten ohr. das linke ging schon mit 3 jahren durch mittelohrentzündung in die ewigen jagdgründe.
hoffe nur, dass manitou meines geschenkes wegen, das ich ihm seinerzeit verehrte, nicht auch noch taub geworden ist und jetzt mühseelig die gebärdensprache lernen muss.... 8)
weht dann und wann ein kräftiger wind durch die gegend, weiß ich - auch ohne gen himmel zu blicken - dass er sich mühe gibt, ne unterhaltung in gang zu bringen und dabei aufgeregt scheint :D

tja... für mich war die erste ertaubung gar nicht schlimm. hörte aufm rechten ganz normal und scharf, merkte überhaupt nicht, dass ich links nicht hörte. ein phänomen, dass ich mir bis heute nicht erklären konnte. versucht man, ein auge zu schließen, um nur auf einem zu sehn, wirds bald unangenehm. ob es sich mit dem hören auch so verhält?... ich weiß es nicht.

jedenfalls wuchs ich mit dem hören auf, eignete mir die lautsprache (wie sie von uns so genannt wird) an bis hin zum day of no return. eines dezembertages schwillte mein hals so stark an, dass ich mit jedem beliebigen a- oder b-hörnchen in konkurrenz treten konnte.
der doc, der mich damals behandelte, tat nix weiter, als mir den hals mit salben einzureiben und es damit bewenden zu lassen. er tat auch nix, als er hörte, wie ich langsam ertaubte.
anstatt mich schnellstens in eine klinik einzuweisen, wo eine sofortige medizinische behandlung mit allen zur verfügung stehenden mitteln vielleicht noch helfen könnte, spazierte der einmal in der wochn zu meinem krankenbett daheim und zuckte jedesmal die achseln... :evil:

doch das erfuhr ich erst mit 30 jahren von einer nachbarin. zu spät, um den noch zu erwürgen, denn er segnete dann schon bald das zeitliche. na hoffentlich brät er jetzt schön bruzzlig auf alle ewigkeit in der hölle...

nun, ich ertaubte innerhalb 3 tagen. merkte zu anfang, dass ich immer schlechter hörte und man am 3. tag vor auftun der glorreichen welt hartmuts schon schreien musste, dass ich überhaupt was verstand.
erst dann kam ich in die klinik, wo ich drei wochen blieb. zu reparieren gabs nichts mehr, alles war den jordan hinüber.
naja... der schock kam erst viel später. dann, als ich merkte, wie man mir ausn weg ging. wer konnte mit mir schon "g´scheit redn"?

dies nur als einleitung. sorry, wenns ein bißerl zu ausführlich war.

meine eltern versuchten natürlich alles, was damals möglich war, dass ich mein gehör wieder erlange. nach einiger zeit gab mans dann auf und ich begann mich daran zu gewöhnen, nie mehr so normal wie früher zu hören. hörgeräte halfen nix, damit hörte ich zwar geräusche, aber sehr undefiniert. konnte nichts einordnen, nicht mal männer- oder frauenstimmen erkennen.
mit dem rechten ohr wars zwar noch möglich, aber so verzerrt, dass es nicht sehr angenehm war.

ich behielt die erinnerung ans hören so stark im gedächtnis. nichts konnte sie weglöschen, die sehnsucht danach schlummerte seicht an der oberfläche, bereit, bei der geringsten hoffnung hellwach zu werden... und zu handeln.

vor 18 jahren wars dann soweit. die medien brachten berichte über eine neuartige methode, tauben das gehör wieder zu geben. das ci gabs dann schon 2 jahre, bevor ich mich entschloß, mir auch eines einsetzen zu lassen. was hatte ich schon zu verlieren? noch tauber konnte ich nicht werden....

aber pustekuchen... hätt ich bloß gewußt, was alles auf mich zukam. :roll:

bei der op hatte ich glück und einen guten arzt. es gab keinerlei probleme beim eingriff und beim nachher, auch jetzt. ich spürs nicht, kann sport damit betreiben, wenns nicht gerade boxen oder karate ist. auch tauchen bis zu einer gewissen tiefe ist möglich.
nur... mit dem hören, so wie ichs mir vorstellte, wurde es nix. zwar vermittelt das ci ein quentchen feinere geräusche gegenüber einem herkömmlichen hörgerät, das ist aber auch schon alles. vertstehen kann man damit nullkommajosef.
ich verzichtete schon bald darauf auf das tragen des sendegerätes. jedesmal, wenn ich lauter dreh, kamen unangenehme stromstösse, die mich in hals und nase kitzelten.

das schlimmste aber kommt noch:
ich höre jetzt auf dem betreffenden ohr überhaupt nix mehr! nicht mal flugzeuglärm, geschweige denn stimmen, wenn sie laut wurden. die ci-elektroden werden am nerv eingesetzt und blockieren ihn damit. würds ci rausgenommen werden, stirbt der hörnerv sofort ab.
ich bin also vom regen in die traufn kommen. egal was ich mach, ich bin noch tauber als zuvor. ja, wenns nicht so traurig wär, könnt man drüber wiehern...

als ich dann von dir hier las, dass du nur auf einem ohr taub bist, kamen dann die erinnerungen an mein eigenes schicksal wieder hoch.
bist du wirklich nur auf einem ohr taub? funktioniert das andere noch halbwegs? wenn ja, laß bitte alle finger vom ci.
wenn nein, dann auch! glaub mir, die enttäuschung, die du danach hast, ist größer als die sehnsucht jetzt.

ein ci-träger kann sich beispielsweise keiner mrt-untersuchung unterziehen. die gefahr, dass es verrutscht ist zu groß. auch gibts probleme mit strahlungen. man läuft als wandelnder sondermüll durch die gegend. jedes ci ist sondermüll, wußtest du das nicht?

kritiker hielten mir entgegen, als ich von meinen negativen erfahrungen sprach, dass es seinerzeit noch nicht so gut war wie jetzt, wo es 8- oder mehrkanälige sender/empfänger gibt. die verfeinern angeblich die geräuschaufnahme.
eines ist aber sicher, so wie jetzt (oder früher) wirst du nie mehr hören - auch nicht mit ci.

manche behaupten, sie können mit dem ci wieder telefonieren. für mich nicht nachvollziehbar, da unmöglich. man spricht auch davon, dass man immer wieder üben müßte, um sich an die "anderen töne und klänge" zu gewöhnen. wischiwaschi, sag ich dir. damit hat sich gar nichts.

ich könnte noch mehr darüber schreiben, aber das würde den rahmen eines normalen postings sprengen.

falls du bis hierher mitgelesen hast, dann weißt du einiges über die negative seite.
vielleicht hilft dir mein erfahrungsbericht bei der entscheidung. du kannst natürlich mit jedem ci-träger reden, ihn ausfragen, wie er sich fühlt, ihn testen. mach dies ruhig und lass dir dabei zeit. vor allem keine emotionen hochkommen lassen, sehnsüchte verdrängen, kühl und logisch denken.

eines muss ich noch sagen:
als ich damals vor der op verlangte, mit ci-trägern zu reden, um sie über ihre erfahrungen zu befragen, verweigerte man mir dies aus gründen des datenschutzes. man nannte mir lediglich zwei patienten, die dann voll des lobes übers ci waren. das gab mir damals schon zu denken, dass ich nicht auch andere befragen durfte. die zwei übrigens konnten nichts verstehen, gaben nur damit an und fielen bei meinem test durch.

weshalb ichs ci trotzdem an mir implantieren ließ?...

darauf gibts nur ein wort:

endstation sehnsucht

also, holzauge, sei wachsam und halt deine gefühle außen vor!
immer kühl überlegen und dich durch nichts hinreissen oder verführen lassen.

in diesem sinne - viel glück bei deiner entscheidung und vor allem kraft...


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BeitragVerfasst: Mi, 23.4.03 13:34 
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@Halfmoon: Tja, jeder ist das Produkt seiner Umwelt. Du hast früher schlechte Erfahrungen mit dem CI gemacht und hälst Dich daran bis zum Ableben fest, das ist Dein gutes Recht. Du kannst auch gerne mal Dein Auto von vor 18 Jahren mit dem von heute oder Deinen PC vergleichen, sofern Du damals schon einen hattest...

Die Welt dreht sich weiter und die Technik wird besser. Das kann sich auch Elfi an Ihren 11 Fingern abzählen ;) Bei unserer CI Veranstaltung in Frankfurt waren ca. 80 zufriedende CI-Träger jeder Art da, auch welche die 1986/87 ihr CI bekommen haben. Keiner sagt, Ihr Hören wäre dem eines Normalhörenden ebenbürtig, aber wie Elfi schon sagte: "Was hat sie zu verlieren... ???" Und komm nun bitte nicht wieder mit der Arie der OP-Risiken...

Sonnige Grüsse
Michael


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BeitragVerfasst: Mi, 23.4.03 13:59 
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@mike:
stimmt, auch du bist ein produkt der ci-industrie und bekennst dich dazu - dein gutes recht. denn... ohne versuchskarnickel kein absatz.
dein vergleich hinkt aber etwas, denn mit dem ci kann man keine vergleiche anstellen, ohne sich selbst zu opfern. also sich wegzuschmeissen, wenn du so willst.

80 zufriedene ci-jünger waren also in frankfurt... und keiner sagte, ihr hören wäre dem eines normalhörenden ebenbürtig?

besten dank für diese antwort, die genug besagt... :wink:

warum soll man sich dann eigentlich ein ci einsetzen lassen?
um brav durch die gegend zu watscheln und sagen "hipp, hipp, horray, ich höre wieder"?
ja, hören schon, aber wie?.... :roll:

drauf kommts doch an, mein lieber, oder nicht?
ich kann aber nicht umhin, meinen hut vor dem einmütigen zusammenhalt aller ci-besessenen zu ziehen... respekt!

und... was hat man schon zu verlieren? nee, gar nichts, oder?
is jo eh wurscht, obs schief geht... meinst du das?
abermals danke für diese versteckte warnung, die du damit unabsichtlich ausgesprochen hast. wie man sich nachher fühlt, ist wohl gar nichts? wenn alle erwartungen aufs gröbste getäuscht worden sind und der gewinn so schmal, daß man ihn selbst mit der lupe nicht findet?
dann auf nach frankfurt zu den anderen jüngern und zufrieden neben ihnen die welt anlächeln, stets betonen, wie glücklich man doch mit seinem unglück ist...

weshalb kommen eigentlich soviele ci-geschlachtete zu den gehörlosenvereinen und wollen die gebärdensprache lernen?
weil sie sich kommunikativ in der hörenden welt nicht zurechtfinden und das hochgejubelte ci ein (sonder)müllhaufen ist.

amen...

heitere grüsse


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BeitragVerfasst: Mi, 23.4.03 15:16 
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Hallo Elfi!

Kannst Du näher erläutern, was "Otosklerose" ist? Ich weiß nicht, ob jeder Leser hier etwas damit anfangen kann - meine eigene Vorstellung ist auch nur sehr ungenau. Deine Argumentation unter dem Motto "Was soll passieren, es kann ja nicht noch schlimmer werden!" kann ich nachvollziehen, frei nach dem Spruch: "Und eine Stimme sprach zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!" und ich lächelte und war froh .... und es kam schlimmer!" ;-). Halfmoon hat ein beredtes Beispiel davon gegeben. Mike kommt dann mit dem Argument: "Die Technik ist weiter, besser, schneller, schöner!" - nicht ganz von der Hand zu weise, aber es entkräftet auch nicht wirklich Halfmoons Bedenken. Es gibt immer wieder Fälle, in denen die CI Operation nicht den gewünschten Erfolg bringt und es gibt auch immer wieder Fälle, in denen sie als Mißerfolg zu werten ist. Wer's nicht glaubt, der suche mal in den alten "Sehen statt Hören" Sendetexten nach, etwa vom Mai 2000. Damals wurde ein Bericht über eine gründlich mißlungene CI-Operation gebracht. Insofern bin ich skeptisch, wenn man mir weismachen möchte, man habe nichts zu verlieren.

Ich möchte nun nicht so apodiktisch wie Halfmoon sagen: "Tu's nicht!". Ich würde aber schon mal kritisch fragen, inwieweit z.B. die offensichtliche Verkalkung der Cochlea einen Erfolg überhaupt möglich macht. Was geschieht im weiteren Verlauf Deines Lebens? Hört die Verknöcherung auf oder geht sie weiter? Wie verträgt sich das mit der Elektrode? Was wäre für Dich, Elfi, ein Erfolg? Die Fähigkeit, das Telefonklingeln vom Staubsauger unterscheiden zu können, oder einem Gespräch in einer Kneipe folgen zu können?

Pnin


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