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 Betreff des Beitrags: Neu und schon falsch
BeitragVerfasst: Di, 8.5.07 1:41 
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Registriert: Di, 8.5.07 1:20
Beiträge: 1
Wohnort: Hessen
Hallo zusammen,
mein Name ist Lara, ich bin 23 Jahre alt und komme aus Hessen.
Ich habe noch einem Forum für Stumme gesucht, aber nur dieses hier gefunden, denke jedoch, dass ich mich hier auch ein wenig umsehen kann, weil bei vielen ja Taub mit Stumm verbunden ist.
Wie es kam, werde ich jetzt schreiben.
Ich war immer ein seh quietschiges Mädel und auch immer und überall nicht zu überhören, bis ich kurz nach meinem Achzehnten Geburtstag sehr krank wurde. Ich hatte Fieber über 41° und musste ins Krankenhaus, teilweise auch künstlich beatmet werden etc. Ich hatte Halluzinationen und Fieberkrämpfe... nach 2 Wochen hatten die Ärzte das ganze dann im Griff und es ging mir besser, ich war jedoch sehr geschwächt von der ganzen Sache.
Dabei kam etwas zustande, was keiner vermutet hatte. Extrem geschwächt durch die Krankheit, machte sich in meinem Hals eine Entzündung breit und die Stimmbänder litten so extrem dadurch, dass sie nicht mehr funktionsfähig waren. Ich seither nicht mehr sprechen beziehungsweise kommt mehr als ein leises flüstern nicht mehr zustande und habe mich immer mit Händen und Füssen dagegen gewehrt, dies zu akzeptieren. Eine Ausbildung habe ich trotz meiner Behinderung dann doch bekommen, und zwar im IT Bereich. Meine komplette Kommunikation bewegte sich durch Emails, Powerpointpräsentationen, schreiben auf Blöcken (oh wieviele ich davon mittlerweile schon verdonnert habe will ich nicht wissen), und einer E-Book Reader Software für den PDA und für mein Notebook.
So habe ich mich jetzt nur 5 Jahre durchgeschlagen und kam auch immer gut zurecht damit.
Doch jetzt muss ich einen Schritt weiter denken, denn ich bin im vierten Monat schwanger und ich kann mit meinem Baby dann ja nur schlecht schreiben.
Es gibt die möglichkeit einer Operation um zu versuchen die Stimmbänderfunktion teilweise wieder herzustellen, aber die Chancen stehen nur bei 50 zu 50 und möglich ist diese OP auch erst nach der Geburt da Ärzte Vollnarkosen während der Schwangerschaft vermeiden wollen.
Soweit so gut. Jetzt muss ich mich mit alternativen auseinander setzen, Gebärdensprache bleibt dabei mein Schlagwort.
Ich wollte mich nun informieren, was für möglichkeiten es gibt, diese zu erlernen, wo es die Möglichkeiten gibt im Großraum Frankfurt und ob und wieviel mich das ganze kostet.

Mein zukünftiger Mann unterstützt mich in der Hinsicht auch auf jede erdenkliche Weise und würde gemeinsam mit mir jeden Hebel der Welt in Bewegung setzen um eine Lösung zu finden.

Gibt es Anlaufstellen (wahrscheinlich schon ^^ ) ?

Ansonsten ist noch eine offene Frage von mir, die Kommunikation im Internet, mein Freundeskreis unterhält sich für Unternehmungen viel über einen Voice Server, ist supi toll das ganze, dafür nutze ich dann halt das Programm "ReadPlease2003" um zu "reden" und es klappt, dennoch klingt mir die Stimme und der Ausdruck dieser künstlichen Stimme viel zu plastisch, gibt es "gescheite" Sprachsoftware, die "menschlicher" klingt?

Ich weiß, ich habe viele bitten auf einmal für Informationen aber wollte nicht gleich für jede Einzelheit ein neues Thema aufmachen.

Liebe Grüße

Lara


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di, 8.5.07 12:07 
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Registriert: So, 25.3.07 17:35
Beiträge: 20
Liebe Lara,

mit Informationen zum Gebärden kann ich leider (noch) nicht dienen. Aber eine meiner Cousinen ist ebenfalls stumm, seit ihre Stimmbänder bei einer Operation zu Schaden kamen, und hat inzwischen zwei Kinder. Bereits während der ersten Schwangerschaft hat sie eine wunderbare Hebamme kennengelernt, die dann auch den größten Teil der Vor- und Nachsorge übernommen hat. Diese Hebamme hat ihr viele Tips gegeben, wie sie – insbesondere in der ersten Zeit – die fehlende Stimme ersetzen könnte, nämlich vorwiegend durch Körperkontakt: Babys orientieren sich zu Beginn zwar auch viel über das Gehör, aber vor allem mithilfe des Geruchs- und Tastsinns: Sie können ihre Mutter riechend identifizieren, weshalb man während der Stillzeit z.B. auch kein Parfüm verwenden sollte, weil das die Babys irritiert. Bei liebevoller Berührung fühlen Babys sich sofort geborgen. Da braucht’s keine Worte. Meine Cousine hat damals einen Babymassagekurs mitgemacht, den sie ganz toll fand (viele freiberuflichen Hebammen, aber auch Entbindungskliniken bieten solche Kurse an). Außerdem hören die Kinder ja nicht nur die Stimme der Mutter, sondern wachsen vorgeburtlich mit einem großen Geräuschspektrum heran, so daß sie typische Bewegungen und Tätigkeiten der Mutter nachgeburtlich wiedererkennen können. Die meisten Babys genießen es, wenn man sie so auf den Arm nimmt, daß sie den Herzschlag der Mutter hören können. Besagte Hebamme hat meiner Cousine damals dazu geraten, ihr Kind an eine besondere Beruhigungsmusik zu gewöhnen. D.h. meine Cousine spielte in den letzten Schwangerschaftsmonaten immer eine bestimmte CD ab, wenn sie den Eindruck hatte, daß das Kind besonders unruhig oder aufgeregt war. Dazu streichelte sie über den Bauch. Die Musik hat dann nach der Geburt tatsächlich den erwünschten Beruhigungseffekt gehabt. (Die Hebamme hatte ihr von einer Spieluhr abgeraten, weil die nur so kurz läuft…). Ja, und dann haben beide Kinder ein Lieblingskuscheltier, das mit einem Hebammentip zusammenhängt. Die Hebamme empfahl meiner Cousine nämlich, ein kleines Plüschtier oder Stofftuch zu kaufen und es während der Schwangerschaft mit ins Bett zu nehmen. Beide Kinder waren von Anfang an ganz wild auf das weiche Etwas, das nach Mama roch.
Übrigens kommen die Jungs (inzwischen 6 und 4 Jahre) prima mit der Gesamtsituation zurecht: da sie einen sprechenden Vater haben, gab’s mit der Sprachentwicklung keine Probleme. Im Gegenteil: beide haben sehr schnell sprechen gelernt und sich daran gewöhnt, ihrer Mutter Fragen meist so zu stellen, daß sie sie mit Nicken und Kopfschütteln bejahen oder verneinen kann. Außerdem haben sie ein paar familieninterne Gebärden, aber meine Cousine ist bisher nicht dazu gekommen, richtig DGS zu lernen (und momentan wohnen sie in Frankreich).
Schwierig war für meine Cousine vor allem die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr: Da konnten die Kinder zwar schon weglaufen oder verbotene Schrankfächer ausräumen, aber mußten eben erst lernen, was „nein“ bedeutet – und wenn man dann nicht „nein“ sagen oder rufen kann… Wie sie es mit dem ersten Kind gemacht hat, weiß ich gar nicht, aber bei dem zweiten hat sie mit Klopfzeichen gearbeitet, d.h. sie hat dem Kleinen etwas aus der Hand genommen bzw. ihn von etwas abgehalten und dazu zweimal geklopft, so daß er später auch aus der Distanz auf dieses „nein“ reagiert hat. Allerdings schrieb sie mir einmal, sie hätte wohl besser ein Klatschen oder lautes Schnipsen als „nein“ einführen sollen, weil sie das Klopfen draußen (z. B. im Straßenverkehr) schlechter anwenden konnte.
Aber das hat ja bei Dir noch etwas Zeit… Erst einmal alles Gute für die Schwangerschaft! Falls sich irgendwann konkrete Schwierigkeiten ergeben sollten, kannst Du Dich gerne bei mir melden, ich werde dann bei meiner Cousine nachfragen.
Viele liebe Grüße und ein herzliches Willkommen
Hagebutte


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BeitragVerfasst: Di, 8.5.07 13:00 
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Registriert: Fr, 28.7.06 12:36
Beiträge: 50
Wohnort: Thüringen
Liebe Lara, liebe Hagebutte,
ein spannendes Thema! Ich habe keinerlei Erfahrung mit Stummen, aber finde es hochinteressant, was Hagebutte berichtet und wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche nach Wegen, mit den Kindern gut zu kommunizieren.
DGS-Kurse gibt es günstig an den Volkshochschulen (in Jena sind es ca. 30 Euro für 14mal 45min. Die Qualität der Lehrer ist aber unterschiedlich. Zusätzlich über ich mit der CD "777 Gebärden", die ist aber nicht ganz billig (es gibt auch noch zwei Fortsetzungen).
Ich finde Gebärden gar nicht so schwierig wie erwartet, aber ich kann auch noch nicht viel, habe im April erst angefangen...
Gruß, Doni


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BeitragVerfasst: Di, 8.5.07 16:05 
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Registriert: Mo, 21.10.02 17:35
Beiträge: 48
Wohnort: Wesel
Hallo Lara,

vielleicht hilft dir mein Tipp auf der Suche nach einem DGS-Kurs weiter. Wenn ich das richtig im Kopf habe, hat die Kölner Sprachschule für Gebärdensprache "Loor Ens" eine Zweigstelle in Frankfurt. Guck doch einfach mal im Telefonbuch oder auf der Homepage nach.
Die Kurse kosten zwar nen Euro mehr als an der VHS, dafür hast du kleine Gruppen und nette Leute.

LG, Ruth


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BeitragVerfasst: Di, 8.5.07 21:19 
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Registriert: Mi, 17.12.03 16:09
Beiträge: 265
Wohnort: Berlin
Hallo Lara1983,

schön, dass Du hier schreibst! :-)))

Hier findest Du Adressen wegen DGS-Kursen, nach Bundesland sortiert: http://www.gehoerlosen-bund.de/gebaerde ... gebote.htm

Hier irgendwo im TS-Forum wurde mal was gefragt wegen Adressen zu DGS-kompetenten Trauma-Therapeuten. Weil die Personen, die solche Therapie benötigten "stumm" seien, aber hören könnten. Evt magst Du mit diesen Leuten Kontakt aufnehmen?

Ich lerne DGS seit jetzt 5 Jahren - und habe in ihr eine wunderschöne Sprache entdeckt. Ganz anders als Lautsprache, aber wunderschön ausdrucksvoll und auf linguistischer Ebene voll belastbar! Ich mag den Kontakt zu anderen DGSlern sehr gerne.

Liebe Grüsse von biene63


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BeitragVerfasst: Mi, 9.5.07 10:30 
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Registriert: Mo, 19.2.07 14:22
Beiträge: 40
Wohnort: Hessen
Ruth hat geschrieben:
Wenn ich das richtig im Kopf habe, hat die Kölner Sprachschule für Gebärdensprache "Loor Ens" eine Zweigstelle in Frankfurt.


@Ruth
Leider gibt es diese Zweigstelle schon lange nicht mehr. :(

@Lara1983
Ich komme selber aus Frankfurt am Main und kann Dir hier sagen,wo Du Gebärdensprache lernen kannst.



Viel Erfolg! :wink:

_________________
zur Zeit signaturlos :)


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