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Vererbung von Gehörlosigkeit
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Autor:  Jenny23 [ Mo, 19.9.11 10:27 ]
Betreff des Beitrags:  Vererbung von Gehörlosigkeit

Hey Leute,

wer kennt sich bischen mit Vererbung aus?
weil ich bin schwanger, und mein mann ist Gl

Lg

Autor:  hörbi [ Mo, 19.9.11 10:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vererbung von Gehörlosigkeit

Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit kommt mit einer Inzidenz von ca. 1:1000 in der europäisichen Bevölkerung vor. 4% der Mitteleuropäer entwickeln von dem 45. Lebensjahr eine Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit und bei ca. 15-20% tritt im Laufe des Lebens eine Hörminderung auf. Es ist davon auszugehen, daß ca. 50% der Fälle von Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit auf exogene Ursachen (z.B. pränatale Rötelninfektion, Sauerstoffmangel unter der Geburt, Menigoenzephalitis, Mittelohrentzündungen, Traumata) zurückzuführen sind. Mit derselben Häufigkeit von 50% tritt die Schwerhörig- keit/Gehörlosigkeit als genetisch bedingte Erkrankung erstmals auf, kommt innerhalb einer Geschwisterschaft mehrfach vor oder wird in einer Familie über mehrere Generationen vererbt. Bei 70-75% der Kinder oder Erwachsenen mit einer Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit findet man keine weiteren Fehlbildungen oder Krankheiten, bei 25-30% tritt die Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit im Rahmen von komplexen Krankheitsbildern (Syndromen) auf.

Die überwiegende Mehrheit von 70-80% der nicht syndromalen Formen der Schwerhörig- keit/Gehörlosigkeit wird autosomal rezessiv vererbt. 10-20% folgen einem autosomal dominanten und 2-3% einem X-chromosomalen Erbgang. Alle Formen dieser Schwerhörig- keit/Gehörlosigkeit können einseitig oder beidseitig angeboren sein oder erst im Laufe des Lebens auftreten. Die angeborenen beidseitigen Schwerhörigkeiten/Gehörlosigkeiten sind meist schwerwiegend und werden autosomal rezessiv vererbt, während die später auftretenden Hörminderungen meist weniger schwerwiegend, aber progredient sind und autosomal dominant vererbt werden. Das Wiederholungsrisiko für Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit bei Geschwistern bzw. Kindern Betroffener kann je nach dem zugrundeliegenden Erbgang 25% bzw. 50% betragen.

Autor:  jenne [ Do, 27.10.11 10:10 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vererbung von Gehörlosigkeit

Ui, top Statistik :).

Aus meinem Bekanntenkreis kann ich sagen, dass die meisten Gehörlosen hörende Kinder haben, aber ich kenne auch welche mit gehörlosen oder schwerhörigen Kindern. Also es kommt schon mal vor. Gibt es in der Familie deines Freundes noch weitere Gehörlose? Ich würde sagen, es kommt auf die Ursache der Hörschädigung an. Ertaubte vererben Gehörlosigkeit sicher nicht. Wer aufgrund von Geburtsproblemen gehörlos ist (Sauerstoffmangel bei der Geburt oder so), hat die Taubheit sicher auch nicht "im Blut". Ich kenne auch einen Hörenden (kenne ihn nicht persönlich), der mit verschiedenen Frauen gehörlose Kinder hat, es also offenbar vererbt hat, obwohl selbst nicht gehörlos.
j.

Autor:  Rocco-maus [ Mo, 6.2.12 20:12 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vererbung von Gehörlosigkeit

Ich hab zB das Waardenburg-Syndrom http://de.wikipedia.org/wiki/Waardenburg-Syndrom


Meine Schwester hat ein paar mehr Merkmale und es hieß, das sie mit hoher wahrscheinlichkeit Kinder mit GH gebären würde.
Sie selber ist hörend, meine beiden Eltern GH.

Nun hat sie eine Tochter, kerngesund und hörend.

Die Ärzte sagen, es kann das nächste Kind sein, es kann aber auch erst in der 20. Generation auftreten.

Was ich sagen will:

Man kann es nie wissen, normale Hörende Paare können ein GH Kind auf die Welt bringen, weil im 18. JH mal ein Elternteil GH war.

Mir ist es egal, ich werde meine Kinder so lieben wie sie sind. Ich weiß ja, das man mit GH fast normal leben kann :D

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