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BeitragVerfasst: Sa, 7.8.10 8:47 
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Registriert: Sa, 7.8.10 7:59
Beiträge: 3
Hallo,

derzeit versuche ich, volle Kostenübernahme bei der Krankenkasse für neue Hörgeräte zu erreichen und bin neugierig, wer das noch alles versucht oder auch schon geschafft hat. Besonders interessiert mich dabei, wie lange das Ganze gedauert hat bzw. schon dauert und ob es hierunter auch weitere Studenten wie mich gibt, die sich rein finanziell schon keine höherwertigen, aber notwendigen Geräte leisten können.

Zu meiner Situation: Ich bin Studentin (24 Jahre) und kurz vorm Abschluss. Ich habe auf beiden Seiten einen Hörverlust von 60%, also mittel- bis hochgradige Schwerhörigkeit. Meine jetzigen Geräte sind mittlerweile 7 Jahre alt bzw. eins ist 7 Jahre alt, das andere ist letztes Jahr schon kaputt gegangen und nun trage ich ein noch älteres Leihgerät...
Mein erster Antrag auf Kostenübernahme wurde natürlich abgelehnt, daraufhin habe ich einen zweiten Brief eingesendet, der meine Situation deutlich klarlegt und mit Bezug auf das Urteil vom 17.12.2009. Jetzt möchte meine KK erst mal einen Anpassbericht, welcher dann an den MDK weitergeleitet wird. Danach wollen sie mich unaufgefordert über das Ergebnis meines Widerspruchs in Kenntnis setzen und mir einen rechtsmittelfähigen Widerspruchsbescheid zustellen.

Kann mir jemand den letzten Satz genauer erklären? Bedeutet das, dass sie mir auf jeden Fall wieder einen Widerspruch schicken, gegen den ich dann nur noch klagen kann? Oder gibt es Hoffnung?

Freue mich auf zahlreiche informative Antworten,
Tanja


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BeitragVerfasst: So, 8.8.10 5:14 
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Registriert: Fr, 6.8.10 15:18
Beiträge: 1
Ich bin gespannt was dabei raus kommt.. Halt uns bitte auf dem laufenden!

_________________
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BeitragVerfasst: Mo, 9.8.10 18:07 
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Registriert: Mo, 20.1.03 10:10
Beiträge: 53
@palea: Schau mal hier - dort gibt es übrigens einen Musterbrief für einen Widerspruch an die Krankenkasse:

http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ ... uebersicht

Ansonsten kannst du dich als Studentin vielleicht auch an die BHSA (Bundesarbeitsgemeinschaft hörbeh. Studenten und Absolventen) wenden: www.bhsa.de

Alles Gute!


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BeitragVerfasst: Di, 10.8.10 8:28 
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Registriert: Sa, 7.8.10 7:59
Beiträge: 3
Danke, Ulrike.

Den Musterbrief kenne ich schon, aber die bhsa-Seite noch nicht. Schaue ich mir gleich mal an.


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BeitragVerfasst: Mi, 11.8.10 7:15 
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Registriert: Do, 4.10.07 8:53
Beiträge: 168
Wohnort: Aachen
Also ich habe meine Hörgeräte vor drei Jahren komplett durch die Krankenkasse fianziert bekommen und vier weiteren Freunden ist dies auch gelungen.
Ich gehe davon aus, dass Deine Krankenkasse jetzt Deinen Widerspruch an die Widerspruchstelle weiterleiten wird und Du dann hier einen Ablehnungs- bzw. Bewilligungsbescheid erhalten wirst.
Gut, dass Du bei Deinem Widerspruch auf das Urteil vom 17.12.2009 hingewiesen hast.
Nun aber folgende Fragen. Hast Du mit Deinem Antrag auf vollständige Kostenübernahme Deiner Hörgeräte folgende Unterlagen bei Deiner Krankenkasse eingereicht:

- Verordnung des Ohrenarzt über Hörgeräte
- Anpassbericht des Akustikers über die angepassten Geräte anhand von Audiogrammen
- Kostenvoranschlag des Akustikers
- Bestätigung des Ohrenarzt, dass die ausgewählten Geräte notwendig, zweckmäßig und
ausreichend sind, um Deine Hörbeeinträchtigung optimal auszugleichen
- selbstverfasstes Schreiben, warum Hörgeräte zum Festbetrag bei Dir nicht den gewünschten
Hörerfolg erbracht haben


-


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BeitragVerfasst: Mi, 11.8.10 8:54 
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Registriert: Sa, 7.8.10 7:59
Beiträge: 3
Hallo Hörbi,

dass es dir und 4 weiteren Freunden gelungen ist, die volle Kostenübernahme von der KK bewilligt zu bekommen, ermutigt mich.

Ich kümmer mich zum ersten Mal vollkommen alleine um neue Hörgeräte, vorher haben das noch meine Eltern gemacht und ich hab mich da nicht sooo sehr drüber informiert, es war mir egal, solange ich gute Hörgeräte erhalten habe. Jetzt kann ich meine Eltern damit aber nicht mehr finanziell belasten und aufgrund meines Studiums neue Geräte auch nicht selbst zahlen. Mein Akustiker hat wohl auch zum ersten Mal eine Kundin, die versucht, die KK zu mehr als nur die Festbetragsübernahme zu bewegen. Also, im Großen und Ganzen haben weder meine Eltern, noch ich oder mein Akustiker Ahnung davon, wie man genau vorgeht :)

Bisher habe ich nur eine neue Verordnung und einen Kostenvoranschlag vom Akustiker zur KK geschickt, aber ohne Anpassbericht, weil wir erst abwarten wollten, was sie noch haben wollen bzw. ob sie die Kosten überhaupt über den Festbetrag hinaus übernehmen wollen. Und erst seit kurzem habe ich mich genauer im Netz informiert und diese ganzen Infos gefunden, wie man es "richtig" macht. Bis ich also nen Anpassbericht zum Einschicken habe, wird noch ein wenig Zeit ins Land gehen, aber ich werde berichten, wenn ich was neues erfahre.

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: Do, 26.8.10 10:47 
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Registriert: Do, 4.10.07 8:53
Beiträge: 168
Wohnort: Aachen
Muster: Widerspruch bei erfolgter Ablehnung des Antrags auf ein bedarfsgerechtes Hörgerät

(Bitte beachten Sie, dass dieses Muster kein Formular ist! Sie müssen das Musterschreiben durch Ihre eigenen Angaben an den markierten/kursiven Stellen ergänzen!)



Name der/ des Widerspruchsführers/ der Widerspruchsführerin
Anschrift

Name der gesetzlichen Krankenkasse
Anschrift

Datum

Betr.: Widerspruch gegen Ihren ablehnenden Bescheid vom (Datum/ Aktenzeichen ergänzen)
Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich gegen Ihren ablehnenden Bescheid vom (Datum/ Aktenzeichen ergänzen) fristgerecht Widerspruch ein.

Ich habe das Hörgerät vorab getestet und mit anderen Hörgeräten verglichen. Im Ergebnis handelt es sich bei dem von mir ausgewählten Gerät um dasjenige, welches meinen Hörschaden von (hier Grad/ Prozent der Schwerhörigkeit ergänzen) am besten ausgleicht und mir ein Hören ohne Rückkopplungseffekt und eine Verständigung nicht lediglich im Einzelgespräch vor einer geräuscharmen Kulisse ermöglicht. (hier ggf. anpassen bzw. weitere individuelle medizinische Begründung mit Attestvorlage und Begründung, warum ausschließlich dieses Gerät zum Ausgleich der Behinderung geeignet ist bzw. worin der wesentliche, zur weiteren Verbesserung des Hörvermögens führende Gebrauchsvorteil des gewünschten Gerätes liegt).

Nach dem Urteil des Bundessozialgerichts vom 17. Dezember 2009 (Aktenzeichen: B 3 KR 20/08 R) hat die Krankenkasse für die medizinisch notwendige Versorgung eines schwerhörigen Versicherten mit einem digitalen Hörgerät über den Festbetrag hinaus auch die restlichen Kosten zu tragen, wenn dies zum unmittelbaren Behinderungsausgleich notwendig ist. Zum Ausgleich von Hörbehinderungen habe die Krankenkasse für die Versorgung mit solchen Hörgeräten aufzukommen, die nach dem Stand der Medizintechnik die bestmögliche Angleichung an das Hörvermögen Gesunder erlaube und gegenüber anderen Hörhilfen erhebliche Gebrauchsvorteile im Alltagsleben biete. Daran müssen laut BSG auch die Festbeträge der Krankenkassen ausgerichtet werden. Demzufolge begrenzt der für ein Hilfsmittel festgesetzte Festbetrag die Leistungspflicht der Krankenkasse dann nicht, wenn er für den Ausgleich der konkret vorliegenden Behinderung objektiv nicht ausreicht.

Vor diesem Hintergrund bitte ich um Abhilfe beziehungsweise um Erteilung eines rechtsmittelfähigen Widerspruchbescheids nach vorheriger Begutachtung durch den MDK im Zuge Ihrer Amtsermittlung.

Mit freundlichen Grüßen


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