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BeitragVerfasst: Do, 5.7.12 17:52 
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Registriert: Fr, 29.6.12 9:24
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Hallo,
ich habe einen fast 2 Jahre alten Sohn, der nur sehr wenig spricht (und das sehr undeutlich) und ich habe den Verdacht, dass er vielleicht schlecht hört, weil er oft Mittelohrentzündung hatte. Es sind ein paar Tests gemacht worden, aber wir wissen nicht, wie sicher die Ergebnisse sind - vielleicht hat hier jemand Erfahrung damit? Ich wäre auch für jeden Tipp dankbar, wie ich mich besser mit meinem Sohn unterhalten kann, und worauf ich achten sollte!

Unser Kinderarzt hat uns in ein Förderzentrum für Hörgeschädigte geschickt, wo mein Sohn zeigen sollte, von welcher Seite er Geräusche und Lieder hört. Beim ersten Mal hat er bis 30dB gar nicht reagiert und war bei 45dB unsicher. Es hieß dann, dass er unter 30dB nichts hört und nur wenig bei 45. Heute, beim zweiten Mal, hat er bei 30dB reagiert, und der Untersucher sagte, mein Sohn höre jetzt normal. Mir ist aber aufgefallen, dass der Untersucher immer nachgefragt hat, wenn mein Sohn nicht oder falsch reagiert hat, und mein Sohn hat dann natürlich auf die andere Seite gezeigt, und der Test ging weiter. Mit anderen Worten: er wusste immer, wenn er falsch zeigt, und kann dann auch geraten haben. Ich bin unsicher!

Da mein Sohn nicht mit Worten spricht, habe ich vor einigen Wochen angefangen, ihm Gebärdensprache beizubringen, und er liebt es! Und ich kann mich plötzlich mit ihm unterhalten. Für uns beide sehr schön - aber jetzt soll ich keine Gebärdensprache mehr benutzen sondern nur natürliche Gesten und auf Lautsprache bestehen. Als ich heute nicht mehr gebärdet habe, und versucht habe, meinen Sohn dazu zu bringen, dass er Lautsprache benutzt, hat er ganz furchtbar geweint :( Mir tut das auch weh - er ist sooo glücklich wenn er gebärdet, das kann doch nicht falsch sein??

Wir waren auch zweimal bei einem HNO-Arzt: Der erste sagte, mein Sohn hätte einen Paukenerguss, der dringend operiert werden müsste, und die Polypen müssten auch raus. Hörtests macht er nicht, die waren ihm egal, und da er nur 5 Minuten Zeit hatte, und meine Fragen ihm auch egal waren, bin ich nicht sehr zufrieden.

Der zweite HNO sagte, mein Sohn würde normal hören, und einen Paukenerguss gebe es auch nicht, und ich soll ihn nicht operieren lassen. Er hätte nur "Unterdruck" im Mittelohr. Dann kam ein Test, den er mir nicht erklären wollte:
Mein Sohn bekam eine Art "Telefonhörer" aufs Ohr und darüber an den Kopf gelegt (mit viel Gleitgel. Ich glaube, das war ein "Knochenleitungshörer". Bei der Untersuchuing erschien eine Kurve mit einer y-Achse und einer x-Achse.
Links auf der y-Achse waren es Prozent, rechts auf der x-Achse waren es dB. Quer über den Bildschirm lief bei 100% ein grüner Balken. Die Kurve begann links unten bei Null, bei 30dB waren es 25%. Bei 60dB waren es 100%. Die Sprechstundenhilfe sagte, das wären "die Prozent vom Gehör" und mein Sohn würde bei 30dB nur 25% hören. Der HNO-Arzt sagte aber, es wäre alles normal. Sollte dann nicht alles gleich bei 100% sein? Was das für ein Test war, wollte er mir nicht sagen - weiß das vielleicht zufällig jemand??

Ich habe im Internet gelesen, dass man, wenn man es genau wissen möchte, eine BERA-Untersuchung braucht. Das ist bisher nicht gemacht worden - geht das bei einem kleinen Kind überhaupt? Ich habe auch ein bisschen Angst, dass diese Tests weh tun - MIR würde es SEHR weh tun, wenn man mir einen Ton bei 100db vorspielt!

Ich habe starke Zweifel, dass mein Kleiner normal hört - er reagiert wenn ich ihn rufe erst gar nicht, und wenn ich lauter rufe erschrickt er oft richtig. Er bekommt auch oft nicht mit, was hinter ihm passiert und ihm ist schnell langweilig. Und er lernt Gebärden wirklich schnell, so dass ich jetzt gern einen richtigen Kurs machen möchte... ich verstehe nicht, was das schaden könnte? Ich höre deswegen ja nicht auf, auch Lautsprache zu sprechen, und er kann doch ruhig beides haben??

Andere Mütter sagen, mein Sohn wäre einfach nur faul und verzogen... ich bin langsam verzweifelt!


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BeitragVerfasst: Di, 17.7.12 8:13 
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Beiträge: 1135
Liebe Lilara, wenn du magst, kannst du mich gern anrufen. Die meisten deiner Fragen kann ich beantworten.
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LG
karin


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BeitragVerfasst: Fr, 24.8.12 10:12 
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Registriert: So, 7.10.01 1:00
Beiträge: 92
Wie ging es denn weiter?
Ich denke, Gebärden wären kein Problem, aber wenn er ein Hörgerät braucht, sollte er es bekommen. Wenn es eine Erkrankung ist, müssten das die Ärzte doch herausbekommen können.
j.


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BeitragVerfasst: Do, 4.10.12 0:03 
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Registriert: Di, 12.6.01 1:00
Beiträge: 478
Wohnort: Arlington, MA - USA
Lilara,
Benutze weiter die Gebaerdensprache und suche Verbindungen mit tauben Tenagers oder Erwachsene, um deinem Sohn eine native Gebaerdensprachumfeld zu bieten. Veranstalte gemeinsame Ausfluege oder Wanderungen, gemeinsames Abend- oder Sonntagsessen, Geburtstagsfeiern usw. Etwa sie als babysitter heuern.

Auch kann Deutsch schriftlich angeboten werden durch Fingeralphabet, Namensschilder im Haus, Wort-Gebaerde Flashkarten, gemeinsames Lesen von Bilderbuechern, worauf du das gedruckte Wort mit Gebaerden verbindest. Lass ihn Woerter und kurze Saetze auf dem Keyboard tippen.

Die tauben Babysitter koennen Kinderbuecher in Gebaerden wiedergeben. Zu meiner Schulzeit haben die Buben in den Oberklasen mir Struwelpeter gebaerdet.

Den genauen Grund deines Sohnes Hoerunvermoegens kann schwierig eindeutig beurteilt werden, daher die unschluessigen und "schlampigen" Untersuchungen deiner HNO-Arzte und des Audiologen an der Schule.

Wieviel Prozent man bei welchem dB man hoeren kann, ist unbrauchbar in der Audiologie. Das sollte doch bei den HNO-Aerzten bekannt sein. Hoerunvermoegen ist nicht linear und unabhaengig von Frequenz des akustischen Schwalls. Massgebend ist die Hoerschwelle-Untersuchung mit einem simplen Audiometer, Frequenz in Hertz versus Lautstaerke in dB (Ton-Audiometrie). Laien verwechseln % mit dB zu oft, weil der durchschnittliche 100 dB Hoerverlust oft vollkommene, gleich 100%ige Taubheit bedeutet. Wenn Lautsprach-Kenntnis vorhanden ist, wird ein sogenannter Spondee-Test (zweisilbige Woerter mit gleichbetonten Silben wie Hausfrau, Autobahn usw.) gemacht, indem ein Prozentsatz der richtig verstandenen Woerter aus hundert Proben ermittelt wird (Sprachaudiometrie). Das mag wo man von "Prozent Hoerverlust" redet.

Du hast richtig gemacht. Du faengst schon mit der GS mit deinem Sohn an, irrespektiv von Diagnosis des Hoerunvermoegens.

Hartmut


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