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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 9:17 
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Hallo,

bin selbst hörend, aber meine Schwiegermutter ist gehörlos. Ich habe folgende Frage: Kann ein Gehörloser eine Fremdsprache erlernen?
Hintergrund ist, daß in der Firma meiner SchwieMu alle english lernen müssen. Kurse werden finanziert. Die Geschäftsbriefe und auch die "tägliche Umgangssprache" soll künftig ausschließlich in Englisch abgehalten werden. :evil:
Meine Schwiegermutter kann nicht DGS, sondern liest von den Lippen ab und spricht (Ertaubung mit 6 Jahren nach Hirnhautentzündung).
Interessant wäre für mich eine grundsätzliche Beantwortung der Frage mit Ja oder Nein, aber auch wissenschaftliche Texte zu diesem Thema (damit Schwiegermami etwas hat, was sie ihrem Chef unter die Nase halten kann :wink: ).

Vielen Dank!

Petra


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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 13:18 
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Im Prinzip ja, doch hängt Alter und Lernfähigkeit der Betroffene ab. Bislang ist mir kaum ein spezielle Sprachkurse für Hörgeshcädigte bekannt. Ich muss vorab warnen, dass Ablesen vom Mund bei englische Aussprache nahzu fast schwierig ist. Ich selbst kann Englsich verstehen, aber nur Schriftlich! Beruflich hatte ich mit englische Manual zu tun.


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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 13:25 
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Hallo Fritzl,

danke für Deine Antwort. Was meinst Du damit, daß Du beruflich mit englischem Manual zu tun hattest?

Könntest Du Dir vorstellen, wie so ein Sprachkurs für GL ablaufen könnte?


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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 16:01 
Klar können GL eine Fremdsprache lernen...
Hatte in der Schule Englisch als Pflichtfach, und das mehrere Jahre lang, und musste am Ende auch noch die Abschlußprüfung darin schreiben *ächz* Aber oft sind die GL besser in Englisch als in Deutsch, da die Grammatik nicht so schwierig zu lernen sind.

Und wie Fritzl schon schrieb, die Ausprache in Englisch ist total anders als wenn man schreibt, und abzulesen ist daher aus diesem Grund ziemlich schwierig.

Ob da für GL einen Kurs extra und speziell gibt, das weiß ich leider nicht. Schreiben kann ich nur, daß es für GL möglich ist, eine Fremdsprache zu lernen. Evtl bei hd, wenn man den Dozenten darauf hinweist, daß die nicht hört usw. ein paar Tipp gibt, wie man mit GL umgehen kann, und wie sie am besten lernt, ist es dann auch möglich. Aber es hängt auch von Einstellung ab, und ob deine Schwiegermutter es lernen will.

Lea


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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 16:12 
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Hallo Lea,

danke für Deine Antwort! Was Du schreibst, heißt aber im Prinzip, daß ein GL Englisch nie sprechen oder ablesen können wird, oder? Also kann die Sprache praktisch nur über Schriftstücke "aufgenommen" werden.

Gruß

Petra


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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 17:22 
Es gibt wirklich einige gl, die englisch ablesen können. Aber ich kann das halt nicht so gut. :oops:
Da ich die englische Ausprache hasse. Warum alles verdrehen, und anders ausprechen als wenn das geschrieben wird :evil: Da sind mir doch gleich die deutsche Ausprache viel lieber! Und meine Ausprache in der dt. sprache ist mit Sicherheit auch viel besser, als die in der Englischen :roll: da verbessern mich die hd oft .... Nike spricht man z.b. Naik oder so aus, und ich sprach Nike aus, tja, spreche es so, wie es geschrieben wird, und das ist oft in deutschen Sprache so, was für mich viel einfacher ist das abzulesen und auszusprechen, vielleicht kapierste jetzt was ich meinte.


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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 19:00 
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@Lea:

Hmm, obwohl ich schon 7 Jahre in den USA lebe, ist Englisch für mich immer noch schwerer abzulesen als Deutsch. Ich glaube aber, daß für mich der Hauptgrund nicht ist, daß die Aussprache anders ist, als das, was geschrieben wird. Für mich ist die größte Schwierigkeit darin, daß Englisch im Vergleich zum Deutschen mehr Wörter benutzt, die dafür aber sehr viel kürzer sind. Die meisten haben nur 1 oder 2 Silben. Das macht es sehr schwierig, "Muster" in den Wörtern zu erkennen.


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BeitragVerfasst: Do, 28.11.02 19:19 
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Aloha Petra,

ja, grundsätzlich kann jeder! Auch ich kann Englisch vor allem lesen und schreiben, speziell Computertechnik- und Wirtschaftsbereich, auch ich rate von den Ableseübungen dringend ab! Da deine Schwiegermutter nicht gebärden kann, finde ich Lese- und Schreib-Unterrichtsstoff viel besser, das fördert meiner Erfahrung am effektivsten. Für den Anfang autodidaktisch alleine wäre das sinnlos, eher in einer Gruppe oder in den speziellen Förderstunden, damit der Lehrer speziell auf den Schüler eingehen kann. Und wenn die Grundlage gefestigt ist, dann kann man sich auch die Lektüre von bekannten englischesprachigen Romanen heranwagen... Wichtig ist immer Kommunikation um das Gelernte aufzubauen und zu festigen!

File Griese,
Luke

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deitschsprachig? gebärdensprachig! :-)))


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BeitragVerfasst: Fr, 29.11.02 7:55 
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Vielen vielen Dank für Euere Antworten!!!! :lol:

Ihr habt mir jetzt schon sehr geholfen! :yelclap:

Würde mich trotzdem noch über weitere Zuschriften/Meinungen/Erfahrungsberichte freuen.

Grüße

Petra


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 Betreff des Beitrags: Englisch für die Schwiegermutter
BeitragVerfasst: Fr, 29.11.02 18:35 
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@PETRA
Ich würde Ihre Frage mit "Ja " beantworten. Nur zu, bewundernswert, dass die Firma Ihre gehörlose Schwiegermutter auch mit einbezieht. Das hatte ich nicht, ich habe mit vierzig angefangen mit dem Englischen,
mir einen Pädak-Studenten für Privatstunden genommen, den Studenten über eine Zeitung gesucht habe, die Privatstunden selbst bezahlt und die Sache mit Bavour gemeistert. Für den Studenten war es wichtig, dass er mir die Sache beigebracht hat und ich "Blut geleckt habe"( seine eigenen Worte). Ich war bei der Prüfung bei den Besten. Von Anfang an war klar, die Aussprache geht nicht, das wurde akzeptiert.Da ich wie Ihre Schwiegermutter im siebenten Jahr ertaubt bin, und öffentliche Schulen besucht habe, die Gebärdensprache auch später gelernt habe, bin ich überzeugt, dass ihre Schwiegermutter es schafft. Lassen Sie ihr die Freude am Leben, sie wird es ihnen später danken.
Ich mochte gerne "Limericks" und englische Literatur. Es gab mir viel, mehr möchte ich nicht sagen. Haben Sie noch englische Schulbücher (Animal Farm), die sie ihrer Schwiegermutter später zum Lesen geben können, oder Bücher die in zwei Sprachen gedruckt sind (deutsch/englisch). In der öffentlichen Schule wurde ich vom Englischen befreit, niemand hat mich gefragt und ich habe mich im Nachhinein nur beruflichen Ärger.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Wichtig ist nicht, dass die Schwiegermutter die Hemden vom Sohn bügelt, wichtig ist, dass sie ausgeglichen ist, und eventuell mit den Enkeln die englische Schriftsprache übt.


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BeitragVerfasst: Fr, 29.11.02 22:23 
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Grundsätzlich ist es so, dass ein Mensch immer erst eine Muttersprache beherrschen muß um eine Fremdsprache zu erlernen. Das kann Lautsprache sein, das kann aber auch DGS sein. Es ist wichtig, dass man EINE Sprache beherrscht, dann ich alles möglich. Wenn Deine Schwiegermutter "erst" mit 6 Jahren ertaubt ist, kann man davon ausgehen, dass sie sowohl DGS als auch Lautsprachekenntnisse hat. Rein theoretisch betrachtet finde ich die Voraussetzungen sehr gut.


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BeitragVerfasst: Mo, 2.12.02 10:17 
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@Petra: Aus mein POsting schrieb ich, dass ich in mein Beruf oft mit englische Manual (Handbuch) zu tun habe. Ich habe mein englische Sprache in mein Technikerfachscule mit gleichzeitig Erwerb FAchreife bekommen. Die Ablesenfähigkeit ist unrealität! Wie auch Krischi und Lucky Luke schrieb.

@Scorpio: Nicht unbedingt zwangläufig zu Gebärdensprache Erwerb ausserhalb Schule(!!!) , wenn die Elternteil strenge Oralerziehung machte. Es hängt naturlich von Schwiegermuttr des Patra´s und Schulort total ab! Bis ca 1997(ungenau!) gab es kein Verpflichtung des Lehrkörpers an Gebärdensprache!!! Leider :-( Ich bin Jahrgang 47er, daher geringe Anteil Gebärdensprache! Stark LBG ist bei mir nötig.


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BeitragVerfasst: Mo, 2.12.02 10:33 
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@Fritzl: Ja gut man kann nicht davon ausgehen, dass die Schwiegermutter Gebärden kann. Petra hat es ja oben sogar geschrieben, habe ich wohl nicht richtig gelesen :)


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BeitragVerfasst: Mo, 2.12.02 18:55 
Petra, ich habe Deinen Thread erst jetzt gefunden, daher eine etwas späte Antwort von mir:

Ich selbst bin im Alter von 7 Jahren durch Hirnhautentzündung ertaubt und habe als Gehörlose Englisch, Französisch und ein paar Brocken Italienisch in Wort und Schrift gelernt. Grundsätzlich ist dies also möglich, wobei wohl sowohl das Alter als auch die Motivation berücksichtigt werden müssen - ich habe mit 11 Jahren angefangen, Englisch zu lernen, und die Sprache absolut geliebt. Mit 17 begann ich, Französisch zu lernen, bin aber damit längst nicht so weit gekommen wie im Englischen - und mein Italienisch ist noch schlechter, da ich erst mit ca. 20 Jahren Zugang zu dieser Sprache bekam.

Ich habe jede Sprache in Wort und Schrift gelernt und mit der englischen Aussprache immer sehr wenig Probleme gehabt, insbesondere im Vergleich zu Französisch - sicher liegt dies auch daran, daß ich sehr oft Gelegenheit hatte bzw. sogar gezwungen war, Englisch zu sprechen. Interessanterweise gibt es, obwohl Deutsch doch eigentlich meine Muttersprache ist, nicht wenig Leute, die sagen, meine englische Aussprache sei besser als meine deutsche - woran das nun liegen mag, weiß der Geier, grins. Englisch abzulesen ist allerdings tatsächlich nicht so einfach, das bestätigen auch die anderen Postings.

Also: Toi, toi, toi für Deine Schwiegermutter - Bangemachen gilt nicht, ;-)!


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BeitragVerfasst: Di, 3.12.02 6:01 
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@Winny: Darf ich ein Frage stellen?

Soweit ich von mein Englischlehrerin wusste, dass Englisch, Französisch und Italienisch haben ein gemeinsame Nenner, zwar aus Ursprache Romantische Sprache gehört. Desto beherrscht doch bei vorhandene franz. Sprache auch italienisch, da ahnlich aufgebaut ist. Das gilt auch spanisch. Oder irre ich?

Petra: In den USA wird man vorwiegend zusätzlich mit Fingeralphaten oder sogenannte ASL (American sign Languane) sebstbewusstsicher gesprochen!


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BeitragVerfasst: Di, 3.12.02 13:08 
Fritzl: Hm, ich würde Französisch und Italienisch nicht miteinander vergleichen, die Unterschiede sind für mich schon sehr groß. Gewisse Ähnlichkeiten bestehen zwischen der italienischen und der spanischen Sprache, aber eine italienische Muttersprachlerin hat vor Jahren schon meine irrige Annahme korrigiert, daß, wer Italienisch beherrscht, keine oder nur wenig Probleme mit der spanischen Sprache habe. Dazu haben sich alle Sprachen schon zu weit von ihrem Ursprung entfernt und weiterentwickelt. Heute versteht ja auch kaum noch ein Mensch das Deutsch, das vor ein paar Jahrhunderten hierzulande gesprochen und geschrieben wurde. Mir persönlich haben meine Französischkenntnisse jedenfalls nicht geholfen, als ich begonnen habe, Italienisch zu lernen.


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BeitragVerfasst: Di, 3.12.02 13:39 
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@Winny: Danke für Antwort. Frage: Was ist Ablesenfähigkeit bei Französisch, Italienisch und Spanisch? Ich kenne ja nur gebärdende Bewohner von diese Gebiet. Ich wurde freuen, wenn du beantworten könntest.


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BeitragVerfasst: Di, 3.12.02 16:32 
Fritzl, die Ablesefähigkeit ist auch hier eng mit der jeweiligen (Laut-)Sprachkompetenz verknüpft und außerdem vom Mundbild des Gesprächspartners abhängig. Ich selbst habe die größten Probleme beim Ablesen von Französisch, weniger beim Italienischen, soweit ich es verstehe. Kommunikationssicher bin ich nur im Englischen, da ist auch eine flüssige Unterhaltung möglich - Französisch muß ich mir in der Regel aufschreiben lassen, um es (hoffentlich!) zu verstehen. Spanisch kann ich überhaupt nicht, ich denke aber, daß hier dasselbe gilt wie das, was ich bereits geschrieben habe.


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BeitragVerfasst: Mi, 4.12.02 8:31 
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Hallo Ihr alle, vielen Dank für Euere Zuschriften!
:D War ein paar Tage weg, deshalb die späte Meldung von mir.
Auerhahn: Ich möchte meine SchwieMu nicht zum Hemdenbügeln abkommandieren und lasse ihr auch bestimmt die Freude am Leben! :wink: Sie ist eine sehr patente Frau, die ihre "Behinderung" mit Bravour meistert und fit in ihrem Job ist, obwohl dieser sehr stressig ist. Sie hat jedoch selbst keine Lust, Englisch zu lernen und ich wollte sie bei Argumenten gegen ihre Vorgesetzen unterstützen. Der Grund, weshalb sie es nicht lernen möchte ist, daß sie in wenigen Jahren in Altersteilzeit gehen möchte und es sich deshalb auch nicht lohnt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es einige Jahre dauert, bis man englisch fließend spricht. War selbst sehr gut in Englisch und stelle mittlerweile fest, daß ich nach 6 Jahren Schulenglisch es noch nicht gut genug kann, um eine fließende Unterhaltung zu führen. Der zweite Punkt ist, daß der Betrieb meiner SchwieMu sich das so vorstellt, daß die Angestellten sich auch untereinander nur noch englisch unterhalten sollen. Das würde meine SchwieMu aber sehr ausgrenzen, denn, wie hier viele geschrieben haben, ist englisch sehr schwer abzulesen. Sie würde also an keiner Unterhaltung mehr teilnehmen können. :(
Grüße

Petra


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BeitragVerfasst: Mi, 4.12.02 14:33 
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Petra, Du hast sehr gut gemacht, denn habe ich wenigsten mein Antwort von Winny über Ablesenfähigkeit der Fremdsprachen bekommen. Leider SO! Es sieht aus, dass ihre Schwimu wohl mehr als 50 Jahre alt. Doch wurde ich nicht als "Alte Eisen" bezeichnen! Ich nbin selber 55 Jahre alt, trotzdem bin ich geistlich fit.


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BeitragVerfasst: Mi, 4.12.02 15:03 
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Aloha lieber Fritzl,
Zitat:
trotzdem bin ich geistlich fit.

tschuldige, aber ich konnte mir vor Lachen kaum halten. :lol: "Geistlich" bedeutet Priester. Du meinst wohl "geistig fit" = fit für Denkarbeit, "geistiges Getränk" = alkoholisches Getränk. Tja, verdammt schwieriges Deutsch! :-(

File Griese,
Luke

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 Betreff des Beitrags: Gehörlose/Fremdsprache
BeitragVerfasst: Mi, 4.12.02 16:59 
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@Petra
Wenn eine gehörlose Frau keine Fremdsprache lernen will, ist es sinnlos, dies von ihr zu verlangen. Das Vorhaben geht nur, wenn der Betroffene willens ist, die Schwierigkeiten auf sich zu nehmen. Eine Fremdsprache bereichert immer, es lernen auch viele Ältere in der Pension noch eine Fremdsprache um geistig fit zu bleiben. Wie gesagt, wenn man will, wenn man nicht will, ist es sinnlos.
Was anderes hat mich betroffen gemacht:
Was anderes ist es, wenn der Arbeitgeber wünscht, dass seine Mitarbeiter am Arbeitsplatz (im deutschen Sprachraum) untereinander auch englisch sprechen. Da würde ich den Gesetzgeber fragen, ob das mit rechten Dingen zugeht. Es ist absurd, die eigene Umgangssprache am Arbeitsplatz abzuwürgen.
("Wehret den Anfängen!).
Man sollte in diesem Fall die zuständige Interessenvertretung der Arbeitnehmer fragen. Es könnte nämlich sein, dass diese gehörlose Frau den Arbeitsplatz wechseln muss oder einen anderen Arbeitsplatz mit finanziellen Nachteilen bekommt.(Absprache!)


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 Betreff des Beitrags: Gehörlose/Fremdsprache
BeitragVerfasst: Mi, 4.12.02 17:19 
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@LuckyLuke
Zur Orientierung:
"geistlich" und "geistig" beim Beitrag von Fritzl.
Der Schreiber bemüht sich eine Sache nach bestem Wissen zu erklären. Ich würde an Deiner Stelle als Moderator nicht so grob korrigieren. Es korrigieren auch andere Leute nicht Dein Badewannl oder Dein "File Griese" als Abschluss von wissenschaftlichen Erklärungen zB. beim "Taubenwesen".

Ich habe oft bei Schreibfehler anderer Gehörlosen beide Augen zugemacht und nichts gesagt, weil ich dachte, ich nehmen ihnen die Freude sich zu äussern. Solange der Betroffene nicht mir dem Schreiben (wenn ers nicht kann) sein Brot verdient, ist nicht viel zu sagen.Das müssen dann andere Leute hinterher immer ausbessern, und das ist hart. Du schreibst ja immer über Pädagogie, es müsste Dir bekannt sein, dass ein Lehrer aufbauen soll, erklären, hinweisen, nicht abwürgen.


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BeitragVerfasst: Mi, 4.12.02 18:01 
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Aloha liebe Auerhahn,

ich weiss, ich weiss! Fritzl ist mein guter Freund, wir haben Achtung voneinander, wir chatten und tauschen in einem anderen Forum Erfahrungen aus. Also lass Deine Belehrungen gut sein. Fürs Lernen ist nie zu spät! :roll:

File Griese,
Luke

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BeitragVerfasst: Mi, 4.12.02 23:49 
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:-))) :angel: :angel: :-))) :lol: So0rry, da muss ich mitlachen. geistlich habe ich wirklich unbewusst geschrieben. Ich bin ja ein Computerpfarrer der EDV-Kirche! Mein Papst ist Bill von Microsoft! Grins.

Auerhahn, mein Lieber, Lucky Luke hat wirklich nicht böse gemeint, der ich selber Wortdrehermeister bin. Stimmt auch, dass ich mit Ihm via Seelendraht (Internet) darrber diskussiert. Mein Rechtschreibugsfehler ist bekannt. Selbstbewusstigkeit ist immer da. Und vertrage ich Kritik sehr gut. Nur hinterhaltige Meinung wie einige Dolmis in mein Fall gemahct hatte mag ich nix. Danke für Aufmerksam.


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BeitragVerfasst: Mo, 9.12.02 15:44 
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Beiträge: 1
Hallo alle zusammen,

will mich nun doch mal in Eure Diskussion einmischen. Interassant was hier alles zusammenkam. Will auch sagen, dass ich die Schwiegermutter von Petra bin um die es hier geht. :lol:
Wie hier schon geschrieben wurde, wird bei uns im Betrieb nächstes Jahr Englisch als Haussprache eingefuehrt und es wurde allen nahe gelegt einen Englischkurs zu besuchen. :evil: Wie ich aber inzwischen von meinem Hauptabteilungsleiter erfahren habe werde ich davon nicht betroffen sein. Wuerde mir auch gar nichts bringen, da ich in zwei Jahren, mit 55 eh in Altersteilzeit gehen moehte. Bis man Englisch so richtig beherrscht vergehen eh ein paar Jaerchen und was soll ich mich als Rentnerin noch mit Englisch abplagen? Wie lange dauert es denn bis man z.B. den Satz „Bitte stornieren sie diese Rechnung auf einen anderen Kreditoren um mit Werksauftrag 1111111 und buchen sie dem falschen Kreditoren eine Gutschrift auf Kostenstelle 6206“ ? Also damit haben wohl sogar die wo etwas „Urlaubsenglisch“ koennen schon Probleme. Wir alle in der Abteilung glauben sowieso nicht, dass das alles so funktionieren kann wie es sich der Chef bzw. die in der oberen Etage vorstellen. Und wenn, wird das eh einige Jahren dauern bis es soweit ist. Wie Lea schrieb, geht es mir auch so, dass ich die englische Ausprache nicht mag, ich kann mir einfach nicht merken wie die Woeter immer ausgesprochen werden, da frag ich mich genau wie Lea „warum alles verdrehen“. Ausserdem finde ich das Ablesen auch sehr schwer, obwohl ich eigentlich ganz gut Ablesen kann. Aber wenn man den ganzen Tag unter Hoeenden ist merkt man abends schon wie anstrengend das Ablesen doch ist. Und dann auch noch so nebenher Englisch lernen? Noe, danke dazu habe ich einfach keine Konzentration mehr. :fadein:
Auerhahn: Ich finde es prima, dass Du es mit vierzig noch geschafft hast Englisch zu lernen. Ist ja auch nicht so, dass ich nichts mehr lernen will, im Gegenteil. Ich habe noch viel vor, sehr viel sogar. Aber im Moment muss ich in der Firma eh auch so genug lernen. In den letzten drei Monaten wurde bei uns alles umgewerkelt. Ich bekam ein paar neue Arbeiten, das System wurde von WIN 98 auf WIN XP und das auch noch auf englisch umgestellt, das SAP 3.0 auf SAP 4.6, da gab und gibt es noch genug zu lernen. Ist also nicht so, dass ich Rost im Gehirn ansetze. :o

A> Lassen Sie ihr die Freude am Leben, sie wird es ihnen später danken.
Aehhhh....????? Also meine Schwiegertochter vergaellt mir schon ned das Leben, im Gegenteil das Maedel macht mir richtig Freude. Sieht man doch schon daran, wie besorgt sie um mich ist. :D Und die Hemden vom Sohn buegel ich auch schon lange nicht mehr, dazu habe ich doch die Schwiegertochter, grins. Und um mit den Enkeln ueben zu koennen, also dazu braeuchte ich erstmal welche. Und dann will ich mit denen auch viel lieber Roller fahren, Fussball spielen und ihnen den PC beibringen.

Winny: Mal ne Frage, vom Thema abkommend, Du kommst aus Essen, kennst Du dort die Bande? Gundi und Markus Braun, Andre und Sandra??? Wenn, dann muesstest Du mich eigentlich auch kennen. ;-)

Da mich mein Schwierigkeitstoechterlein hier ueber den gruenen Klee gelobt hat muss ich dazu auch noch was sagen. Also ich konnte keine bessere Schwiegertochter kriegen als Petra, sie ist mir mehr eine gute Freundin als eine Schwiegertochter, wir verstehen uns einfach super. Schoen, dass es Dich gibt Petra und ich bin auch ganz stolz auf meinen Sohnemann, dass er so zielsicher so eine Frau gefunden hat. Und das ganz ohne meine Hilfe, grins. ;-)))
Ups, jetzt mache ich aber wirklich Schluss, habe Euch ja mit einem ganzen Roman gelangweilt. Sorry, aber ich hatte keine Zeit fuer einen kuerzeren Beitrag. ;-)

Gruss Uschi


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BeitragVerfasst: Di, 24.12.02 16:23 
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Beiträge: 16
Im Prinzip ja!

Ich selbst kann Englisch verstehen. Als Kind habe ich English gehasst und in der Schwerhörigenschule wurde Englisch ein Pflichtfach. Ich lernte English erst in der 2.Hauptschule! Mit grosser Mühe, heute freue ich mich, dass ich Englisch verstehen kann, damit ich weltweit in Englisch kommunizieren kann. :-)))


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BeitragVerfasst: Mi, 25.12.02 17:36 
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Beiträge: 1602
Wohnort: Bielefeld
Hallo Uschi, Im kaufmannische Buchführung kann man kaum englische Sprache anwenden, wenn die Buchführung mit Finanzamt zu tun hat. So etwas wird im Buchführung hier in Deutschland nach mein Betrachtung immer noch kaufmännische Deutsch gesprochen. Ich weiss nur, dass Haussprache (besser gesagt Klauderwelsch) in englich, wenn um Technik oder Vertrieb zu tun, da wäre ok. Ich musste auch Englische Sprachkenntnisse vorlegen, weil Abreitsmaterial schliesslich nur in Englisch abgefasst ist. Sei froh dass du bald in Altenteil bekommst. Die Wettbewerb in der Industrie für ältere MitarbeiterInnen immer härter, der ich schon mehr als 10 JAhren nicht mehr im Industriepraxis arbeite.


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BeitragVerfasst: Do, 26.12.02 1:54 
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Beiträge: 1623
Wohnort: Össi
Hallo, ich bin der Ansicht, daß Gehörlosen auf jeden Fall Imstande sind Fremdsprachen für schriftlichen Gebrauch, leicht ist es aber nicht mit dem lippenablesen oder selbstsprechen. Denn ich meine da, daß es unnötig Zeit im Leben verschwendet wenn man ohnehin schon das mühsamen Deutssprechen-Lernen hinter sich hat.
Ich kommuniziere entweder schriftlich (zwar nicht perfkt aber kann es) oder in internationale Gebärdensprache mit Mundbild. Sprechen tu i ned, habe zu meiner Abitur/Matura mal in Englisch gesprochen und der halbe Klasse lachten sich tot. Mir war das egal, weil ich im vorhinein wusste, daß ich das nicht kann und die Lehrerin war natürlich enttäuscht weil sie fest geglaubt hat, daß es möglich sei.
Ich denke aber, wenn man ehrgeizig ist und UNBEDNINGT Fremdsprache sprechen lernen will, dann glaube ich schon, daß man das kann und ich wünsche ihn viel Glück und Erfolg :)
Jedoch zweifle ich an einer "guten" Verständigung bei Lippenablesen anderer in Fremdsprache.

@Uschi, in deinem Fall würde ich aber wagen englisch im schriftlichen zu erlernen. Ich bin zwar etwa die hälfte jünger aber ich glaube englisch wird man immer brauchen. In der EU auch ;) Ausserdem soll dichten in Englisch auch schön sein (beispiel: Englische Lyrik mit deutsche Übersetzung, beispiele anhand William Shakespeare :) )

cu deafmax

P.S. Auerhahn, ehrlich gesagt, würde ich natürlich auf Fehlern hinweisen, mit dem Ausdruck "Zur Info: Richtig wäre [...], nur damit du es jetzt weisst" Das war für mich bei Luke der Fall. Ich habe auch mal "geistlich" mit "geistig" verwechselt und nicht jeder hat so ein Bruder wie meinen, der mir trotzdem auf den Unterschied hinwies!


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BeitragVerfasst: Do, 26.12.02 9:20 
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Wohnort: Bielefeld
Deafmax: Auslachen kann Aussprechen für immer durch Seelisch blockiert werden! Das wäre dumme Zeug, wenn die Schulkameraden soetwas auslachen. Die Enttäuschung Lehrerin kenne ich, doch im Gegnsatz zu mir! Zwar hat mein Englischlehrerin Übung mit Aussprach dafür verzichten, dafür soll ich nur schriftlich für mein Fachreife und Fachoberreife konzenzieren, doch gab ich Fachoberreife zugunst Technikerprüfung auf. Jedenfall halte ich schriftliche Kommunikation von Bedeutung!


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BeitragVerfasst: So, 29.12.02 16:37 
Liebe Uschi, leider habe ich Deinen Beitrag erst heute gelesen - war länger nicht mehr hier und mußte Dich daher warten lassen, sorry. Ja, André und Sandra kenne ich, die Brauns dagegen nicht - glaube ich zumindest, da ich den Namen im Moment keinem Gesicht zuordnen kann. Das gilt auch für Dich, schmunzel - gut möglich, daß wir uns schon mal miteinander unterhalten haben, ohne daß ich Dich nach Deinem Namen gefragt hätte, wie's halt in Gehörlosenkreisen oft vorkommt. Dir wünsche ich weiterhin alles Gute im Job und hoffe, daß Du ihn in 2 und mehr Jahren nicht vermissen wirst, ;-)! Liebe Grüße, Winny


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BeitragVerfasst: So, 29.12.02 16:48 
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Beiträge: 82
Wohnort: Euskirchen, Nordrhein-Westfalen
Lippenablesen von Deutsch ist mittelmäßig schwer und Lippenablesen über Englisch ist nahezu unmöglich und ganz zu schwer!! :roll:


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BeitragVerfasst: Di, 18.3.03 17:10 
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Beiträge: 7
Wohnort: bingen - elbeino ist der englishe wortlaut von "albino" (mein hamster, nicht ich)
hi :)

Also ich bin seit einem Unfall an meinem 12. Geburtstag völlig GL. Und ich bin Schotte. Ich bin erst vor knapp 6 Jahren nach Deutschland, wegen meiner Deutschen Frau (Gott habe sie selig), die mir Deutsch beigebracht hatte. Wir ihr seht, kann ich doch ziemlich gut Deutsch. Das Lippenablesen ist auf English für mich einfacher, ja. Aber auf Deutsch geht auch, nur nicht so lange, dann werde ich müde. Das Ä und Ö hab ich mir anhand von Englishen Beispielen auch in der Lautschprache aneignen können. Aber für das Ü gibt es kein Beispiel glaube ich. Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Da lese ich halt U.

:faga1:

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"Fuzzy Wuzzy was a woman??"
- Gene Wilder "See no Evil, Hear no Evil"

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BeitragVerfasst: Mi, 6.8.03 19:49 
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Habe vor laaaanger Zeit eine Replik fuer dieses Thread geschrieben, aber nicht gepostet. Da fand ich beim Aufraeumen diesen Beitrag. Fuer Petra und Uschi ist es wohl spaet, aber interessant fuer die allgemeine Diskussion.

Taubgeborene und tauberworbene Menschen koennen genauso "Fremdsprachen" lernen, das ist sicher. Zumindest ist Deutsch, wie irgendeine Lautsprache, fuer fast alle Taubgeborenen und Fruehtauberworbenen Fremdsprache, auch wenn sie wegen Oralismus Deutsch zuerst gelernt haben. Mir sind einige taube Sprachgenies bekannt, die -zig Sprachen fliessend lesen und schreiben koennen und einige davon sogar sie sprechen koennen. In Deutschland erinnern viele noch an die verstorbenen Ernst Barth und Oskar Mathes, die Beitraege aus auslaendischer "Stillen Presse" fuer die DGZ und "Der Gehoerlose" uebersetzt hatten. Wie ich hatten sie Sprachen autodidaktisch gelernt.

Inzwischen begegnete ich unzaehlige taube Menschen in verschiedenen Laendern, die eine zweite Lautsprache spaet (oft im Erwachsenenalter, wie ich) gelernt haben. Ich stellte oft fest, dass sie die zweite Lautsprache besser als die erste Lautsprache beherrschen (weniger grammatikalische Fehler, groesseres Wortschatz), die sie frueh in Schulen fuer taube Kinder gelernt haben. Diese Erfahrungs-Feststellung ist kontra (als Gegenbeispiel) zu den oralistischen Thesen, "Zuerst Lautsprache, dann Gebaerdensprache", "Je frueher die lautsprachliche Anbahnung, desto besser".

Jede Lautsprache ist schwierig fuer Ablesen, denn Lautsprachen sind nicht fuer die Augen konstipiert. In ASL gibt es ein Sprichwort, auf deutsch, "Lippenlesen erfordert Gedankenlesen". Man muss halt die Sprache sehr gut koennen und reiche pragmatische Sprachgebrauchserfahrungen gesammelt haben, um erfolgreicher Gedanken Hoerender zu lesen. Dass man Woerter auf den Lippen erhascht, ist nur Bestaetigung, was vorher schon erahnt.

Hier eine Anekdote aus meiner Jugendzeit: Ich lernte Italienisch samt Aussprache. Dann fuhr ich in die Dolomiten. Da fragte ich einen Italiener italienisch, wie weit es bis zur naechsten Huette (refugio) zu laufen war. Eine Zahl auf Italienisch abzulesen sollte problemlos sein, dachte ich, und mein Gehirn war auf "uno, duo, tres usw." eingestellt. Aber verstanden hatte ich diesen Italiener nicht, obwohl er meine Taubheit wegen meiner Aussprache sofort erkannt und langsam gesprochen hatte. Er hatte mein Italienisch auf Anhieb verstanden. Er stellte sich danach auf Deutsch und Gestik um und sagte "3 1/2 Stunden, wenn du langsam gehst."

Fuer mich ist Englisch genauso leicht oder schwer abzulesen wie Deutsch. Ich sagte mal mit Ueberzeugung, dass Englisch leichter als Deutsch abzulesen waere. Aber meine Frau schwoert, dass Deutsch leichter fuer mich sei als Englisch, da ich fuer sie bei unseren Deutschlandbesuchen einigemal gedolmetscht habe. Sie vergass natuerlich, dass sie auch fuer mich bei Einkaeufen und Gespraechen mit Hoerenden in Eisenbahnen und Wirtschaften gedolmetscht hatten. Na alles ist relativ!

Das Mitlernen der Aussprache von Englisch hat mein Englischlernen sehr erleichtert. Da merke ich die englischen Vokabeln und Satzmuster wegen inneres "Ueben" besser. Ich spreche Englisch verstaendlicher als Deutsch, d.h., mehr Amerikaner und Briten verstehen mein muendliches Englisch besser als Deutsche mein Deutsch. GS-Dolmetscher hier sagen, meine Aussprache zeigt weniger "foreign accent" und meine Frau sagte, sogar besser als Dr.Armin Loewe und Dr. Klaus Schulte, beide oralistische Professoren aus Heidelberg, als sie die beiden bei Tagungen dolmetschten.

Hartmut


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BeitragVerfasst: Do, 7.8.03 6:17 
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Danke fürs Hochschieben des Themas, (@hartmut ;) )
es ist ganz klar, daß das Erlernen der Fremdsprache schwierig und langwierig ist, wenn man es anhand Lippenablesen lernen will. Denn z.B. im deutschen Sprache ist man gewohnt so zu sprechen wie geschrieben. Daher ist man beim Erlernen bzw. am Anfang umso mehr gefordert, das gesprochene Fremdsprache abzulesen in Schriftsprache zu umdenken und dann in Deutsch zu verstehen. Aller Anfang in dieser Weise ist zweifellos schwer.

Jedoch wenn ASL erlernt, wird die Bedeutung der Englische Vokabel viel leichter erkannt und man weiss auch leichter was es bedeutet (für GS-Benutzern).
Ich bin überzeugt, wenn ich mittels Gebärdensprache in ASL das englisch erlerne, wird es mir weitaus mehr helfen, als wenn ich nur es übers Lippenablesen lerne. Ich habe es mal in der Schule versucht (Abitur/Maturazeit), meine Lehrerin damals dachte es sei gaanz sicher möglich. Aber als ich meine erste und einzige Referat hielt verhielten die Schülern belustigt. Nunja, die Lehrerin erkannte dass ich es einfach nicht kann.
Aber wenn ich echt zielstrebig wäre, mir zu "Nachhilfestunden" beim Englischsprechen zwinge, Ausflüge nach England/Amerika, hätte ich vielleicht doch Englisch sprechen und ablesen können. Nur ich bin stolzer Träumer und eine solche intensive Sache ist für mich Zeitverschwendung im Leben :angel:
Also ich warte mal auf eine Angebot in meiner Nähe ASL zu lernen, vorausgesetzt es ist ein Amerikaner/in.

LG deafmax

P.S. als ich bei der Jugendcamp zurzeit der Weltkongress 1995 in Österreich war, hüpfte mein Englischkompetenz (im Schriftsprache) ziemlich weit nach oben. Nachher habe ich mehrere Briefwechsel in Englisch können. Nur die Kommunikation mittels Internationale Gebärdensprache brachte dabei den Durchbruch, obwohl ich vorher viel mehr Lausprachorientiert war.


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BeitragVerfasst: Do, 7.8.03 16:10 
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"laussprachlch" orientiert, nicht lautsprachlich???


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 Betreff des Beitrags: Fremdsprachen
BeitragVerfasst: Do, 7.8.03 16:10 
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"laussprachlich" orientiert, nicht lautsprachlich??? Lustig


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BeitragVerfasst: Fr, 8.8.03 19:16 
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@Deafmax,
Englisch ueber den Mittelweg von GS (BSL oder ASL) zu lernen hilft einigermassen, vielleicht nur am Anfang. Aber vollkommen darauf zu verlassen, moechte ich dennoch abraten. Die Bedeutungen und Anwendungen der englischen Woerter decken nicht immer mit denen in den beiden GSen. Mittels BSL oder ASL kannst du ein gebaerdetes Englisch mit oder ohne Fingern der grammatikalischen Endungen, wie das 's fuer Mehrzahl und Genitiv und a/an usw., vor sich halten und dadurch die englischen Sprachstrukturen einueben. Das ist fast gleich wie "vor sich hinsprechen" bei Hoerenden.

Das Absehen von Englisch habe ich im Umgang mit den Briten und Amerikanern langsam angeeignet, natuerlich noch beschraenkt. Ich habe mittlerweile den Mut aufgebracht, das Englischsprechen eines Deutschen abzuweisen und ihn zu schreiben zu draengen. Seine Mundbilder der englischen Woerter sind meistens grauenhaft.

Hartmut


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 Betreff des Beitrags: Erfahrung von der anderen Seite
BeitragVerfasst: Mo, 20.10.03 11:46 
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Komme etwas spät ins Forum, aber das war jetzt doch zu interessant: die GL-Fremdsprachen-Diskussion.

Ich habe selber mal (mangels anderer Personalmasse)vor mehreren Jahren das Experiment gemacht, 2 GL, die eine Regelumschulung zum Industriekaufmann besuchten, zusätzlich nach dem Unterricht in Englisch zu unterrichten.Beide hatten keine Vorkenntnisse. Ich konnte soviel DGS wie es für einen Anfängerkurs Englisch ungefähr ausreicht , also habe ich (im Einvernehmen mit den Teilnehmern) versucht , in DGS schriftliches Englisch zu unterrichten. Wenn gewünscht , haben wir auch die Aussprache geübt. (Kleine Randnotiz: Einer der Teilnehmer war Russe, der toll DGS gelernt hat, aber immer mit der deutschen Schriftsprache auf Kriegsfuß stand.also schrieb ich ihm die (englische) Aussprache auf kyrillisch auf.......)

Es war hoch spannend. Schade dass wir einfach nicht die Zeit hatten, das über das Semester weiter zu machen, es ging bei dem strengen Stundenplan doch über unser Zeitlimit und auch über unsere Kräfte. Nach jeder Stunde war ich so erledigt, dass ich mir vorstellen kann, wie man sich als GL fühlt, wenn man die ganze Zeit eine Beinahe-Fremdsprache (Orales Deutsch) um die Ohren, bzw. Augen geschlagen kriegt. Es gab eine echte Sprachverwirrung in meinem Kopf : deutsch denken, dgs reden und englisch schreiben. Leider konnte ich noch nicht in DGS denken, das hätte sicher geholfen ! ;-)
Fazit: es war sehr anstrengend und gleichzeitig richtig spannend.
Wie sich so ein Unterrichtskonzept in der "richtigen Welt" anwenden lässt, weiss ich allerdings nicht.

(Abgesehen davon finde ich, nach 8 Jahren Englischlehrer in der Erwachsenenbildung), die Idee, eine ganze Firma auf Haus-Englisch umzustellen, (Entschuldigung für die Ausdrucksweise) schlichtweg beknackt. Da hat denen doch irgend ein Corporate Identity Heini ins Gehirn ge.... .

Mit Grüßen,

Frieda


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 Betreff des Beitrags: Englisch - Deutsch!
BeitragVerfasst: Sa, 25.10.03 20:01 
Auch wer Englisch kann, sollte bei der Übersetzung darauf achten, daß bei der Übersetzung (Translation) auf Deutsch richtig läuft. Also "Sinngemäß".

Eine falsche Übersetzung kann manchmal fatale Folgen haben.

Gruß MDrummer.

PS.: Wenn es um die deutsche Sprache geht, ist es wichtig, nicht immer nur mit den Zeichensprachen zu sprechen, sondern auch mit einer Lautsprache (mündlich sprechen), nur so bleibt man bei der Lautsprache in Übung. Ist genauso wichtig wie lesen und schreiben.


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BeitragVerfasst: Di, 28.12.04 0:21 
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ich bin selbst gehörlos und kann 2 fremdsprachen (englisch u. latein).Es ist nicht einfach und hängt sicher auch vom alter ab aber ich denke es müsste wirklich gehen. zur zeit lerne ich französisch was nicht einfach ist was die aussprache betrifft. ich lese es dann von den lippen ab und man buchstabiert mir in gebärdensprache wie es ausgesprochen wird.so 100 prozent stimmen wird es bestimmt nicht und es ist auch mühevoll und man braucht geduld;) die ich leider auch nicht immer hab.ein versuch ist es jedoch wert:)
lieber gruß!

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BeitragVerfasst: So, 30.1.05 16:16 
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Bin grosser Anfänger in dieser Technik ( sieht leider noch soaus als würde ich mich nie mit dem Computer anfreunden...).also stocher ich erst malkreuzundquer durch die Themen.
Es ist interessant zu lesen, würd gerne auch englisch lesen und verstehen können,leider hab ich nicht mehr die Besessenheit dazu oder ich fang esfalsch an ... hab da so kleine Heftchen,allgemeiner Sprachgebrauch- dazu Lautsprachtext und das Wort in englisch ...denn ich bin irgendwie ...(bekloppt...) könnte stimmen,will die Titel der Songs die immer im Viva-Kanal laufen übersetzen .
Bin 52 Jahre alt mit 7 ertaubt,Tochter ist 18 undhört immerMusik,ich hör mit den Füssen mit...
Gibt es da noch paar Verrückte unter Euch/Ihnenallen?


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BeitragVerfasst: Fr, 11.2.05 15:26 
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Ich schreibe hier eine Zusammenfassung über meine Familie und Verwandte. Okay?

Ich bin gehörlos. Ebenfalls sind meine Familie auch gehörlos. Ich bin schon in einer vierte Generation der Gehörlosen. Meine Oma ist gehörlos und hat erst im Jahr 2000 Englisch gelernt. Es klappt doch wunderbar, dass sie in Englisch übersetzen könnte. Und ich bin in Deutschland aufgewechsen. In der Schule habe ich eine Fremdsprachwahlpflicht. Wie gezwungen habe ich Englisch gelernt. Privatlich haben wir (meine Tante und ich) Norwegisch aus einem persönlichen Grund gelernt. Jetzt können wir die norwegische Gebärdensprache und mündiche Sprache beherrschen. Kein Problem! Bis heute läuft alles ganz hervorragend.

Noch Fragen? Dann stehe ich gerne zur Verfügung. Besser: per PN


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 Betreff des Beitrags: uschi haussprache englisch
BeitragVerfasst: Fr, 10.6.05 20:48 
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Ich kann sie verstehen - schon als normal hörender täte ich mir dass nicht antan wenn es irgendwie ginge und nicht ungedingt ein Sprachenfreak wäre. Ich bin sh - seit ca. 8 Jahren trage ich Hörgeräte vorher konnte ich einigermassen normal hören.

Allerdings kann ich Englisch, Französisch und ein etwas Italienisch - habe es schon immer mit Sprachen gehabt - habe Leistungskurs Englisch und Franz gehabt.

In meiner Firma bin ich trotz meiner Hörgeräte diejenige, die herhalten muss für englische Übersetzungen - da früher in der Buchhaltung ja kein Englisch gebraucht wurde - erst seit den letzten 10 Jahren verstärkt. sonst hatte nur der Export mit Fremdprachen zu tun. Allerdings mache ich es gerne wenn es schriftlich ist. Telefonieren versuche ich mich immer zu drücken - auch in deutsch, obwohl meine Hörgeräte und mein Telefon gut sind. Aber es gibt ja die tolle erfindung der e-mail.. Als Vorteil habe ich meinem früheren Chef immer erzählt dass man es so schwarz auf weiss hat. Wenn es das mailen nicht gäge wäre ich wohl noch mehr fertig abends, auch wenn ich für meine Kollegen wohl als normal hörende gelte, strengt es mich doch an.

Zum Glück müssen wir untereinander noch nicht Englisch reden.

Die übersetzung spare ich mir weil ich erst mal nachschauen müsste - fällt mir auf anhieb jetzt nicht ein - was kostenstelle heisst. Der rest des satzes kein problem

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daliklettern


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BeitragVerfasst: Di, 28.6.05 22:07 
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Das Thema ist schon ein wenig alt, aber ich antworte dennoch:

Ob Gehörlose Fremdsprachen erlernen können, kann ich nur anhand 2 Beispiele bejaen.

Ein Bekannter aus meiner Schulzeit ist gehörlos und hat in Englisch! maturiert. Ich fragte ihn auch, ob er mit der Aussprache Schwierigkeiten hätte. Er erklärte mir, dass er schon sehr früh begonnen hat englische Bücher zu lesen, auch hat er sich hauptsächlich englische oder amerikanische Filme angeschaut. Mit englischen Untertitel natürlich. Er meinte auch, dass er sehr hart dafür gearbeitet hätte. Nur hätte er Probleme damit, wenn Leute mit ihm Englisch reden würden, aber einen zu starken Akzent hätten.

Eine Schulfreundin hatte die Angewohnheit immer englische Musiktexte zu übersetzen. Somit erlernte sie die Sprache sehr gut. Auch die Lautsprache in Englisch beherrschte sie recht gut.

Nun, das sind nur 2 Beispiele von Leuten, die ich kenne, also ist das sehr wohl möglich.

Bijou

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